
Diözesankomitee-Vorsitzende Margret Pernhorst.
Ehrenamtstag des Bistums Münster:
Pernhorst: "Gelebter Glaube macht diese Welt besser"
Bistum. "Wir Christen haben allen Grund, mutig und optimistisch in die Zukunft zu schauen – trotz aller Widrigkeiten in der Gegenwart, vor denen wir die Augen nicht verschließen." Mit diesen Worten begrüßte die Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken, Margret Pernhorst, die Ehrenamtlichen aus den Pfarreien der Diözese Münster, die am Samstag (13.03.2010) zu einem Tag der Begegnung mit Bischof Felix Genn in die Halle Münsterland in Münster kamen.
Die Botschaft von einem menschenfreundlichen Gott könne heute und in Zukunft Menschen helfen, "besser, glücklicher und zielgerichteter durchs Leben zu gehen". Viele Menschen engagierten sich in den Gemeinden und kirchlichen Verbänden. "Durch unseren gelebten Glauben machen wir diese Welt besser. Darum engagieren wir uns in dieser Kirche, und wir tun es gern", sagte Pernhorst, die selbst seit mehreren Jahrzehnten in der katholischen Verbandsarbeit und in kirchlichen Gremien aktiv ist.
Viele Ehrenamtliche informierten sich an den verschiedenen Infoständen. |
Neuordnung der Strukturen für viele schmerzlich
Die Christen hätten die Aufgabe, Zukunft zu gestalten und christliche Wertvorstellungen mit Fachkompetenz einzubringen. Das täten auch die neu gewählten Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände, die hoch motiviert seien, das Leben in den Pfarreien tatkräftig zu unterstützen. Pernhorst verhehlte dabei nicht, dass die Neuordnung der Seelsorge-Strukturen für viele Menschen "schmerzlich und für nicht wenige beängstigend" sei.
"Wir wissen auch, dass aufgrund von Gemeinde-Fusionen eine Reihe von Ehrenamtlichen in unseren Gemeinden aufgegeben haben und sich nicht mehr einbringen wollen. Das ist sehr schade." Dennoch gelte es, "den Anker in die Zukunft zu werfen". Die ehrenamtliche Mitarbeit werde immer wichtiger: "Unsere Kirche kann auf unsere Engagement und Fachkompetenz nicht verzichten."
Missbrauchsskandal in der Kirche
Ausführlich nahm Pernhorst Stellung zum Skandal des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Priester und andere kirchliche Mitarbeiter. "Diese Verbrechen schaden auf ungeheure Weise den Seelen der Kinder und Jugendlichen. Diese Verbrechen schaden aber eben auch dem Ansehen der Kirche. Und Kirche – das sind wir alle."
Die Diözesankomitee-Vorsitzende dankte Bischof Felix Genn, dass er zügig die Aufklärung von Missbrauchsfällen verlangt habe und sich bei den Opfern für begangene Taten entschuldigt habe. "Der derzeit offenkundige Generalverdacht gegen die Priester ist nach meiner Meinung unangemessen. Die übergroße Zahl der Geistlichen ist integer und geht korrekt mit Kindern und Jugendlichen um. Jetzt alle Priester quasi an den Pranger zu stellen, missachtet ihr Engagement für die Menschen", sagte Pernhorst.
Hauptamtliche und Ehrenamtliche bilden "ein Team"
Den "Tag der Ehrenamtlichen" bezeichnete sie als wichtige Zusammenkunft, um mit dem Bischof Fragen des Laien-Engagements zu klären und Impulse für die weitere Arbeit mitzunehmen. Hauptamtliche und Ehrenamtliche bildeten "ein Team". Dies gelte "in guten und in schlechten Zeiten". Auch wenn heute Strukturdebatten die Arbeit in den Gemeinden in Anspruch nähmen, dürfe das Eigentliche nicht aus dem Blick geraten: "Vor allem geht es um die Kirche Christi, die Bestandteil unseres Glaubensbekenntnisses ist." Die Laien seien von "Gott gerufen", für eine bessere Welt einzustehen: in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, aber auch ganz unmittelbar in Ehe und Familie.
Pernhorst machte den Ehrenamtlichen Mut, auch innerkirchlich Position zu beziehen. Die Laien hätten das Recht und die Pflicht, ihre Meinung in dem, was das Wohl der Kirche angeht, den Priestern und Bischöfen mitzuteilen. Diese Aufgabe beschreibe auch das Kirchenrecht.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Dokumentiert: Vortrag von Margret Pernhorst beim Ehrenamtstag
"Tag der Ehrenamtlichen": Bischof Felix Genn würdigt Engagement
Dokumentiert: Vortrag von Bischof Felix Genn beim Ehrenamtstag
Mehr zum Thema im Internet:
Text: Johannes Bernard | Foto: Michael Bönte
13.03.2010
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