
Dompropst Josef Alfers: Diese christlichen Symbole an Wegen und auf den Höfen haben eine Menge mit dem Leben und Glauben der dort lebenden Menschen zu tun.
"Mein Denkmal und ich": Eine Serie – ein Buch – eine Ausstellung
Bischof Genn: Wohltuende und wertvolle Wegzeichen
Bistum. "Mein Denkmal und ich" – lautet die Erfolgsserie in Kirche+Leben, die seit nunmehr fünf Jahren Leserinnen und Leser in den Bann zieht. Zur Serie ist jetzt mit gleichem Titel ein Buch im Dialogverlag erschienen; außerdem gibt es eine Ausstellung, die ausgewählte Bildstöcke vorstellt. Ergänzt werden Buch und Ausstellung durch einen geistlichen Impuls von Bischof Felix Genn sowie Hintergründe zur Geschichte.
Dompropst Josef Alfers eröffnete am Freitag (08.10.2010) die Ausstellung in den Räumen der Darlehnskasse Münster (DKM). Man habe ihn nicht groß bitten müssen, da ihm Bildstöcke und Wegkreuze seit jeher ein Herzensanliegen seien, erläuterte der Geistliche. Er zeigte sich begeistert von der Ausstellung und über die Kirche+Leben-Serie.
"Keine folkloristische Randnotiz"
Sie verdeutlichten, "dass diese christlichen Symbole an Wegen und auf den Höfen eine Menge mit dem Leben und Glauben der dort lebenden Menschen zu tun haben". Und weiter: "Damit zeigt die Serie, dass unser Glaube mehr ist als eine Weltanschauung oder eine ethische Grundeinstellung, sondern dass er Leben durchdringen möchte – von der Geburt bis zum Tod."
Alwin Brüse, DKM-Vorstand, betonte: "Wir freuen uns, dass wir diese Ausstellung hier in unserem Hause zeigen können und haben die Bistumszeitung gern bei der Realisierung unterstützt. Als Wanderausstellung soll sie künftig auch weiteren kirchlichen Einrichtungen zur Verfügung stehen." Brüse unterstrich, das die religiösen Flurdenkmale "viel mehr sind als eine folkloristische Randnotiz". Er bezeichnete sie als "Zeichen für einen gelebten und verwurzelten Glauben". Er wünschte der "Ausstellung viele interessierte Besucher und vielleicht auch ein paar Nachahmer".
Dompropst Alfers (2. v. r.) eröffnete am Freitag die Ausstellung "Mein Denkmal und ich" in der DKM; mit im Bild die DKM-Vorstände Alwin Brüse (r.) und Christoph Bickmann (2. v. l.) sowie Norbert Göckener, verantwortlicher Redakteur Bistum und Regionen bei Kirche+Leben. |
"Treue, Zuverlässigkeit, Beharrlichkeit"
"Typisch katholisch und spezifisch für unsere Region" sind nach den Worten von Norbert Göckener, verantwortlicher Redakteur Bistum und Regionen bei Kirche+Leben, Bildstöcke, Wegkreuze und Kapellen. Er verwies darauf, dass es Bildstöcke gebe, die aufgrund der Serie in Kirche+Leben erhalten oder neu errichtet wurden.
Zu jedem Denkmal gehörten Menschen: "Sie verleihen ihrem Glauben Ausdruck durch die Errichtung, Pflege und den Erhalt der Bildstöcke, Kreuze und Kapellen." In der Pflege bekomme der Glaube einen "ganz praktischen Aspekt": "Treue, Zuverlässigkeit, Beharrlichkeit – das braucht es, Woche für Woche." Weiter meinte Göckener: "Wer das Unkraut vor dem Kreuz zupft und eine Kerze dort entzündet, ist schon missionarisch tätig." Nichts anderes wolle auch das neu erschienene Buch, die Ausstellung und damit die Serie in Kirche+Leben, die dem zugrunde liege.
60 persönliche Geschichten zu Denkmälern
Das Buch "Mein Denkmal und ich" präsentiert auf 140 Seiten 60 persönliche Geschichten zu Denkmälern im Münsterland, am Niederrhein und im Oldenburger Land. Eingeleitet werden sie durch einen geistlichen Impuls von Bischof Felix Genn. Außerdem enthält das Buch Hintergründe zur Geschichte und Bedeutung der religiösen Flurdenkmale.
Die Ausstellung "Mein Denkmal und ich" ist noch bis zum 27. Oktober in der Schalterhalle der DKM (Münster, Breul 26) zu sehen. Auf 20 Schautafeln werden ausgewählte Bildstöcke gezeigt. Auch hier sind Impulse des Bischofs und Informationen zu Hintergründen enthalten. Ergänzt wird die Schau durch zwei Videos.
Zitat:
"In einer Gesellschaft, in der die Praxis des Glaubens schwindet, tun diese Zeichen gut und sind wertvoll. Sie sind ein wahrer Dienst an unseren Mitmenschen, weil sie über das rein Innerweltliche und Begrenzte hinausweisen auf die Größe Gottes und das Kommen seines Reiches. So künden unsere Bildstöcke von der Berührung und Verbindung Gottes mit dem Menschen und erinnern uns daran, dass wir, die wir auf Erden leben, für den Himmel bestimmt sind. So wird auf ganz praktische und im tiefsten Sinne anschauliche Art umgesetzt, was eine alte Weisheit so zum Ausdruck bringt: 'Was wir im Auge haben, das prägt uns. Wohin wir schauen, dahin werden wir verwandelt' – die Botschaft des Glaubens, das neue Leben in Gott, soll immer tiefer in unser Bewusstsein, in alle unsere Lebensvollzüge, gleichsam in jede Pore unseres Daseins eindringen."
Bischof Felix Genn im Vorwort zum Buch "Mein Denkmal und ich"
Hinweis:
Die Ausstellung "Mein Denkmal und ich" kann von kirchlichen Einrichtungen beim Dialogverlag entliehen werden – Tel: 0251 / 4839120, E-Mail:
helmers
dialogverlag.de.
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Schwerpunktthema: Mein Denkmal und ich
VIDEO: Mein Denkmal und ich – Sonnenblumen gegen den Tod
VIDEO: Bildstöcke – stumme Zeugen der Geschichte
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Text: ks | Foto: Michael Bönte
08.10.2010
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