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23.05.2012
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Gottesdienst der Ministranten aus dem Bistum Münster in Santa Maria in Trastevere

Stimmungsvoll und besinnlich: Münstersches Abendgebet in Santa Maria in Trastevere.

Münstersches Abendgebet bei der Ministrantenwallfahrt

Sehnsucht, Stille und Singen

Rom. Meditative Musik tröpfelt vom E-Piano, und in einer Kirche mit mehreren hundert Messdienern könnte man die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören. Allerdings sind die meisten Jugendlichen gar nicht in Santa Maria in Trastevere: Eine Gedankenreise ins Jericho der Zeit Jesu steht im Zentrum des Abendgebets der Teilnehmer aus dem Bistum Münster bei der Internationalen Ministrantenwallfahrt in Rom am Montag (02.08.2010).

Im Geiste sitzen die Bistums-Messdiener als Blinde am Straßenrand, als Jesus vorbeizieht. Sie sind tief in sich versunken, viele haben die Augen geschlossen. "Was möchtet ihr ihm zurufen?", fragt Diözesanjugendseelsorger Thorsten Schmölzing. Um Sehnsüchte geht es beim Abendgebet, auch "um die Sehnsucht, bei Gott zur Ruhe zu kommen", beschreibt Weihbischof Heinrich Timmerevers. "Unsere Sehnsüchte finden Antworten im Gebet", sagt Schmölzing und ermutigt die Pilger, einen Wunsch laut zu äußern. Wer das tun möchte, dem bringt ein Helfer ein Mikrofon.

"Zeit" – dieses Wort fällt als erstes. "Hoffnung" wünscht sich jemand, "Vertrauen" ein anderer. "Gemeinschaft" formuliert ein Junge, "Vergebung" erbittet ein Mädchen. Auf "Neue Leute" freut sich jemand, "Geborgenheit" und "Gesundheit" wünschen andere. Das Vaterunser fasst alle Bitten zusammen.

Gott als Kraftquelle

So zu beten hat Jesus die Menschen gelehrt. Er ist der, "der den Tod überwand", beschreibt das Mottolied der Wallfahrt, "Aus der wahren Quelle trinken". Weihbischof Timmerevers weiß, dass die Pilger tagsüber aus anderen Quellen geschöpft haben: aus Trinkwasserbrunnen. Trotzdem sagt er: "Es gibt eine Sehnsucht, die tiefer ist als jeder Durst", jene nach Gott. Gott sei die wahre Kraftquelle.

Das bekräftigen die Rom-Pilger aus dem Bistum in Santa Maria in Trastevere vor allem mit Gesang. Während die Strophen des Mottolieds am ersten Abend noch ein wenig holpern, hat der Refrain das Zeug zum Hit. Da singen selbst als Gesangsmuffel verdächtige Teenager.

Kaum zu bremsen

Noch mehr reißt das Schlusslied mit. "Wir singen nur eine Strophe", sagt der Pianist von "Pauls Kapelle" aus Münster, die in Rom als "Banda di Paolo" auftritt. Kürze ist an sich eine gute Idee, denn vor der Kirche warten bereits Messdiener des Bistums Magdeburg auf ihr Abendgebet. Mit der Sangesfreude der Münsteraner aber hat die Band nicht gerechnet: "Denn Du bist da, Du bist da Gott, so nah", singen und klatschen die Ministranten. Und nach einer Strophe lassen sie sich nicht mehr bremsen.

Das Abendgebet in Santa Maria in Trastevere um 18 Uhr beschließt als Angebot für die Teilnehmer aus dem Bistum Münster jeden Wallfahrtstag in Rom. Auch die Messdiener aus dem Oldenburger Land beenden die Tage im Lager vor den Toren der Stadt mit einem Impuls, spät um 23 Uhr. Am Dienstag (03.08.2010) setzen die Angebote allerdings aus. Dann kommen alle Teilnehmer der Internationalen Ministrantenwallfahrt zu einer Vigil auf dem Petersplatz zusammen. 53.000 Messdiener aus 17 Ländern werden erwartet.

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  1. undefinedFotostrecke: Die Ministrantenwallfahrt beginnt (03.08.2010)
  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Internationale Ministrantenwallfahrt Rom 2010

Text: Jens Joest | Foto: Michael Bönte
03.08.2010

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