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30.07.2010
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Pfarrer Hans Döink

Pfarrer Hans Döink.

Interview mit dem Rheinischen Merkur

Döink: "Weiter konsequent gegen Missbrauch vorgehen"

Bistum. Ein weiterhin entschlossenes Handeln gegen Fälle von sexuellem Missbrauch hat Pfarrer Hans Döink gefordert. "Die Bischöfe und wir alle müssen jetzt zupacken und demonstrieren, dass wir konsequent gegen den Missbrauch vorgehen", sagte der Missbrauchsbeauftragte des Bistums Münster im Interview mit der Wochenzeitung "Rheinischer Merkur" (11.03.2010).

Döink übte in dem Interview auch Kritik: "Ich habe den Eindruck durch Reaktionen auf konkrete Fälle, dass es immer noch ein verharmlosendes Verhalten gibt, das den Skandal nicht ernst genug nimmt."

Missbrauchskommissionen für mehrere Bistümer

Der Geistliche schlug "qualifizierte Missbrauchskommissionen" für mehrere Bistümer und Orden vor. Bisher gebe es noch keine Anzeichen, dass so etwas, etwa auf nordrhein-westfälischer Ebene, organisiert würde. "Das wird Geld kosten, aber daran darf es nicht scheitern." Jeder Fall sei behutsam und gründlich zu behandeln und erfordere viel Kompetenz und oft auch Zeit.

Das Bistum Münster legt nach den Worten Döinks Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit Polizei und Staatsanwaltschaft. Diese könnten aber nicht in jedem Fall helfen. "Manche Fälle sind verjährt oder die Täter sind bereits verstorben. In solchen Fällen wird der Staat nicht tätig, wir aber wohl", stellte der Missbrauchsbeauftragte heraus.

Opferschutz vor Täterschutz

Döink wies in dem Interview auf die Situation der Missbrauchsopfer hin. Diese beschäftigten sich dauernd damit. "Das sind traumatische Erinnerungen, die die Opfer quälen." Etliche wollten nur darüber sprechen und dafür sorgen, dass die Vorfälle aktenkundig seien und ähnliche Missbrauchshandlungen künftig vermieden werden können. "Auch wer behauptet, er sei damit fertig, hat oft nicht wirklich damit abgeschlossen."

Der Pfarrer betonte, dass man grundsätzlich den möglichen Opfern glaube, "was nicht heißt, dass wir blind vorgehen". Erforderlich sei ein Vertrauensvorschuss, und schnell stelle sich heraus, ob die Vorwürfe der Wahrheit entsprächen. Opferschutz gehe vor Täterschutz. "Früher hat die Kirche die Täter geschützt und an eine andere Stelle versetzt. Eine solche Vertuschung darf es nicht mehr geben."

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Text: Norbert Göckener | Foto: Norbert Göckener
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