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23.05.2012
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Die Mitren der neuen Weihbischöfe.

Die Mitren der neuen Weihbischöfe.

Die liturgische Kopfbedeckung der künftigen Weihbischöfe

Mitra als Zeichen des wirkenden Bischofs

Bistum. Ein Weihbischof steht dem Diözesanbischof in der Leitung des Bistums zur Seite. Die Weihehandlungen (Weihe von Priestern, Kirchen, Altären und Firmungen), die sie im Auftrag des Diözesanbischofs ausüben, begründen den Namen der Weihbischöfe. Wie der Diözesanbischof tragen sie die bischöflichen Amtszeichen: Ring, Stab und Mitra. Die Weihbischöfe haben allerdings nicht wie der Diözesanbischof eine Kathedra, den offiziellen Amtssitz des Bischofs in der Domkirche.

Die Mitren werden individuell entworfen und entsprechend der Kopfgröße zugeschnitten. In der Regel erhält jeder neue Weihbischof drei Mitren: die sogenannte Preciosa, eine aufwändig gestaltete Mitra für feierliche Anlässe, eine weitere für weniger feierliche Gottesdienste und eine dritte für den beruflichen Alltag. Die Mitren werden in der Regel in Klöstern von Ordensschwestern hergestellt, die sich auf die Produktion von Paramenten spezialisiert haben. Die Mitren für die Weihbischöfe Dieter Geerlings, Christoph Hegge und Wilfried Theising haben die Benediktinerinnen im Kloster Mariendonk (Kempen) gefertigt.

"Mitte Juni ist die Bestellung für die Mitren bei uns im Kloster aufgegeben worden", sagt Schwester Mirjam Pesch, die die Paramentenabteilung im Kloster leitet. Nachdem die Kopfgröße vermessen war, legte Schwester Clara Vasseur, verantwortlich für die künstlerische Gestaltung, den Kandidaten die von ihr fertig gestellten Entwürfe vor, die miteinander abgestimmt wurden. Danach begann der handwerklich aufwändige Herstellungsprozess.

Die Mitren werden in Handarbeit entweder aus Seide oder aus handgewebten Stoffen angefertigt. Die kostbareren Mitren werden darüber hinaus bestickt, oder es werden Schmuckelemente eingewebt. Die Stoffe werden mit einer der Kopfgröße angepassten Kunststoffeinlage verstärkt, die biegsam und waschbar sein muss.

Die Mitra besteht aus zwei Teilen, die anschließend gepresst und miteinander verklebt werden. "Dabei muss man höchste Sorgfalt walten lassen, damit die gewebten Fäden auch aufeinander zulaufen", sagt Schwester Regina. Allein der Vorgang des Pressens und Klebens dauert für jede Mitra neun bis zehn Stunden. Der Innenraum wird mit einem Lederstreifen wie beim Hutmacher abgebunden und mit Seide ausgefüttert.

Die künstlerischen Entwürfe der Mitren bedürfen nach Ansicht von Schwester Clara keiner besonderen Interpretation. Sicher sei auf einer der Mitren ein Parallelogramm aus drei goldenen Streifen zu sehen, sagt sie. Aber sie wolle die Zahl drei nicht zwingend auf die Dreifaltigkeit festlegen. Natürlich könne man die Feuerzungen mit dem Heiligen Geist in Verbindung bringen. Für Schwester Clara steht die Mitra in erster Linie jedoch für sich.

Auf der Mitra von Weihbischof Dieter Geerlings zum Beispiel sind fünf Flammenzungen aufgestickt. Sie stehen für die fünf Bücher Mose. Aus dem Deuteronomium zitiert sie die Stelle: "Unser Gott ist ein verzehrender."

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Text: Jürgen Kappel | Foto: Jürgen Kappel, Johannes Bernard in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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