
An der neu gestalteten Grabstätte des seligen Kaplans Hirschfelder im polnischen Tscherbeney: Bischof Ignacy Dec von Schweidnitz (Mitte), links davon Großdechant Prälat Franz Jung aus Münster, rechts von Bischof Dec Ortspfarrer Romuald Brudnowski.
Nachfeier zur Seligsprechung von Kaplan Hirschfelder
Ein Tag des Dankes
Tscherbeney. Bei der Seligsprechungsfeier für Kaplan Gerhard Hirschfelder im St.-Paulus-Dom zu Münster hatte Bischof Ignacy Dec von Schweidnitz die Gläubigen nach Tscherbeney eingeladen: In Tscherbeney hatte Hirschfelder seine erste Kaplansstelle, in Tscherbeney ist auch die Grab- und Gedenkstätte des neuen Seligen.
Der Bischofseinladung waren zahlreiche Gläubige gefolgt. Das Pontifikalamt im polnischen Bad Kudowa nahe Tscherbeney wurde mit 2000 Gästen in polnischer, deutscher und tschechischer Sprache gefeiert. Bischof Dec betonte in seiner Predigt, dass durch die Seligsprechung ein heller Schein auf das deutsche Volk gefallen sei. Ein Beweis, dass sich nicht alle Deutschen vom Naziregime überwältigen ließen.
Der Bischof hob hervor, wie wichtig ihm das Danken sei. Dankbarkeit sei die Erinnerung des Herzens, Dankbarkeit verbinde in Liebe den Menschen mit Gott – und Menschen untereinander. An diesem Tag solle vor allem für die Seligsprechung des Kaplans Gerhard Hirschfelder gedankt werden, der immer an der Seite der Wahrheit, der Freiheit und der Liebe gestanden habe.
Kardinal Meisner habe bei der Seligsprechung im Dom zu Münster gesagt: "In der Kirche sind wir immer zuerst Kinder Gottes, Schwestern und Brüder Christi, und dann erst Mitglieder unserer Nationen."
Als jetziger Heimatbischof des Seligen möchte er (Dec) allen für ihre Mithilfe und ihr Gebet danken, welche die Seligsprechung bewirkt hätten. Ausdrücklich dankte Bischof Dec Großdechant Prälat Franz Jung aus Münster "für seinen Mut und seine Hingabe, die uns die Seligsprechung Gerhard Hirschfelders gebracht hat". Jung ist Visitator für Priester und Gläubige aus der Grafschaft Glatz und dem Erzbistum Breslau.
Weiter erinnerte Bischof Dec daran, dass seit 64 Jahren die Grafschafter zur Schmerzhaften Mutter von Telgte pilgerten. Am 27. September dieses Jahres sei er dort gewesen und habe auf einer Wandtafel gelesen: "1946 aus der Heimat vertrieben, fanden wir hier kirchliche Heimat." Er habe in Telgte und einen Tag später auf dem Annaberg bei Haltern für alle Pilger gebetet.
Einen besonderen Ehrerweis erteilte Bischof Dec Großdechant Jung, indem er ihm den höchsten kirchlichen Orden der Diözese, das vergoldete "Stanislaus-Kreuz" aus Silber, verlieh. Diese Auszeichnung erhielt auch Elisabeth Kynast, die sich über Jahrzehnte um das Grab Hirschfelders kümmerte und sich im Rahmen der Vorbereitung der Seligsprechung unermüdlich eingesetzt hatte.
Im Anschluss an die Feier zogen die Gläubigen in einer Prozession vom Kurpark in Bad Kudowa zur Grab- und Gedenkstätte des neuen Seligen nach Tscherbeney.
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Text: Günther Gröger/bs | Foto: Marion Faber in
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