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10.12.2016
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Domkammer.

Reliquienstatuette der heiligen Margaretha, um 1500, St. Margareta, Asbeck.

Ausstellung in Domkammer und Landesmuseum

Neue Betrachtung von Goldschmiedekunst aus Mittelalter

Münster. Erstmals sollen Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen mittelalterliche liturgische Geräte und weltlichen Schmuck aus Westfalen gemeinsam untersuchen. Bisher sind Goldschmiedearbeiten aus dieser Zeit meistens nicht in ihren historischen Kontext betrachtet worden, so dass ein umfassendes Verständnis ihrer vielfältigen politischen, sozialen und symbolischen Bedeutungsebenen verhindert wurde.

Für das Projekt kooperieren das Landesmuseum für Kunst und Kunstgeschichte des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), das Bistum Münster und das so genannte Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Westfälischen Wilhelms-Universität. Dies teilte der Landschaftsverband am Mittwoch (24.02.2010) mit.

Gegenstände entscheidend für Identitätsbildung von Städten

Die Stiftung, Inszenierung und Symbolik von Reliquiaren und liturgischen Gerätschaften spielte im Mittelalter eine entscheidende Rolle bei der Identitätsbildung von Städten und geistlichen Territorien. Dieser wesentliche Aspekt der religiösen und politischen Geschichte Westfalens ist bislang kaum erschlossen.

Die Zusammenarbeit der drei Institutionen bietet die Chance, bei der Erforschung der mittelalterlichen Gegenstände durch innovative methodische Ansätze zu neuen Ergebnissen zu kommen. Deswegen arbeiten erstmals Historiker, Kunsthistoriker, Museumsfachleute, Theologen, Liturgiewissenschaftler und Restauratoren zusammen.

Ausstellung in Münster im Jahr 2012

Außerdem widmet sich eine Ausstellung den vielfältigen (kunst-)historischen, sozialen, funktionalen und technischen Facetten dieser bislang wenig bekannten, mittelalterlichen Goldschmiedearbeiten. Unter dem Titel "Goldene Pracht" zeigen die Domkammer und das Landesmuseum vom 26. Februar bis 28. Mai 2012 in Münster die Ausstellungsstücke zu denen beispielsweise Reliquienschreine, Kelche, Monstranzen, Kruzifixe, weltlicher Schmuck und Ratssilber zählen.
 
Die liturgischen Geräte und der weltliche Schmuck entstanden in den erblühenden Bischofs- und Hansestädten Westfalens seit dem 13. Jahrhundert. Wie der Landschaftsverband mitteilt, verfügt Westfalen über einen besonders reichen Schatz an Kunstgegenständen. Einzigartig sei die große Anzahl figürlicher Arbeiten, insbesondere vergoldeter Silberstatuetten, die meist wertvolle Reliquien aufnahmen.

Beitrag zur kulturellen Identität in Westfalen

Die Ausrichtung einer Ausstellung im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und der Domkammer in Münster zu diesem Thema soll einen Beitrag zum besseren historischen Bewusstsein und zur kulturellen Identität in Westfalen leisten. Das Projekt möchte den fast ausgelöschten Spuren einer herausragenden Kunstgattung in ihren vielfältigen Facetten nachgehen und ein bedeutendes Kapitel westfälischer (Kunst-) Geschichte für ein breites Publikum lebendig machen.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedVerstärkte Werbemaßnahmen der münsterschen Domkammer (13.05.2009)

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.domkammer-muenster.de

Text: gt, pd | Foto: pd
26.02.2010

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