
Der ernannte Weihbischof Christoph Hegge mit seinen Eltern.
Eltern Hegge: "Er bringt sich ganz ein"
Statt Einkaufsbummel eine Bischofsernennung
Bistum. Eigentlich wollten Ida und Josef Hegge aus Rheine am Montag (31.05.2010) nur in Münster einkaufen gehen. Ihrem Sohn Christoph hatten sie dies mitgeteilt und gehofft, dass der stellvertretende Generalvikar für sie an diesem Tag etwas Zeit hätte. Er hatte.
Um 11 Uhr dann trafen sie ihren Sohn und der hatte eine Nachricht für sie, mit der sie nicht gerechnet hatten: Als Weihbischof wird Christoph Hegge künftig in der größten Bistumsregion Borken-Steinfurt Dienst tun. "Wir sind dankbar und glücklich, dass wir unseren Sohn auf seinem Weg bis hierher begleiten konnten", meinte Josef Hegge (88).
Gute Kontakte in die Region
"Das Anliegen unseres Sohnes war es immer, junge Menschen für den Glauben zu begeistern", erzählte Ida Hegge (79). Sie sei sich sicher, dass der neue Weihbischof ganz in seinem neuen Amt aufgehen werde; er habe nie davor zurück gescheut, Verantwortung zu tragen und bringe sich stets ganz ein.
Ein lachendes und weinendes Auge zeigte der Borkener Kreisdekanatsgeschäftsführer Matthias Schlettert. Er freue sich auf den neuen Weihbischof, betonte Schlettert. Noch am Sonntag habe Hegge in der Borkener Propsteikirche St. Remigius 213 Jugendliche gefirmt. Gute Kontakte habe der neue Regionalbischof in die Region und er zeige auch, dass er gut junge Menschen ansprechen könne, erläuterte Schlettert.
"Hoffentlich bleibt er länger als seine Vorgänger"
Traurig zeigte sich der Geschäftsführer, weil er mit Propst Wilfried Theising einen engagierten Seelsorger verliere. Dieser habe seine Aufgabe sehr verbindlich und "den Menschen zugewandt" ausgeübt. – Theising wird als Regionalbischof für die Region Niederrhein tätig werden.
Der Steinfurter Kreisdechant Heinrich Blankemeyer zeigte sich erfreut, dass die Region "endlich" wieder einen neuen Weihbischof hat. "Es hat sehr lange gedauert", meinte Blankemeyer. Er hofft, "dass der neue Regionalbischof länger bleibt als zuletzt seine beiden Vorgänger". Der Hintergrund: Sowohl Werner Thissen als auch Franz-Peter Tebartz-van Elst waren nur einige wenige Jahre in der Region tätig, bevor sie Erzbischof von Hamburg (Thissen) beziehungsweise Bischof von Limburg (Tebartz-van Elst) wurden.
Qualitäten als Theologe und Seelsorger
Jürgen Greiwe und Martin Burzlaff von der Diözesanpilgerstelle Emmausreisen fanden positive Worte für die neu ernannten Weihbischöfe. "Wir kennen sie alle drei seit vielen Jahren und haben gut mit ihnen zusammengearbeitet", betonte Burzlaff. Greiwe, der wie Hegge Rheinenser ist, meinte: "Für mich ist die Ernennung von Christoph Hegge keine Überraschung, denn seine Qualitäten als Theologe und Seelsorger sind mir seit Jahren bekannt."
Ihre Wertschätzung brachte auch Schwester Margret Trepmann, Generalassistentin der Clemensschwestern, zum Ausdruck."Er hat sich unheimlich engagiert bei den Vorbereitungen zur Seligsprechung von Schwester Euthymia im Jahr 2001." Dies verbinde den Orden noch in besonderer Weise mit dem ernannten Weihbischof. "Wenn etwas bei uns anstand, hatte er immer für unsere Fragen und Anliegen ein offenes Ohr."
Andrea Rösch, Referentin in der Abteilung Orden, Säkularinstitute und Geistliche Gemeinschaften im Bischöflichen Generalvikariat Münster, meinte: "Dr. Hegge ist es ein Herzensanliegen, Menschen mit Gott in Berührung zu bringen, dafür setzt er sich mit großer Leidenschaft ein. Der Glaube an die Liebe Gottes ist sein unerschütterliches Fundament."
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Text: Norbert Göckener | Foto: Michael Bönte
31.05.2010
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