
Dieter Geerligs, Wilfried Theising und Christoph Hegge (v.l.).
Glaubensweite und Menschennähe
Die neuen Weihbischöfe im Interview
Bistum. In geistlichen Exerzitien haben sich in den vergangenen Tagen und Wochen Domkapitular Dieter Geerlings, Propst Wilfried Theising und Domkapitular Christoph Hegge auf ihre Bischofsweihe vorbereitet. Mit Zuversicht und Gottvertrauen möchten die drei künftigen Weihbischöfe ihren neuen Dienst ausfüllen.
In das Benediktiner-Kloster Gerleve in Billerbeck zogen sich Dieter Geerlings und Wilfried Theising zurück, um sich geistlichen Schriftlesungen und dem Gebet zu widmen. Christoph Hegge verbrachte Exerzitien in der Benediktiner-Abtei Königsmünster in Meschede. "Die Tage sind geprägt von Schriftlesungen, vom Stundengebet und von der Teilnahme an der Eucharistie", sagte Hegge im Gespräch mit Kirche+Leben. Die Exerzitien nutzten die drei Weihekandidaten auch, um sich innerlich auf die neuen Aufgaben vorzubereiten: Was bedeutet für mich das Bischofsamt? Was wird mein Dienst sein?
Diener der Kirchen-Einheit
"Ich verstehe mich als Diener in der Einheit zwischen Bischof und Gemeinden, als Diener der Einheit zwischen den Gemeinden", sagte Hegge. In seinem Dienst möchte er ein "zuhörender Mensch sein". Die persönlichen Begegnungen seien ihm wichtig.
Intensiv mit den Quellen des Christentums beschäftigt hat sich Wilfried Theising: "Es ist immer wieder wichtig für mich, die heiligen Schriften zu lesen sowie über die Ursprünge der christlichen Gemeinden und die Anfänge der Kirche nachzudenken. Gerade in der Briefen der Bibel versuchen die Verfasser wie der Apostel Paulus, Antworten auf Glaubensfragen zu geben, das Leben in den neuen Gemeinden zu organisieren, auf dort anstehende Probleme zu reagieren und den Christen ihrer Zeit mit tröstenden Worten zur Seite zu stehen."
Neben der Zeit der persönlichen Besinnung verwendeten die künftigen Weihbischöfe einige Tage für das Zusammentragen der bischöflichen Kleidung und der Insignien des bischöflichen Amtes, wozu der Bischofsstab, die Mitra, der Bischofsring und das Brustkreuz gehören. Über die Insignien sagt Dieter Geerlings: "Sie sollen – richtig verstanden – der Verherrlichung Gottes dienen und etwas deutlich machen von der Würde jedes Menschen. Ich fand ein Wort des Theologen Hans Urs von Balthasar, der sagte: 'Die ganze Sorge des Herrn in der Zurüstung der Apostel auf ihr Amt geht auf Demut aus.' Auch ein solches Wort immer wieder zu bedenken, ist Vorbereitung, um nicht der Gefahr zu erliegen, Abgehobenheit zu zelebrieren."
Die künftigen Regionalbischöfe möchten in ihrem Dienst nah bei den Menschen sein. "Ich möchte dazu beitragen, eine gute Atmosphäre des Vertrauens und der Zusammenarbeit zwischen den in der Seelsorge Tätigen zu schaffen und die aktiven Christen in ihrem Glauben zu bestärken. Das schließt eine Offenheit ein: Die Glaubenswege des Einzelnen müssen wir nicht nur respektieren, sondern unterstützen", sagte Christoph Hegge.
Gottesrede lebendig halten
Für Dieter Geerlings ist es wichtig, die Rede von Gott in den schmerzlichen Erfahrungen des Lebens nicht auszuklammern: "Die Gottesrede ist unlösbar mit der praktischen Solidarität mit den Schwachen, den Armen, den Fremden, den Schwerkranken, den Behinderten, den Sterbenden, dann in anderer Weise mit den Kindern, Jugendlichen, den Familien verbunden – und mit der Hoffnung für sie." Die Praxis der Nächstenliebe sei nicht nur der Anwendungsfall, sondern auch der Ernstfall des Evangeliums, sagte Geerlings.
Ein guter Priester und Bischof zu sein, bedeutet für Theising, an der Seite der Menschen zu stehen, deren Sorgen und Nöte in den Glaubensalltag aufzunehmen und in schwierigen Lebenssituationen zu helfen. Es bedeutet, den Glauben zu verkünden, mit der Gemeinde die Eucharistie zu feiern und die Freude in der christlichen Hoffnung zu teilen. "Menschen in Glaubenskrisen dürfen wir nicht fallen lassen. Die Kirche Jesu Christi ist immer eine einladende Kirche."
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