
Professor Pater Thomas Dienberg zelebrierte den Gottesdienst zum Ordensjubiläum.
175 Jahre Lüdinghauser Franziskanerinnen
"Franziskanische Wurzeln lebendig halten"
Lüdinghausen. "Das Bild ist sehr groß", stellte Schwester Mathilde Haßenkamp, Provinzoberin der Lüdinghauser Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe, mit besorgtem Blick auf das überdimensionale Porträt von Catharina Damen neben dem Altar fest. "Dabei war sie eine schlichte Frau und hat kein Aufhebens von sich gemacht." Dennoch: Catharina Damen war an diesem Montag (10.05.2010) Mittelpunkt der Eucharistie, mit der die Franziskanerinnen die Gründung ihres Ordens und damit auch die Gründerin feierten.
"Unsere Gemeinschaft begeht heute weltweit ihr 175-jähriges Bestehen", führte Schwester Mathilde in den Gottesdienst ein, der im Antoniuskloster gefeiert wurde. "Fast alle Schwestern der Ordensprovinz sind da, auch Mitarbeiter aus dem Kloster und dem benachbarten Seniorenheim Antoniushaus. Wir wollen heute in Dankbarkeit auf die Ursprünge unserer Gemeinschaft zurückblicken. Wir wollen aber auch unsere franziskanischen Wurzeln lebendig halten."
Erste deutsche Niederlassung in Freckenhorst
Am 10. Mai 1835, so eine Schrift der Lüdinghauser Provinz, waren die Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe von Catharina Damen gegründet worden. An diesem Tag zog Mutter Magdalena – so ihr späterer Ordensname – mit ihren Gefährtinnen in das "Kreppel" genannte Haus am Rande des niederländischen Ortes Heythuysen, um klösterliches Leben zu beginnen. Catharina Damen stammte aus einer armen Landarbeiterfamilie und hatte lediglich Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen. Doch ihr gesunder Menschenverstand und ihre Sensibilität für die Entwicklung und Nöte ihrer Zeit halfen ihr, trotz vieler Rückschläge die Gemeinschaft zu gründen.
"Freckenhorst war 1852 die erste deutsche Niederlassung des Ordens", erinnerte Schwester Mathilde. Insgesamt 82 Schwestern gehören heute zur Ordensprovinz Lüdinghausen, 48 leben in Lüdinghausen selbst, wo 1895 das Kloster gegründet wurde, 34 in den Konventen Münster und Recklinghausen.
Provinzoberin Schwester Mathilde Haßenkamp führte in die Eucharistiefeier ein. |
Fünf Stichworte
"Sie wollen im Einklang mit allen Geschöpfen Zeit und kreative Hilfe schenken", zitierte Professor Pater Thomas Dienberg, Kapuziner und Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster, aus den Schriften des Generalkapitels 1999 der Gemeinschaft. Dienberg zelebrierte die Eucharistiefeier. "Uns verbindet die franziskanische Spiritualität", meinte er in Richtung der Schwestern und nannte fünf Stichworte: die Sehnsucht, in allem, Gott zu finden; die Freude, mit der man auf andere Menschen zugehen solle; die Einsamkeit, die Risiko und Wagnis bedeute, sich aber lohne; die Armut, die frei für die Begegnung mit anderen mache; und das Vertrauen auf Gott, der auf seine eigene Weise für alle sorge.
Dass sich die Kirche auch dem Neuen und Ungewohnten nicht verschließen möge, erhoffte Schwester Katharina in den Fürbitten. "Wir müssen einen Blick haben für die Armen, die der Staat und die die Gesellschaft aus den Augen verliert."
"Wir Lüdinghauser Schwestern sind viel als ehrenamtliche Seelsorgerinnen tätig", sagte Schwester Mathilde nach dem Gottesdienst. Die Ordensfrauen arbeiteten unter anderem als Psychologinnen, Kranken- und Altenpflegerinnen. Das Gleiche gelte für die zweite deutsche Ordensprovinz der Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe auf der Rheininsel Nonnenwerth. Hier leben 90 Schwestern. Weltweit gibt es 1.650 Schwestern.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Klosterfürbitte: Lüdinghauser Franziskanerinnen (02.01.2009)
Klosterfürbitte: Lüdinghauser Franziskanerinnen in Münster-Kinderhaus (01.12.2008)
Kirche von A bis Z: Orden
Übersicht: Orden
Mehr zum Thema im Internet:
Text: Andrea Kutzendörfer | Fotos: Andrea Kutzendörfer
10.05.2010
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