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19.01.2019
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Messdienerwallfahrt

Eine Weltkugel flog beim Treffen der Ministranten auf dem Petersplatz über die Hände der Menschen.

Ministrantenwallfahrt: Internationales Treffen und Abendgebet

Begegnung beim Tücher-Tausch

Vatikanstadt. Was Angebot und Nachfrage bedeuten, das dürfte am Dienstag (03.08.2010) jeder Teilnehmer der Internationalen Ministrantenwallfahrt verstanden haben. Denn zum Treffen aller Pilger auf dem Petersplatz gehört traditionell der Tücher-Tausch – diesmal mit Jugendlichen aus 17 Ländern. Jede Nation ist an einheitlichen Halstüchern zu erkennen. Dabei haben die Deutschen ein ziemliches Problem: Wer tauscht schon ein Tuch in der Farbe von Vanilleeis, das ohnehin 45.000 der 53.000 Wallfahrer haben?

Begehrt sind die Tücher kleiner Pilgergruppen. Ein Messdiener aus dem Bistum Münster, der seinen Namen aus Sorge vor Begehrlichkeiten nicht nennen will, hat sein Tuch gegen ein hellblaues getauscht. Das stammt von einem der nur 220 Polen.

Auf dem Petersplatz ins Gespräch kommen

Nicht jeder hat so viel Glück. Aber auch wenn es nicht gelingt, einen der 18 Litauer zum Tausch seines fliederfarbenen Tuchs zu überreden – ein Gutes hat die Aktion: "Man kommt mit super vielen Leuten ins Gespräch", sagt Bianca Jamin. Die 20-Jährige ist Messdienerin in St. Mariä Himmelfahrt Kleve.

Begegnungen sind der große Gewinn des internationalen Treffens am Dienstag (03.08.2010), das nach einem bunten, wenn auch zähflüssigen Programm in ein Abendgebet mündet. "Das ist schon beeindruckend, dass hier alle Nationen feiern und singen", findet der 16 Jahre alte Tobias Kühnen aus St. Antonius Bedburg-Hau. Auch die gleichaltrige Natalie Kuhr aus Kleve freut sich über die "tolle Stimmung".

Duell der Sprechchöre

Die ist überall auf dem dicht gefüllten Petersplatz spürbar – und hörbar. Im vorderen linken Block wetteifern Messdiener zweier Bistümer mit Sprechchören. Seit drei Minuten scheint weder der langgezogene Ruf "Dresden-Meißen" noch der rhythmisch abgehackte Konter "Rottenburg-Stuttgart" verstummen zu wollen. Ein Klever Ministrant hört sich das eine Weile an, dann motiviert er die Niederrheiner zu einem Kompromissvorschlag: "Ohne Deutschland wär hier wenig los", singen die Bistums-Messdiener.

Im Programm des Jubiläumsfestes – der Ministrantenbund CIM wird 50 Jahre alt und richtet die zehnte Rom-Wallfahrt aus – werden alle Nationen einzeln begrüßt. Die Nennung der 18 Litauer und sechs Albaner löst Jubelstürme aus. Auch die 400 Belgier, die – geografisch fast korrekt – im Block hinter einigen Messdienern vom Niederrhein sitzen, melden sich lautstark zu Wort und singen mehrstimmig ein Lied in französischer Sprache.

Musik als Selbstläufer

Überhaupt: Musik trägt das Treffen, weil sie die Messdiener in Bewegung bringt. Lieder wie "Singt dem Herrn alle Völker und Rassen" sind Selbstläufer, bei denen die Band und der Chor auf der Bühne die Ministranten kaum unterstützen müssen. "Die Musik hat mir gut gefallen", sagt die 15 Jahre alte Elena Hanenberg aus Bedburg-Hau.

Neben der Bühne steht der heilige Tarsitius – oder auch Tarcisius, wie Schweizer oder Italiener sagen. Allerdings als Statue aus Bronze. Der damals Zwölfjährige wurde im dritten Jahrhundert in Rom von Gegnern der Christen erschlagen, als er auf dem Weg war, Kranken und Gefangenen das eucharistische Brot zu bringen.

Auf Autogrammjagd

Fünf Meter hoch und vier Tonnen schwer ist die Statue des Messdiener-Patrons. Sie wird nach der Ministrantenwallfahrt nahe der Callistus-Katakomben an der römischen "Via Appia Antica" aufgestellt. Das erläutert der Bildhauer, der das Standbild schuf, in ausführlichen Interviews auf der Bühne – zuerst auf Deutsch, dann auf Französisch.

Nicht alle wollen oder können ihm eine halbe Stunde zuhören. Da sind den Messdienern Begegnungen mit den ausländischen Kollegen wichtiger. Und so floriert der Tücher-Tausch. Wer dabei kein Glück hat, geht auf Autogrammjagd. Die 17-jährige Sarah Hoffmanns aus Bedburg-Hau kann sogar einen der Polizisten auf dem Petersplatz für eine Unterschrift auf ihrem Halstuch gewinnen.

Abendgebet zum Abschluss

Ganz bei der Sache sind die Ministranten wieder beim abschließenden Abendgebet mit dem Präsidenten des Ministrantenbunds, dem Baseler Weihbischof Martin Gächter. Wer Deutsch kann, spricht die Psalmen mit, das Evangelium (Mt 22,34) erinnert an das Doppelgebot der Liebe. Die Fürbitten gipfeln im Vaterunser, das in babylonischem Sprachwirrwarr jeder auf dem Petersplatz in seiner Sprache vor dem einen Gott betet.

Nach dem Segen denken einige der Teilnehmer bereits an die Papst-Audienz. "Ich bin sehr gespannt", sagt Katrin Bartjes. Die 16-Jährige aus St. Antonius Bedburg-Hau erlebt Benedikt XVI. am Mittwoch (04.08.2010) zum ersten Mal. Jacky Bahle aus St. Anna Neuenkirchen geht es genauso: "Ich freue mich auf den Papst", sagt die 15-Jährige. "Wann hat man schon mal die Chance, ihn live zu erleben? Und wer weiß, ob ich bei der nächsten Ministrantenwallfahrt noch mitfahren kann?"

Schon am Vormittag also sehen sich alle vor dem Petersdom wieder – um viele Begegnungen, aber auch um Andenken reicher. Alexander Brandt aus Bedburg-Hau denkt dabei gar nicht an sein Halstuch: "Ich habe mir einen Sonnenbrand geholt", bekennt der 15-Jährige.

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Text: Jens Joest | Foto: Michael Bönte
04.08.2010

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