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22.05.2012
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Marlies Mulder und Andreas Holthaus

Marlies Mulder und Andreas Holthaus vom ökumenischen Projekt "Eine Welt Ochtrup" mit zwei Decken, die sie im Eine-Welt-Laden verkaufen.

Partner und Projekte (4)

Ökumenische Hilfe für die "Eine Welt"

Ochtrup. Andreas Holthaus öffnet einen dicken Aktenordner. Berichte über die Entwicklung von Projekten in Brasilien und Afrika sind darin sauber dokumentiert. Und Dankschreiben für die Unterstützung von Projekten in Entwicklungsländern, die die ökumenische Projektgruppe "Eine Welt Ochtrup e.V." regelmäßig unterstützt.

Andreas Holthaus ist der Vorsitzende dieser Gruppe, die ein Kaplan der Kirchengemeinde St. Lamberti und ein evangelischer Pfarrer vor über 30 Jahren ins Leben riefen. Der Grundgedanke war, die sozialen Probleme dieser Welt im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu mildern. Parallel gründeten sieben engagierte Frauen aus Ochtrup die Gruppe "Frauen helfen Frauen in der Einen Welt". Vor einigen Jahren haben die beiden Initiativen nun fusioniert. "Wir sind der Meinung, dass man als größere Gruppe mehr bewirken kann und haben uns der Eine-Welt-Gruppe angeschlossen", erzählt Marlies Mulder. Gemeinsam unterstützen sie gezielt verschiedene langfristige Projekte in Brasilien, Ghana und Uganda.

Um auf sich aufmerksam zu machen, organisiert die Eine-Welt-Gruppe verschiedene Aktionen und präsentiert sich auf dem Ochtruper Weihnachtsmarkt. "Da hat man Gelegenheit, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Die Kaufbereitschaft ist zwar gering. Aber wir freuen uns über jeden, der uns wahrnimmt", sagt Andreas Holthaus. Der größte Teil der Spenden erfolgt durch die Mitglieder. Eine weitere Einnahmequelle ist der Eine-Welt-Laden im evangelischen Gemeindehaus Ochtrup, wo die Gruppe fair gehandelte Lebensmittel, aber auch extravagante Handarbeiten, Modeschmuck und Textilien zu ausgesprochen fairen Preisen im Angebot hat. Marlies Mulder zeigt einige Kleidungsstücke und dekorative Decken. Einige Frauen aus dem ghanaischen Dorf Gdedema haben sie angefertigt, in einer Nähwerkstatt, die mit finanzieller Hilfe der Ochtruper Gruppe entstanden ist. "Für uns ist das ein Zeichen, dass unsere Arbeit Früchte trägt", sagt Marlies Mulder. Der Kontakt zu diesem afrikanischen Dorf ist durch Margret Arnheim entstanden. Gdedema ist das Heimatdorf der Krankenschwester, die heute in Münster lebt und seit Jahren mit den Mitgliedern der EIne-Welt-Gruppe befreundet ist.

Als weiteres Projekt unterstützt die Ochtruper Eine-Welt-Gruppe die Brasilien-Initiative "Avides", die der Paderborner Theologieprofessor Johannes Niggemeier mitbegründet hat. Avides kümmert sich um die Menschen in den Elendsvierteln der brasilianischen Zweimillionenstadt Nova Icuago, wo sie die Problematik direkt vor Ort aufgreift.

Andreas Holthaus erzählt von einer Gesundheitsstation, die inzwischen über 14.000 Patienten betreut, und berichtet von den vielen Straßenkindern, denen Avides Starthilfe für eine bessere Zukunft gibt. "Ein Schwerpunkt ist die Sozial- und Bildungsarbeit  mit Straßenkindern. Durch schulische Bildungsprogramme soll der An-alphabetismus bekämpft werden. Außerdem errichtet die Organisation Landwirtschaftsbetriebe oder Schreinerwerkstätten, wo die jungen Menschen ausgebildet werden, um ihr Leben selbst zu bestreiten", berichtet Holthaus. Über den Stand der Dinge informiert ihn Professor Niggemeier.

Insgesamt unterstützt die Ochtruper Eine-Welt-Gruppe vier Projekte. Darunter auch ein Waisenhaus mit Kindergarten und integrierter Krankenstation in der ugandischen Hauptstadt  Kampala. Zwei Heilpädagoginnen aus Ostbevern haben die Einrichtung vor neun Jahren in Privatinitiative gegründet. Durch eine Kollegin hatte Marlies Mulder davon erfahren und die mögliche Unterstützung mit ihrer Gruppe diskutiert. "Wir waren uns einig, dass man hier gezielte Hilfe leisten sollte. Es hat sich gelohnt, denn inzwischen steht das Projekt auf guten Füßen", berichtet sie.

Auch die Straßenkinder in Recife, einer Stadt im Nordosten Brasiliens, profitieren von der Hilfe aus Ochtrup. Der Freckenhorster Kreis hat dieses Großprojekt aufgebaut und ist auf finanzielle Zuwendungen angewiesen. Der Brasilianer Demetrios sorgt sich ständig um die Straßenkinder und hat schon vielen ein Zuhause gegeben. "Er richtet Mädchenhäuser als Zuflucht ein und bildet Jungen zu Landwirtschaftshelfern aus", nennt Holthaus einige Beispiele der  Entwicklungshilfe.

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Text: Irmgard Tappe | Foto: Irmgard Tappe in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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