
Bischof Felix Genn segnete Kreuze aus Eschenholz und gab sie den "Missionaren auf Zeit" mit auf ihren Weg.
Begegnungstag der Missionare mit Bischof Felix Genn
Dankbar für gelebtes Glaubenszeugnis
Bistum. Die einen haben Jahrzehnte an Lebenserfahrung, die anderen gerade das Zeugnis der Reife. Und dennoch verbindet die gestandenen Missionare und Missionsschwestern mehr mit den jungen "Missionaren auf Zeit", als sie zu Beginn des Begegnungstags noch dachten. Auf Einladung des Referats Weltkirche im Bischöflichen Generalvikariat Münster verbrachten rund 60 Ordensleute auf Heimaturlaub oder im Ruhestand sowie 30 junge Frauen und Männer, die für ein soziales Jahr nach Afrika oder Lateinamerika reisen, den Donnerstag (01.07.2010) miteinander.
Im Mutterhaus der Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu in Münster-Hiltrup lag ein Schwerpunkt auf der Begegnung – unter den Generationen, aber auch mit Weihbischof em. Friedrich Ostermann sowie nachmittags mit Bischof Felix Genn. Ulrich Jost-Blome vom Referat Weltkirche hatte mit seinen Kollegen das Leitwort des Werkes "Missio" als Thema für den Austausch in Kleingruppen gewählt: "glauben – leben – geben".
Für die Mission leben
"Ich war sehr beeindruckt von dem, was die jungen Menschen dabei erzählt haben", erinnert sich Benediktiner-Bruder Raimund aus dem Kloster Münsterschwarzach an sehr persönliche Glaubensaussagen. Der 86-Jährige lebt immer noch ganz für die Mission, so hat er den staunenden jungen Erwachsenen berichtet. 26 Jahre hat er in London Hilfsgüterlieferungen für Projekte seines Ordens in aller Welt organisiert. Als Missionar muss man eben nicht unbedingt im tiefsten Urwald arbeiten.
Das werden auch Frauke Tepest und Lea Harhues nicht. Die jungen Frauen gehen gemeinsam nach Ghana, um bei einem Ordens-Bildungsprojekt mitzuarbeiten. Frauke aus Emmerich hatte sich ebenso wie die Telgterin Lea, die schon ein Schuljahr in den USA verbracht hat, beim Bischöflichen Generalvikariat beworben. Beide wollen Soziale Arbeit beziehungsweise Soziologie studieren nach ihrem Auslandsjahr. "Wir leben in einer globalen Welt, da ist mir der Austausch der Kulturen sehr wichtig", sagt Frauke, deren Schwester auch ein Jahr in Afrika war: "Da sind meine Eltern schon vorbereitet." Freundin Lea möchte ihre Kräfte, Talente und Grenzen ausloten: "Ich möchte in diesem Jahr auch etwas über mich selbst erfahren."
"Man kann froh werden bei diesem Dienst"
Dass es Grenzerfahrungen angesichts von Armut und Aids, von Umweltzerstörungen und eigener Ohnmacht geben wird, darauf sind die "Missionare auf Zeit" vorbereitet. Auch vor Selbstzweifeln werden sie gewarnt. Dennoch sind alle überwiegend zuversichtlich, erfuhr Bischof Felix Genn im Gespräch. "Ich bewundere ebenso den Mut und das Engagement dieser jungen Leute wie ich Ihnen, den Missionsschwestern und Missionaren, für das gelebte Zeugnis Ihres Glaubens dankbar bin", sagte der Bischof.
In seiner Predigt im abschließenden Gottesdienst, der gleichzeitig Aussendungsfeier der "Missionare auf Zeit" war, wünschte der Bischof ihnen die Erfahrung der älteren Missionare: "Man kann froh werden bei diesem Dienst!" Die Jugendlichen bekamen ein geweihtes Kreuz aus Eschenholz mit auf die Reise. Lea und Frauke werden es im September im Koffer haben. Bis dahin sind sie schon einmal Fans von Ghanas Fußballteam und halten die Daumen bei der Weltmeisterschaft.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Dossier: Bischof Felix Genn
Übersicht: Orden
Kirche von A bis Z: Orden
Kirche von A bis Z: Mission
Bistumshandbuch: Orden
Bistumshandbuch: Missionare auf Zeit
Text: Heike Hänscheid | Foto: Heike Hänscheid
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