
Wilfried Theising im Gespräch mit den Gratulanten.
Wilfried Theising aus Borken wird Regionalbischof
"Ich freue mich auf den Niederrhein"
Bistum. Spätestens nach seiner Bischofsweihe im August wird Wilfried Theising den Wohnort wechseln und das Bischofshaus in Xanten beziehen. "Ich freue mich sehr auf den Niederrhein. Der Wallfahrtsort Kevelaer ist ein wichtiger Ort für mein Leben geworden", sagte Theising nach seiner Ernennung zum Regionalbischof für die Region Niederrhein am Montag (31.05.2010) in Münster.
Theising, der seit sieben Jahren Propst der Borkener Gemeinde St. Remigius und Kreisdechant für das Kreisdekanat Borken ist, empfindet den Wechsel an den Niederrhein als eine gute Entscheidung: "Ich bin froh, dass so entschieden worden ist. Ein Neuanfang bringt viele Vorteile", sagte Theising. Viele Kirchenvertreter sahen ihn als einen Weihbischof-Kandidaten für die Region Borken-Steinfurt, doch in diese Region hat es den gebürtigen Wettringer nicht gedrängt: "Nun kann ich unbefangen meine neue Aufgabe wahrnehmen. Meiner Borkener Gemeinde wünsche ich, dass sie zuversichtlich nach vorn schaut und recht bald einen neuen Propst bekommt."
Als im Priesterseminar Borromaeum am Domplatz in Münster eine kleiner Empfang für die ernannten Weihbischöfe gegeben wird, wird viel von der Freude deutlich, die mit Wilfried Theising geteilt wird. Zu den ersten Gratulanten zählen seine Eltern Anni und Gustav Theising und seine Geschwister Franz-Josef Theising, Reinhild Flothmann, Mechthild Heckmann und Susanne Koers: "Wir freuen uns riesig und sind auch ein wenig stolz. Mein Bruder war in Borken stark engagiert. Er ist mit Leib und Seele Priester und Seelsorger", sagte Mechthild Heckmann. Mutter Anni Theising hofft, dass ihr Sohn noch Zeit finden kann, den elterlichen Bauernhof zu besuchen.
"Tüchtiger Priester"
Wettringens Bürgermeister Engelbert Rauen sagte: "Ich habe mit den Ernennung von Wilfried Theising gerechnet. Er ist ein tüchtiger Priester, der wirklich die Frohe Botschaft verkündet. Er ist beliebt. Ich traue ihm das neue Amt voll zu. Ganz Wettringen freut sich mit ihm."
Auch Heinrich Blankemeyer, Kreisdechant im Kreisdekanat Steinfurt, bewertet die Ernennung Theisings als Auszeichnung für die engagierte Gemeindeseelsorge, die Theising schon als Pfarrer in Metelen gezeigt hat: "Theising kann gut mit den Menschen umgehen. Die Seelsorge treibt ihn an. Er ist ein Pastor im wahrsten Sinn des Wortes."
Der langjährige Vorsitzende des Pfarrgemeinderats St. Remigius in Borken, Joachim Ladermann, sagte: "Ich freue mich für meinen Propst. Für Borken ist es eher traurig. Wir lassen ihn ungern gehen. Theising besitzt Talente in vielen Bereichen. Als Seelsorger ist er in Borken kaum zu ersetzen." Kreisdekanatsgeschäftsführer Matthias Schlettert meinte, dass der neue Weihbischof ein guter Zuhörer sei, der die Meinungen der Menschen achte: "Theising wird das Bischofsamt gut ausführen." Thomas Lemanski, Pfarrer der Gemeinde Ss. Mauritius-Maria Magdalena in Ibbenbüren, sagte, dass der Niederrhein einen guten Weihbischof bekomme. "Ich war in Metelen Kaplan bei Wilfried Theising. Von ihm habe ich viel gelernt. Beeindruckt haben mich seine geistliche Ausstrahlung und sein kollegiales Wirken."
"Glücksfall für den Niederrhein"
Zu den Gratulanten gehörten auch Sarah Brands und Christoph Schwerhoff aus Borken, die beide in Münster Theologie studieren. "Unser Propst ist ein umgänglicher und offener Mensch, der immer einen guten Draht zur Jugend hatte", sagte Sarah Brands. Priesteramtskandidat Schwerhoff kennt den neuen Weihbischof aus vielen Gesprächen, die er mit ihm am Kamin in der Propstei geführt hat: "Mit jungen Menschen aus der Gemeinde hat er jeden Sonntag die Laudes gebetet. Anschließend gab es ein gemeinsames Frühstück. Ich darf sagen, dass Wilfried Theising für mich zum Ziehvater geworden ist. Wenn ich es mit knappen Worten sagen darf: Seine Ernennung ist für den Niederrhein ein Glücksfall, für Borken eine Katastrophe."
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Text: Johannes Bernard | Foto: Michael Bönte
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