
Die beauftragten Pastoralreferenten nach dem Pontifikalamt im St. Paulus-Dom mit Bischof Felix Genn.
Beauftragungsfeier im St. Paulus-Dom
"Hier bin ich, sende mich"
Bistum. Die Freude über diesen Augenblick war den acht jungen Menschen deutlich anzumerken: Mit der Beauftragung durch Bischof Felix Genn im St.-Paulus-Dom fand am Sonntag (26.09.2010) für acht Frauen und Männer die Ausbildungszeit zum Pastoralreferenten im Bistum Münster ihren feierlichen Abschluss. Gleichsam bedeutete die Feier auch einen Neuanfang: Fortan wirken die fünf Pastoralreferentinnen und die drei Pastoralreferenten in verschiedenen Gemeinden der Diözese Münster.
"Hier bin ich, sende mich" – unter jenes Wort aus dem sechsten Kapitel des Buches Jesaja hatten die zum pastoralen Dienst Beauftragten die Feier gestellt. Für den Umschlag des Liedhefts hatten sie dazu ein Bild ausgewählt, in dem Bischof Felix Genn eine "Urgeste" des christlichen Glaubens erkannte: die ausgestreckten Finger. "Eine ausgestreckte Hand versinnbildlicht es: Gott kommt uns nahe, er kommt uns entgegen. Der Gott, der uns die Hände entgegenstreckt, er braucht uns. Diesem Gott antwortet der Prophet: Hier bin ich, sende mich!", sagte der Bischof in seiner Predigt.
Ausdrücklich wünschte Genn den acht jungen Menschen, die im Institut für Diakonat und pastorale Dienste (IDP) in den vergangenen Jahren ausgebildet worden waren, dass sie sich ihrer Taufberufung bewusst werden und damit den ausgestreckten Händen Gottes durch den Dienst an den Menschen eine Antwort geben. Wie sehr die Menschen vielerorts der sichtbaren Unterstützung bedürften, sei heutzutage kaum mehr zu übersehen. Mit Bezug auf das Evangelium von Lazarus und dem reichen Mann fand Genn deutliche Worte: "Wie viele Arme gibt es vor der Tür? Jeder, der Christi Namen trägt und von ihm berufen worden ist, hat den Auftrag, die Gräben zu überwinden, die zwischen der Realität und der wahren Gerechtigkeit liegen."
Den neuen pastoralen Mitarbeitern wünschte er Kraft zum Dienst und zugleich die Bereitschaft, sich in neuen Arbeitsumfeldern zu integrieren. Den Menschen mit den Worten des Apostels zuzurufen, "Ergreife das ewige Leben", sei gewiss nicht nur eine Aufgabe der Geweihten und derer, die dafür bezahlt werden. Seine Impulse richtete der Bischof während des Pontifikalamtes ausdrücklich auch gerade an jene Menschen, die als Freunde oder Angehörige der neuen Pastoralreferenten in den Dom gekommen waren, wenngleich sie möglicherweise wenig mit dem Dienst der neu Beauftragten anfangen könnten. Gerade die Menschen, die fern sind, gelte es zu gewinnen.
In seinen Dankesworten schloss sich der Bischof dem Referenten-Kurs an. Er erwähnte in besonderer Weise jene, die die jungen Menschen in den zurückliegenden Jahren als Leiter des Institutes oder auch als Spirituale begleitet hatten. Besonders dankte der Bischof der momentanen Leiterin des IDP, Professorin Magret Nemann, und dem Konzelebranten während der Eucharistiefeier Spiritual Matthäus Niesmann. Der "effata"-Band der Jugendkirche in Münster, die den Gottesdienst mitgestaltet hatte, galt am Ende der Feier ebenfalls der Dank aller Beteiligten. Bei der Kollekte setzten die acht Männer und Frauen ihrerseits ein besonderes Zeichen. Das gesammelte Geld fließt auf ausdrücklichen Wunsch der acht Frauen und Männer der Jugendstiftung "Weitblick" des BDKJ zu, da dem Kurs die Jugendpastoral in der Diözese besonders am Herzen liegt.
In ihren neuen Gemeinden haben sich die Pastoralrefenten bereits eingefunden. Entsprechend waren neben vielen Weggefährten der vergangenen Jahre und Gläubigen aus den jeweiligen Ausbildungsgemeinden auch bereits viele Christen im Dom zugegen, die sich nun auf die gemeinsame Zeit freuen.
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Text: Tim Schlotmann | Foto: Tim Schlotmann
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