
Ein Bild fürs Familienalbum, aufgenommen zur Erstkommunion der neunjährigen Burgis. Neben ihr auf der Bank sitzen Bruder Hagen und Schwester Elise. Dahinter stehen Anne Bührmann mit Hubertus und Ludger Bührmann mit Merete.
Auf dem Weg zur Erstkommunion
Anne Bührmann hat sich spontan entschieden
Bühren. Damals hat sie nicht darüber nachgedacht: Als ihre älteste Tochter Elise zur Erstkommunion ging und später auch Burgis, war die Aufgabe als Gruppenmutter kein Thema für Anne Bührmann aus der kleinen oldenburgischen Gemeinde Bühren bei Emstek im Kreis Vechta. Eingebunden als Mutter und Hausfrau war die Zeit noch nicht reif. Jetzt aber, wo ihr Sohn Hagen zur Erstkommunion geht, ist sie als Gruppenmutter für fünf Kinder in der Vorbereitung zuständig. Was ist geschehen?
Irgendwann, so erinnert sich Anne Bührmann, habe sie mit ihrer Nachbarin Ilka Kläne zusammengestanden und über die Erstkommunion ihrer beiden Kinder gesprochen. Im Lauf des Gesprächs sei man spontan auf den Gedanken gekommen: Die Vorbereitung – die könnten wir doch auch selbst machen. Der nächste Schritt war schon die Anmeldung beim Pfarramt.
Im Lauf der Monate haben sich die beiden Mütter zusammengefunden in ihrer Aufgabe, sie haben eine Beziehung entwickelt zu den Kindern in ihrer Gruppe, zu vier Jungen und einem Mädchen. Obwohl die Aufgabe bestimmt nicht einfach ist. Wie bringt man Kindern Zeichen des Glaubens nah? Wie vermittelt man ihnen die Nähe Gottes, die sich in der Kommunion zeigt? Anne Bührmann ist Groß- und Außenhandelskauffrau und hat das pädagogische Vermitteln solcher Inhalte nicht gelernt. "Wir Gruppenmütter waren beide völlige Anfängerinnen."
Gut vorbereitet
Mit Vorbereitungsmappen und Kopien allein ist nicht immer gedient, sind die Erfahrungen der beiden Katechetinnen. Für sie war es eine große Erleichterung, dass Angelika Kühling, Pastoralreferentin von St. Johannes in Bühren, zusätzlich für eine sorgfältige Begleitung sorgte.
Bei eigenen Gesprächsabenden für die Gruppenmütter bespricht die Pastoralreferentin immer zwei Stunden der Vorbereitung im voraus; man könne sich deshalb gut auf die kommenden Themen einstellen, sagt Anne Bührmann. Hundertprozentig planen lassen sich Gespräche über Glaube und Kirche mit neunjährigen Kindern natürlich nicht, das weiß die Gruppenmutter. Dann kommen auf einmal Fragen nach Symbolen, die ihr selbst auch fremd seien. Dann helfen eben nur Offenheit und der Verweis auf die nächste Stunde – wenn Anne Bührmann sich bei der Pastoralreferentin Auskunft geholt hat.
Im Lauf der vergangenen Monate ist ihr aufgefallen, dass sie intensiver über ihre eigene Erstkommunion nachdenkt. Anne Bührmann ist in Lohne im Kreis Vechta aufgewachsen; die Vorbereitung auf das Sakrament lag in ihrer Gemeinde noch in den Händen des Pfarrers. Ein Unterricht, der ihr auch im Rücklbick gut gefallen habe.
Anne Bührmann hat für sich bei aller Freude an der Arbeit entschieden, als Gruppenmutter höchstens bei eigenen Kinder wieder tätig zu werden. Schließlich werde es in Bühren kein Problem sein, unter den Müttern aktueller Erstkommunionkinder Nachfolgerinnen zu finden. Und wenn sich die zukünftigen Katechetinnen bei einem spontanen Gespräch auf der Straße finden.
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