
Die Schauspieler Ivanka Brekalo und Johannes Hauer trugen im Paulus-Dom Gedichte, Reflexionen und Gebete vor.
Zweiter Geistlicher Abend zur Fastenzeit im St.-Paulus-Dom
"Die Erde und ihre unaufhörlichen Wunder lieben"
Münster. "Hast du die Erde weinen gehört? Hast du die toten Fische vergessen? War Dir der alte Baum im Weg? Hast du die Erde weinen gehört?" Mit klarer Stimme und deutlicher Betonung verliest Johannes Hauer die Fragen aus einem Gedicht. Nur selten blickt der Schauspieler dabei vom Blatt auf und schaut in die Gesichter der mehreren hundert Menschen, die sich an diesem Mittwochabend (03.03.2010) im St.-Paulus-Dom zu Münster eingefunden haben.
"Die Erde und ihre unaufhörlichen Wunder lieben" – so lautet das Motto des zweiten Geistlichen Themenabends in der Fastenzeit, an dem die Schauspieler Ivanka Brekalo (28) und Johannes Hauer (25) Gedichte, Reflexionen und Gebete vortragen. Beide sind oder waren Darsteller in der ARD-Telenovela "Sturm der Liebe".
"Nicht aufhören, Hoffnung als ein Fest zu feiern"
"Hoffnung und Schöpfungsglaube gehören untrennbar zusammen, wie die zwei Seiten einer Münze", so heißt es im Synodenpapier der Bistümer Deutschlands, das Ivanka Brekalo vorträgt. Zu christlichen Hoffnung gehöre auch die Fähigkeit zu feiern und zu loben. "Wir Christen dürfen nicht aufhören, unsere Hoffnung als ein Fest zu feiern", sagt Brekalo. Das Leiden in dieser Welt zu lernen, aber auch die Freude zu lernen - das seien Sendungen unserer Hoffnung in dieser Zeit und für sie."
Zwischen den Gedichten, Reflexionen, Gebeten und dem Bußakt spielt Domorganist Thomas Schmitz an der Orgel. Ivanka Brekalo verliest einen Auszug aus der Botschaft Papst Benedikt XVI. zum Weltfriedenstag 2009 mit dem Titel: "Willst du den Frieden fördern, so bewahre die Schöpfung".
Menschheit braucht "tiefe kulturelle Erneuerung"
"Wie könnte man gleichgültig bleiben bei Phänomenen wie Klimawandel, der Zunahme außergewöhnlicher Naturereignisse oder der Abholzung der Regenwälder?", fragt sie die Menschen im nur spärlich beleuchteten Dom. Diese "Umweltkrise" sei ein deutliches Zeichen dafür, dass die Menschheit eine "tiefe kulturelle Erneuerung" brauche, "auf der eine bessere Zukunft für alle Menschen aufgebaut werden" könne. Die Krise könne nur bewältigt werden, durch "Maß halten und eine von Solidarität gekennzeichnete Lebensweise", heißt es in der päpstlichen Botschaft, die síe vorträgt.
Die beiden Schauspieler tragen nacheinander die Psalme 148 und 104 vor. Mit kräftiger Stimme spricht Johannes Hauer: "Niemals wird die Erde untergehen, die einst vom Wasser überflutet war." Nie wieder solle Wasser die Erde zudecken wie bei der Sintflut.
"Gib uns die Kraft der Umkehr"
Der vierte Teil des Abends ist ein Bußakt. Er ist gestaltet als Meditation mit dem Sonnengesang des Heiligen Franz von Assisi. "Die Ozonschicht zerstört, die Sonne wird zur Gefahr, der Ausstoß von Treibhausgasen führt zu immer mehr Naturkatastrophen", schildert Johannes Hauer einige Folgen des menschlichen Verhaltens. "Die Ergebnisse der Klimakonferenz sind mager, weil wir zu wenig bereit sind, zu verzichten und zu teilen", sagt er. Mit ihm bitten die Menschen im Dom um Vergebung: "Herr erbarme dich unser!".
Mit den Worten: "Gerechter und barmherziger Gott, Gib uns die Kraft der Umkehr und lehre du uns die Liebe zu Deiner Schöpfung zu bewahren, das sie ein Lebenshaus sei für alle Menschen", entlässt Domkapitular Martin Hülskamp die Menschen mit dem Segen. Vom Domplatz strömen sie nach Hause oder zu ihren Wagen und Fahrrädern.
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Erster Geistlicher Abend zur Fastenzeit im St.-Paulus-Dom (25.02.2010)
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Text: Georg Thomas | Foto: Georg Thomas
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