
Die Gebeine der heiligen Heriburg werden in der Stiftskirche St. Martinus in Nottuln verehrt.
Die erste Äbtissin Westfalens
Heilige Heriburg von Nottuln
Kurzvita:
Als eine der ersten war die heilige Heriburg von Nottuln an der Verbreitung des christlichen Glaubens in Westfalen beteiligt. Mit ihrem Bruder, dem heiligen Liudger, gründete Heriburg das erste Frauenkloster in Westfalen, in dem sie die Leitung übernahm. Über ihr Leben ist wenig bekannt, deshalb gilt sie auch in Nottuln als die "bekannteste Unbekannte".
Daten:
geboren im 8. Jahrhundert in Friesland
803 Gründung des Frauenklosters in Nottuln
Heriburg wird Äbtissin in Nottuln
gestorben nach 834 in Nottuln
1978 werden Gebeine gefunden, die seitdem in St. Martinus als Reliquien der heiligen Heriburg verehrt werden
Vita
In der Stiftskirche St. Martinus in Nottuln werden heute noch die Reliquien derjenigen Heiligen verehrt, über die doch so wenig bekannt ist. Was man weiß ist, dass sie zu den Ersten gehörte, die die Verkündigung des christlichen Glaubens in Westfalen vorantrieben. Ihr Bruder war der heilige Liudger, der 792 von Karl dem Großen den Auftrag erhielt, das heutige Münsterland zu missionieren. Liudger, der später der erste Bischof von Münster wurde, soll es nach der örtlichen Tradition auch gewesen sein, der die Kirche und das erste Frauenkloster in Nottuln gründete. Das älteste Zeugnis über das Kloster stammt aus den Jahren 860/862, in dem von einer "sanctimonialis des Nutlon" die Rede ist, die in Herford das Grab der heiligen Pusinna besuchte. Neben dem Turm sind heute nur noch die Umrisse der einstigen Klosteranlage zu erkennen, in der die heilige Heriburg als Äbtissin wirkte. Heriburg, die aus einem vornehmen friesischen Geschlecht stammte, wollte Frauen stärken, indem sie ihnen im Kloster Raum bot, sich zu entfalten.
Konkrete Geschichte aus ihrem Leben sind zwar nicht bekannt, aber dennoch wird an verschiedenen Stellen die Erinnerung an diese frühe Heilige Westfalens lebendig gehalten: Ein Fenster im Chorraum der Stiftskirche zeigt die Heilige im schwarzen Gewand der Ordensschwester und mit dem goldenen Stab der Äbtissin, auch eine Bronzetafel in der Kirche erinnert an die frühe Äbtissin. 1978 wurde bei Ausgrabungen im Mittelschiff der Kirche ein Eichensarg gefunden mit den sterblichen Überreste einer Frau aus der Karolingerzeit, diese werden heute als Reliquien der heiligen Heriburg verehrt. Nicht nur in Nottuln, sondern auch in Münster findet sich die Heilige wieder: Ein Portal der St.-Ludgeri-Kirche zeigt Heriburg links neben ihrem Bruder Liudger.
Gedenktag ist der 16. Oktober.
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