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23.05.2012
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Der heilige Paulus, Patron des Bistums Münster.

Der heilige Paulus, Patron des Bistums Münster.

Heiliger Paulus

Vom Saulus zum Paulus

Kurzvita:

Saulus war der Sohn eines jüdischen Pharisäers in Tarsus in der heutigen Türkei. Er besaß das römische Bürgerrecht. Mit 18 oder 20 Jahren war er Schüler der Tempelakademie in Jerusalem, wo er sich zum Rabbiner ausbilden ließ. Gleichzeitig entwickelte er einen enormen Hass auf die junge christliche Kirche, in der er eine gesetzesbrecherische Sekte und eine tödliche Bedrohung des Judentums sah. Auf dem Weg nach Damaskus hatte er eine Vision, in der ihm Christus als der Gekreuzigte erschien. Erblindet stürzte er zu Boden und musste nach Damaskus geführt werden, wo er durch die Hände Ananias' wieder sehend wurde und die Taufe empfing. Von nun an war er als Apostel unterwegs, den Glauben vor allem bei den Heiden zu verkünden. Um das Jahr 61 kam er nach Rom, wo er von Kaiser Nero verfolgt und im Jahr 67 schließlich hingerichtet wurde.

Biografische Daten:

10 - Geburt des Saulus in Tarsus
30 - Besuch der Tempelakademie in Jerusalem
während dieser Zeit Teilnahme an der Steinigung des Stephanus
33/36 - Aufbruch zur Christenverfolgung nach Damaskus
auf dem Weg dorthin Christuserscheinung
Taufe in Damaskus durch Ananias
anschließend drei Jahre Leben als Eremit in Arabien
Rückkehr nach Damaskus und Flucht nach Jerusalem
44 - Missionsreise mit Barnabas nach Antiochia
46 - erste der drei großen Missionsreisen nach Kleinasien, Mazedonien und Griechenland
61 - Reise nach Rom
67 - Hinrichtung unter Kaiser Nero

Vita:

Saulus kam als Sohn eines angesehenen jüdischen Zeltmachers in Tarsus zur Welt. Sein Vater, ein Pharisäer, vererbte ihm das römische Bürgerrecht. Geprägt von der Frömmigkeit seines Vaters besuchte der junge Saulus die Tempelakademie in Jerusalem, um als Rabbiner in der Synagoge lehren zu dürfen. In dieser Zeit wohnte er wohl auch der Steinigung des Stephanus bei.

Nach dem Abschluss seines Thora-Studiums begab sich Saulus auf die Reise nach Damaskus. Dort wollte er die christliche Gemeinde vernichten, in der er eine der größten Gefahren für die jüdische Religion sah. Kurz vor der Ankunft in Damaskus erschien ihm jedoch der Gekreuzigte und rief ihn zur Umkehr auf. Saulus stürzte blind zu Boden und musste in die Stadt hineingeführt werden. Dort nahm sich Ananias, einer der Jünger Jesu, seiner an. Er lehrte ihn die Frohe Botschaft, machte ihn wieder sehend und nahm ihn durch die Taufe in die Gemeinschaft der Christen auf. Aus Saulus war Paulus geworden.

Dieser ging zunächst für drei Jahre in die arabische Wüste, um zu sich zu finden. Als er wieder nach Damaskus zurückkehrte und in der Synagoge vom auferstandenen Messias predigte, wurden die Juden aus Damaskus zornig und trachteten ihm nach dem Leben. Im Dunkel der Nacht flüchtete Paulus aus der Stadt, in der er selbst einst die Christen zu verfolgen suchte. Um seine Flucht so lange wie möglich unbemerkt zu lassen, ließen ihn seine Freunde in einem Korb an einem Seil die Stadtmauer hinunter.

Paulus begab sich nach Jerusalem, wo er den Kontakt zur christlichen Urgemeinde suchte. Barnabas führte ihn in die Schar der Jünger ein und stellte ihn Petrus vor. Später nahm er ihn auch auf verschiedene Missionsreisen mit, unter anderem nach Antiochien. Beim Apostelkonzil in Jerusalem trat er vehement dafür ein, dass auch Nicht-Juden getauft werden dürften.

Große Missionsreisen bestimmten in den Folgejahren das Leben des Paulus: In Kleinasien, Mazedonien und Griechenland verkündete er das Wort Gottes. Nicht immer wurde er dabei mit Freundlichkeit empfangen. Doch geduldig ertrug er auch Peitschenhiebe und Steinwürfe. Im Jahr 61 kam er nach Rom, wo er gemeinsam mit Petrus die Frohe Botschaft zu verkünden suchte. Kaiser Nero jedoch verfolgte alle Christen, ließ sie foltern und verurteilte Paulus ebenso wie Petrus zum Tode. Während Petrus kopfüber gekreuzigt wurde, erlitt Paulus als Bürger Roms den Tod durch das Beil.

Gebet zum Gedenktag der Heiligen Petrus und Paulus am 29. Juni:

Herr, unser Gott,
durch die Apostel Petrus und Paulus
hast du in der Kirche den Grund des Glaubens gelegt.
Auf ihre Fürsprache hin
erhalte und vollende diesen Glauben,
der uns zum ewigen Heil führt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.

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Text: Thomas Mollen | Foto: Michael Bönte
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