
Frank Wietharn bietet den Opfern des Unglücks auf der Love Parade Unterstützung an.
Unterstützung durch kirchensite.de
Internetseelsorger bietet Love-Parade-Opfern Hilfe an
Bistum. Der Polizei- und Internetseelsorger Frank Wietharn bietet den Opfern des Unglücks auf der Love Parade in Duisburg seine Unterstützung an. Der Kripo-Beamte habe selbst vor Ort erfahren, wie groß die Not der Betroffenen ist und wie hilfreich die Notfallseelsorge sein könne, darum möchte er nun schnell, aber auch langfristig helfen, erklärte Wietharn am Dienstag (27.07.2010) gegenüber kirchensite.de. Wietharn ist neben seinem Zivilberuf Ständiger Diakon.
"Unglück wird Teil ihres Lebens bleiben"
In den Gesprächen, die Wietharn zum Teil gemeinsam mit einem Notfallseelsorger führte, habe er erfahren, welch schlimme Situationen die Menschen erlebt haben. "Viele haben Todesangst erfahren. Einige haben Menschen sterben sehen oder sind mit Toten in Berührung gekommen", beschrieb Wietharn. Andere Betroffene hätten versucht, Menschen wiederzubeleben, teils erfolgreich, teils erfolglos. Die Menschen seien stark betroffen, einige auch traumatisiert. "Für alle Betroffenen wird dieses Unglück ein Teil ihres Lebens bleiben. Das lässt sich nicht wieder rückgängig machen", sagte Wietharn.
Das Leben werde für einige Menschen anders sein, als vor dem Ereignis. Manche wollten sich, wie sie in den Gesprächen erklärten, nun ganz aus dem öffentlichen Leben zurückziehen. Auffällig sei, dass auch Menschen betroffen seien, die erst spät am Abend erfuhren, dass Menschen in dem Gedränge des Tunnels gestorben sind. Dies habe einige so geschockt, dass sie nicht zur Arbeit gehen konnten, so Wietharn.
Helfende Gespräche auf Wunsch auch zu Hause
Wietharn war laut eigenen Angaben, seit Sonntagmittag (25.07.2010) als Polizeibeamter des Opferschutzes in Essen im Einsatz. Er unterstützte die Arbeit der von der Polizei eingerichteten Notfallnummer, indem er Gespräche mit Betroffenen führte, die sich dort telefonisch gemeldet hatten. "Einige Menschen waren nicht in der Lage zu uns zu kommen. Sie haben wir dann zu Hause besucht", erläuterte Wietharn. Andere seien für die helfenden Gespräche auch abgeholt und wieder zurück gebracht worden.Wietharn ist überzeugt, dass ein schneller Weg zu einem Ansprechpartner, der Antworten auf dringende Fragen geben kann, für viele Betroffene eine große Hilfe sein kann. Wo es nötig sei, vermittele er Menschen aber auch weiter.
Nach seinem Einsatz am Sonntag und Montag in Essen hätten sich inzwischen auch Betroffene bei seiner Arbeitsstelle im Kreis Kleve gemeldet. Dies zeige wie groß der Bedarf der Menschen an Nachsorge nach diesem schrecklichen Ereignis sei, so Wietharn. Er rechne damit, dass sich auch in den nächsten Tagen und Wochen noch weitere Betroffene melden.
Kontaktmöglichkeit für Betroffene:
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