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27.09.2016
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Kolloquium der Universität zu Franz von Fürstenberg.

Eröffneten das Kolloquium (v.l.): Michael Pavilicic, Professor Alwin Hanschmidt, Mechthild Black-Veldtrup (Vorsitzende des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens), Generalvikar Norbert Kleyboldt, Professorin Ursula Nelles, Dr. Thomas Flammer (Institut für die Geschichte des Bistums Münster) und Professor Werner Freitag.

Kolloquium der Universität zu Franz von Fürstenberg

"Ein Schatz, den es zu wahren gilt"

Bistum. Als Franz von Fürstenberg 1780 die Universität Münster gründete, stand die Französische Revolution mit ihren weitreichenden Folgen für das kirchliche und staatliche Europa noch bevor. Erster Kanzler der Universität wurde Fürstenberg selbst, erster Rektor war Fürstbischof Maximilian Friedrich von Königsegg und Rothenfels. Anlässlich des 200. Todestages von Fürstenberg fand am Donnerstag und Freitag (16. / 17.09.2010) in Münster ein Kolloquium statt, mitveranstaltet vom Bistumsarchiv und dem Institut für die Geschichte des Bistums Münster.

Wie eng die Verbindungen zwischen der Diözese und der Universität noch nach 230 Jahren sind, hob Generalvikar Norbert Kleyboldt hervor. Das Kolloquium sei nur eines unter unzähligen Beispielen vertrauensvoller Kooperation. Über den institutionellen Rahmen hinaus hätten zuletzt gemeinsame politische Interessen Universität und Bistumsleitung an einen Tisch geführt. Kleyboldt zog eine Linie von seinem Vorgänger Fürstenberg und von dessen Wirken zu Gunsten einer praxisnahen und zukunftsorientierten Bildung bis zu den Bildungsfragen der Gegenwart.

"Allzeit wichtigste Angelegenheit"

Professorin Ursula Nelles, Rektorin der Universität Münster, betonte, Bildung sei nicht nur ein Thema für Sonntagsreden, sondern frei nach Fürstenberg "alle Zeit die wichtigste Angelegenheit". Diese Maßgabe sei das Erbe des Reformers Fürstenberg. Dessen Büste im Vorzimmer des Kanzlers der Universität sei für sie ganz persönlich eine Mahnung, betonte Nelles. Die von Fürstenberg gegründete Universität sei "ein Schatz, den es zu wahren und deren Glanz es für uns zu mehren gilt".

Dass Franz von Fürstenberg nicht nur ein beharrlicher Bildungspolitiker und ein wichtiger Repräsentant des Fürstbistums Münster war, sondern auch ein weitsichtiger Staatsmann, darauf blickte Michael Pavlicic vom Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe zurück.

Verbesserung des Schulwesens

Der Historiker Alwin Hanschmidt, der in seiner Dissertation den Staatsmann Fürstenberg behandelt hatte, legte die Grundzüge von dessen Bildungspolitik dar. Nicht die Bildung nur eines Standes, sondern Volksbildung sei die Maßgabe gewesen. So habe Fürstenberg neben der Gründung der Universität und der Reform der Gymnasien 1776 vor allem die Verbesserung des ländlichen Elementarschulwesens am Herzen gelegen. Für Fürstenberg habe stets gegolten: "Bildung kann Rückständigkeit überwinden und gegen Umsturz immunisieren." Eine seinerzeit überfällige Professionalisierung der Lehrerbildung sei eines der wichtigsten Werke des einstigen Jesuitenschülers gewesen, sagte Hanschmidt.

Professor Werner Freitag vom Historischen Seminar der Universität Münster betonte, in der Zeit Fürstenbergs sei es ein wichtiges Anliegen gewesen, Vernunft und Offenbarung in Einklang zu bringen. Freitag plädierte dafür, die Intentionen der damaligen katholischen Aufklärung differenzierter zu sehen. Nach dem Konzil von Trient hätten die geistlichen Eliten stärker Zeichen der Kontinuität im Sinn gehabt und weniger systemsprengende Impulse gesetzt.

Zur Person

Franz von Fürstenberg wurde am 7. August 1729 auf Schloss Herdringen in Arnsberg geboren. Er studierte in Köln, Würzburg, Salzburg und Rom. 1762 wurde er zum Minister für das Fürstbistum Münster und 1770 zum Generalvikar ernannt. Er reformierte die Finanzen des verschuldeten Münsterlandes, ordnete das Bildungswesen neu und begründete die 1780 eröffnete Universität Münster.

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  1. undefinedWegbereiter der Bildung und des Schulwesens (14.09.2010)

Text: Tim Schlotmann | Foto: Tim Schlotmann
17.09.2010

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