
In Heek-Nienborg kommen Nikolaus und Knecht Ruprecht hoch zu Ross zu den Kindern.
Zwei Beispiele zum Nikolaus-Brauchtum im Bistum Münster
Bischof und großer Freund der Kinder
Bistum. Das Nikolaus-Brauchtum wird im Bistum Münster seit vielen Jahren intensiv gepflegt. Kirche+Leben stellt zwei Beispiele aus Heek-Nienborg und Warendorf-Freckenhorst vor.
Dieses Brauchtum pflegt seit 64 Jahren die Nikolausgesellschaft in Nienborg: Alljährlich wird St. Nikolaus hoch zu Ross am Ortseingang an der Bischof-Hermann-Straße / Schöppinger Straße mit seinem Gefolge empfangen und unter den Klängen des Musikvereins Nienborg zum Burggelände begleitet. Dort spricht Nikolaus zu den großen und kleinen Kindern. Die Kindergartenkinder tragen ihm kleine Gedichte und Lieder vor.
Im Anschluss besuchen der heilige Nikolaus und Knecht Ruprecht in 21 Bezirken die Haushalte des Ortes und beschenken die Kinder, die alten Menschen ab 70 Jahren und alle kranken Mitmenschen mit einer prallgefüllten Tüte.
Dieses Brauchtum ist aus dem Leben der 3.000-Seelengemeinde nicht wegzudenken. An diesem hohen Festtag ist das ganze Dorf auf den Beinen. Alle Familien haben ihre auswärtigen Familienangehörigen zu Besuch und freuen sich auf den heiligen Mann.
In diesem Jahr kommt Bischof Nikolaus am Samstag, 4. Dezember, und verteilt abends mehr als 1100 Tüten in den Haushalten. Wo keine Tütenbescherung stattfindet, kehrt St. Nikolaus ebenso ein und wünscht den Menschen ein frohes Weihnachtsfest und bringt für das folgende Jahr alle guten Wünsche.
Die Tradition soll gesichert werden: Das war die Idee für die Nikolaus-Stiftung in Freckenhorst. Seit mehr als 60 Jahren brechen am Vorabend des 6. Dezembers die Nikoläuse des Nikolaus-Collegiums auf und besuchen die Kinder des Orts. Mit Gästen sind das etwa 1.000 Kinder zwischen zwei und fünf Jahren. Und: alle bekommen eine Tüte mit Süßigkeiten.
Da die Unterstützung dafür aus der öffentlichen Hand immer weniger wurde, entschloss man sich, das Füllen der Tüten künftig durch eine kirchliche Stiftung zu sichern.
50.000 Euro Stiftungsvermögen waren dafür notwendig. Bis August 2010 wollten die Freckenhorster Nikoläuse diesen Betrag gesammelt haben. Es ging schneller: Spenden von Vereinen, Unternehmen, der Stadt Warendorf und vielen Bürgern brachten schnell das gewünschte Ergebnis. Auch Aktionen des Collegiums wie etwa ein Imbiss-Stand auf dem Weihnachtsmarkt halfen dabei.
Und so konnte man bereits am 9. Dezember des vergangenen Jahrs die Stiftung offiziell ins Leben rufen. Die lange Tradition des Nikolaus-Brauchtums ist der Grund, warum sich in Freckenhorst so viele engagiert haben.
Jeder im Ort hat in den verschiedenen Lebensphasen Kontakt mit ihm, alle Generationen werden angesprochen: als Kind, wenn Nikolaus zu Besuch kommt, als Jugendlicher, wenn man vielleicht als Knecht Ruprecht oder Nikolaus selbst durch Freckenhorst zieht, als Familie, wenn die eigenen Kinder dem Nikolaustag entgegen fiebern – und als Großeltern in der Erinnerung an die eigene Kindheit. Das ist durch alle Generationen identitätsstiftend.
Wenn die mittlerweile 32 Nikoläuse durch Freckenhorst ziehen, stehen deshalb nicht nur die süßen Tüten im Mittelpunkt. Nikolaus kommt natürlich als katholischer Bischof. Und er ist ein Mensch, der in alle Häuser geht, egal welcher sozialen Schicht und Religion.
Das Vorbildhafte des Nikolauses, das die Kinder stärken soll, ist Grund für die Offenheit der Satzung mit Blick in die Zukunft. Es ist geplant, sie zu erweitern. Dann sollen soziale Angebote wie etwa Jugend- oder Kindereinrichtungen unterstützt werden.
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