
Bischof Felix Genn beim Pontifikalamt in der Münchner Frauenkirche.
Ökumenischer Kirchentag: Genn feiert Pontifikalamt im Münchner Dom
Hoffnung im Ringen um Einheit der Christen
München. Die Christen "geben die Hoffnung nicht preis im Ringen um die Einheit". Das hat Bischof Felix Genn am Samstag (15.05.2010) in einem Pontifikalamt im Münchner Dom, der Frauenkirche, betont. Genn zelebrierte dort die Vorabendmesse zum Sonntag.
Der Bischof bezog sich in seiner Predigt auf das Leitwort des 2. Ökumenischen Kirchentags, "Damit ihr Hoffnung habt", und das Evangelium vom Tage. Es enthalte die einzige Stelle, an der Jesus dem Vater gegenüber nachdrücklich seinen Willen äußert: "Ich will, dass alle die, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin." "Was für eine Hoffnung", rief Genn und schlug den Bogen zum Leitwort des Kirchentags: "Damit ihr Hoffnung habt, sagt Jesus das."
Christen riefen ihre Hoffnung aus gegen die Stimmen, die nur an irdisches Glück glaubten. Kein Glück der Erde genüge im Vergleich zu dem, bei Gott zu sein, sagte Genn. Und die Christen riefen die Hoffnung aus in der Sehnsucht des Herrn, "dass alle eins seien". Dieser Wunsch Jesu schließe alle ein: "Es ist auch für uns schon gebetet", unterstrich Genn. Jeder sei mit seinem je eigenen Weg mit Gott verbunden.
Hinweis auf Erreichtes
Im "Ringen um die Einheit" verwies der Bischof auf bereits Erreichtes: auf die "tiefe Einheit im Wort", auf den "gemeinsamen Grund der Taufe", auf dem die Christen stünden, sowie auf die "Gemeinschaft der Blutzeugen". Einige Kämpfer gegen den Nationalsozialismus erwähnte er namentlich: den evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer, den katholischen Jesuiten Alfred Delp und die Studenten der "Weißen Rose", die an der Münchner Universität kritische Flugblätter verteilt hatten.
Zudem nannte Genn den 1980 im Bürgerkrieg in El Salvador ermordeten Erzbischof Oscar Romero. Sie alle seien verbunden gewesen "in der Taufe, im Wort und in der Sehnsucht". Als vierte Gemeinsamkeit verwies der münstersche Bischof auf den Dienst der Christen an den Armen. Er speise sich "aus der Quelle der Liebe, die nie versiegt".
Um so eins zu sein wie Jesus im Vater, brauche es die "immer neue Reinigung der Herzen", sagte Genn. Nur so könnten die Christen "offen sein für die göttliche Einheit".
Gruß an Gäste aus dem Bistum Münster
Vor Beginn des Pontifikalamts hatte der Münchner Dompfarrer Domkapitular Wolfgang Huber die zahlreichen Mitfeiernden aus dem Bistum Münster in der Frauenkirche begrüßt, die aus Anlass des Ökumenischen Kirchentags gekommen waren. Genn erweiterte den Gruß in der liturgischen Eröffnung der Messe auf die Gläubigen aus seinem Heimatbistum Trier und aus dem Bistum Essen, dessen Bischof Genn vor seinem Wechsel nach Münster gewesen war.
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Text: Jens Joest | Foto: Michael Bönte
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