
Der Gedenkgottesdienst fand in der Petrikirche in Münster statt.
Gedenkfeiern zu Ehren der Toten der Love-Parade
"Ohnmacht des Todes am Ende doch nicht wahr"
Münster / Greven. Die Katholische Studierenden- und Hochschulgemeinde, die Evangelische Studierendengemeinde und die Universität Münster haben am Mittwoch (28.07.2010) mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Petrikirche in Münster der drei toten Studentinnen gedacht, die während der Massenpanik bei der Love Parade in Duisburg am Samstag (24.07.2010) ums Leben gekommen sind. Dies teilte die Universität Münster mit.
Man sah es, man spürte es: Der katholische Studentenpfarrer Jan Loffeld sprach seinen Zuhörern in der Petrikirche aus dem Herzen, als er in seiner Predigt von der "Wucht des Todes" sprach, "von der Ohnmacht, die den Tod so schrecklich macht". Aber Loffeld wusste auch Trost zu spenden und Mut zu machen. "Immer wenn wir an die drei denken, tun wir gut daran, eine Kerze zu entzünden", sagte er. "Dies hilft uns, zu glauben und mit dem Herzen zu verstehen, dass die dunkle Ohnmacht des Todes am Ende doch nicht wahr ist." Ein Licht als Hoffnungsschimmer.
250 Angehörige und Freunde nahmen Abschied
Es war eine bittere, aber auch eine würdige Stunde, in der rund 250 Angehörige, Freunde und Bekannte Abschied nahmen von Marta Acosta Mendoza, Clara Zapater Caminal und Fenja Siebenlist. Jan Loffeld, die evangelische Pfarrerin Gudrun Laqueur und Alejandro Serrano Palacios, Pfarrer der spanischen katholischen Gemeinde in Münster, hatten den Trauergottesdienst vorbereitet – zusammen mit einigen Studenten, die sich auf Spanisch und Deutsch an die Trauergemeinde wandten.
Sie berichteten von ihren Erlebnissen mit Marta, Clara und Fenja und sie baten um die Kraft, "das Unbegreifliche zu tragen, und um Zusammenhalt untereinander". Angehörige entzündeten Kerzen mit dem Namen der jeweiligen Toten an der Osterkerze und stellten sie vor eine Jesus-Ikone. Nach der Trauerfeier blieben sie noch lange zusammen – in den Räumen der Katholischen Studierenden- und Hochschulgemeinde, wo die Bilder der drei Toten aufgestellt sind und wo man an einer Osterkerze kleine Kerzen entzünden kann.
Universität legt Kondolenzbuch aus
Die Anteilnahme am Tod der drei Studentinnen ist sehr groß. Sowohl im Rektorat als auch im Internationalen Büro der Universität Münster gingen zahlreiche Beileidsbekundungen ein. Auch der "Deutsche Akademische Austauschdienst", Bundesforschungsministerin Annette Schavan, die Europäische Kommission und Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe kondolierten den Eltern. Ab Mittwoch (28.07.2010) liegen im Schloss-Foyer, dem Hauptsitz der Universität Münster, Kondolenzbücher aus.
Zu Ehren der ebenfalls in Duisburg gestorbenen Vanessa aus Greven und aller weiteren Opfer der Katastrophe feiert die St.-Martinus-Gemeinde in Greven am Freitag (30.07.2010) um 18 Uhr einen Gottesdienst. Die Gedenkfeier in St. Martinus ist öffentlich.
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Text: gt, pd | Foto: Michael Bönte
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