
Im Zug der Dienstzeit-Verkürzung dürfte die Zahl der Zivildienstleistenden sinken.
Caritas-Referent Hubert Bergmann prognostiziert:
2011 bis zu ein Drittel weniger Zivildienststellen besetzt
Bistum. Die Zahl der besetzten Zivildienststellen in Caritas-Einrichtungen im Bistum könnte 2011 um bis zu ein Drittel zurückgehen. Damit rechnet Zivildienstreferent Hubert Bergmann nach Angaben des Verbands vom Mittwoch (28.07.2010).
Derzeit bieten Caritas-Häuser im Bistum 3.839 Zivildienststellen an, davon ist etwa die Hälfte besetzt. Die bestehende Lücke hat zwei Gründe. Erstens findet sich nicht für jede Aufgabe ein Interessent. Zweitens ist in den vergangenen Jahren – anders als die der Stellen – die Zahl der einberufenen Zivildienstleistenden zurückgegangen: Wer mit Tauglichkeit 3 gemustert wird, muss inzwischen seinen Dienst nicht mehr antreten.
Folge der Zivildienst-Verkürzung
Im Frühjahr 2010 waren 1.800 Zivildienststellen in Caritas-Einrichtungen im Bistum besetzt. Bergmann folgend könnte die Zahl 2011 auf etwa 1.200 sinken. Grund sei die Kürzung des Zivildienstes von neun auf sechs Monate. Nun sei der Einsatz von Zivildienstleistenden auf vielen bisherigen Stellen nicht mehr sinnvoll. Ähnliches habe man nach der Dienst-Verkürzung auf neun Monate 2004 erlebt. Wohlfahrtsverbände verweisen zudem darauf, dass die tatsächliche Dienstzeit wegen der Einarbeitung, des Urlaubs und eventueller Fortbildungen noch kürzer ist.
Im Juli traten 276 Männer ihren Zivildienst in Caritas-Häusern im Bistum an. Sie sind die ersten, für die das Wehrrechtsänderungsgesetz gilt. Demnach können all jene entlassen werden, die Ende 2010 bereits sechs Monate Zivildienst leisten. Eine Möglichkeit zur freiwilligen Verlängerung besteht. Im August beginnen 458 Männer ihren Dienst in Caritas-Einrichtungen, etwa 300 folgen im September.
Stärkere Nachfrage nach FSJ-Plätzen
Die Zivildienst-Verkürzung führt laut Caritas zu einer steigenden Nachfrage nach Plätzen im Freiwilligen Sozialen Jahr. Deshalb habe die "Gesellschaft zur Förderung des freiwilligen sozialen Engagements in Bistum Münster" die Zahl ihrer FSJ-Plätze um 50 auf 350 erhöht. Die Gesellschaft wird getragen vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend und der Caritas. Die neuen FSJ-Plätze seien bereits alle belegt, hieß es.
Diözesan-Caritasdirektor Heinz-Josef Kessmann warnt vor der Annahme, das FSJ könne den Zivildienst ersetzen: "Das ist kein Ersatzdienst sondern eine Bildungsmaßnahme." Der Ansatz sei ein anderer, zudem seien die Kosten höher. Die Caritas hoffe, dass der Zivildienst als wichtiges Lernfeld für junge Männer im sozialen Bereich erhalten bleibe.
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28.07.2010
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