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25.05.2016
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Feierstunde aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Tenhumberg-Stiftung

Gertrud Witte (l.), die Vorsitzende der Bischof Heinrich Tenhumberg-Stiftung, begrüßte im Liudgerhaus die Teilnehmer der Feierstunde aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Stiftung zur Unterstützung in Not geratener schwangerer Frauen.

Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Stiftung feierte zehnjähriges Bestehen

Beratung konsequent zum Leben hin

Bistum. Zehn Jahre Hilfe, zehn Jahre Hoffnung und Lichtblicke. Mit einem Festakt feierte die Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Stiftung am Samstag (09.10.2010) die erste Dekade ihres Bestehens. Sie wurde gegründet, um schwangeren Frauen in Notlagen zur Seite zu stehen. "Wir leisten Hilfe zum Leben", so begrüßte die Vorsitzende, Gertrud Witte, die zahlreichen Gäste – "lebensbejahende Hilfe!".

Bischof Reinhard Lettmann hatte die Stiftung ins Leben gerufen und mit einem Kapital von einer Million DM ausgestattet – inzwischen ist das Vermögen auf 2,6 Mio. Euro angewachsen. Viele der Zustifter und Spender konnte der Vorstand im Liudgerhaus in Münster begrüßen. Unter dem Bild des Namensgebers, Bischof Heinrich Tenhumberg, blickten die Beteiligten auf diese zehn Jahre zurück. Bereits 1970 hatte der damalige Bischof Heinrich Tenhumberg einen Hilfsfonds geschaffen, dem drei Jahre später die Kommission zum Schutz des ungeborenen Lebens folgte. Diese Kommission ist es auch, die die Gelder der Stiftung vergibt.

Geerlings neu im Stiftungsvorstand

In seinem Grußwort nannte Bischof Felix Genn die Arbeit der Stiftung "ein deutliches Signal in die Gesellschaft hinein" und erinnerte nicht zuletzt an den im Dezember verstorbenen Weihbischof  Josef Voß, der lange Jahre im Vorstand der Stiftung engagiert mitgearbeitet hatte. Weihbischof Dieter Geerlings überreichte er die Urkunde als dessen Nachfolger in diesem Amt – "auch Du siehst, wie Dein Vorgänger, den Menschen als das Wichtigste". Als Boten, als Hüter und Helfer des Lebens dürften Christen nicht verstummen, wenn es um die Bewahrung menschlichen Lebens gehe, so Bischof Felix.

"Zwar ist die finanzielle Hilfe vorrangig, die Stiftung ist aber nicht allein eine Geldsammelstelle", so hatte Gertrud Witte den Gästen deutlich gemacht. "Viele Menschen glauben, die Kirche engagiere sich nicht mehr für Schwangere in Not, da sie aus der staatlichen Beratung ausgestiegen ist. Gerade das Gegenteil ist jedoch der Fall: Die kirchlichen Schwangeren-Beratungsstellen vor Ort beraten konsequent zum Leben hin". Wie dies aussieht, dazu gab die Geschäftsführerin der Kommission zum Schutz des ungeborenen Lebens, Anne Ruhe, den Festgästen einen kurzen, jedoch durch berührende Beispiele sehr intensiven Einblick.

Vielfältige Notsituationen

Illegalität oder Minderjährigkeit, Mehrlingsschwangerschaften, Verlust des  Arbeitsplatzes, Überschuldung, Krankheit, Tod, Trennung oder behinderte Kinder – "ich kann Ihnen keine vollständige Aufzählung all der Notsituationen geben, die schwangere Frauen oder Paare quer durch die Gesellschaft treffen", so Ruhe, die auch Referentin bei der Caritas für die katholischen Beratungsstellen im NRW-Teil des Bistums ist. Die Wirtschafts- und Finanzkrise habe spürbare Auswirkungen im Alltag der Beratungsstelle gezeigt: Mehr Nachfragen mehr finanzielle Not bestimmten den Alltag dort derzeit.

Mit je einer roten Rose bedankte sich die Vorsitzende der Kommission, Elisabeth Bathe, bei den engagierten Vorstandsmitgliedern der Tenhumberg-Stiftung und erinnerte daran, dass dieser Einsatz "gelebte Caritas" sei. Eine der Rose legte sie in dankbarer Erinnerung auf das Grab von Weihbischofs Voß. An die lange Tradition von Stiftungen gerade in Münster erinnerte in seinem Grußwort Regierungspräsident Peter Paziorek. Als Leiter der staatlichen Aufsichtsbehörde bekannte er sich zum engen  Zusammenwirken von Staat und Kirchen und munterte zum Zustiften auf.

"Nachwuchs ist ein knappes und kostbares Gut"

Die Direktorin des Instituts für Christliche Sozialwissenschaften an der Universität Münster, Professorin Marianne Heimbach-Steins, legte bei ihrem Festvortrag einen Schwerpunkt auf die wachsenden Anforderungen an Familien. "Nachwuchs ist ein knappes und kostbares Gut", beschrieb sie die Erwartungen, die heute Gesellschaft, Wirtschaft und nicht zuletzt Familien und Kirchen an Erziehung und Bildung richteten. "Es ist klar: Eltern brauchen angesichts der Verschiebungen in den Rollen und Aufgabenverteilungen Unterstützung".

Niemand brauche sich deshalb zu schämen – "Eltern stehen unter hohem Druck von allen Seiten und dürfen deshalb Unterstützung einfordern", ging sie besonders auf die bildungs- und sozialpolitischen Aufgaben der Kindertagesbetreuung ein. Gerade die katholischen KiTas müssten sich bei den fünf "P" in die Pflicht nehmen lassen: Es gehe um ein scharfes Profil, um Partnerschaft und Kooperation mit den Eltern, um hohe Professionalität und Kompetenz beim Personal,  um politische Fragen rund um die Verbesserung der Rahmenbedingungen sowie Personen-orientierte Arbeit, die das Kind in den Mittelpunkt stelle.

Es sei ein diakonischer Auftrag, Lobbyist für Kinder und Familien zu sein, so beendete sie ihren "Parforce-Ritt durch ein bedeutendes gesellschaftspolitisches Thema", für den sie lebhaften Applaus bekam. Viel Beifall gab es übrigens auch für das Trio Viver, das mit Musik und Gesang zum Thema "Leben" die Wortbeiträge reizvoll verband.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedZehn Jahre Tenhumberg-Stiftung (07.10.2010)
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterBistumshandbuch: Bischof Heinrich Tenhumberg-Stiftung

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.tenhumberg-stiftung.de

Text: Heike Hänscheid | Foto: Heike Hänscheid
10.10.2010

    1. Zehn Jahre Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Stiftung

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