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11.02.2012
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Bischof Felix Genn.

Bischof Felix Genn.

Wort zur Fastenzeit von Bischof Genn thematisiert das Priesteramt

Eine Stärkung zum Christsein

Bistum. Die geistliche Dimension des priesterlichen Dienstes in Zeiten des Strukturwandels hat Bischof Felix Genn in seinem Wort zur diesjährigen Fastenzeit hervorgehoben. Die Gemeindemitglieder darin zu stärken, Christ sein zu können – das sei die wesentliche Aufgabe des Priesters, erklärt Genn in seinem Bischofswort, das am zweiten Fastensonntag (28.02.2010) in allen Gottesdiensten verlesen wird.

In einem Video für das Online-Magazin kirchensite.de spricht Genn das Wort zur Fastenzeit, so dass Interessierte auch die Möglichkeit haben, den münsterschen Bischof in Bild und Ton zu erleben.

Ergänzende Stellungnahme

Ergänzend zum Fastenwort hat der Bischof am Samstag (27.02.2010) zum aktuellen Missbrauchs-Skandal in der katholischen Kirche Stellung genommen:

"Das derzeitige Bekanntwerden von sexuellem Kindesmissbrauch durch Priester und Ordensleute auch in unserem Bistum erschüttert mich. Das unsägliche Leid, das von kirchlichen Verantwortlichen wehrlosen Kindern zugefügt worden ist, beschämt mich zutiefst. Ich entschuldige mich bei allen Opfern dieser verabscheuungswürdigen Taten, ermutige sie, uns Übergriffe mitzuteilen und versichere sie unserer Hilfe.

Eine schonungslose Aufklärung von Straftaten liegt mir wegen des Leidens der Opfer am Herzen. Wir sind sie auch der weit überwiegenden Zahl von Priestern und Ordensleuten schuldig, die untadelig und beharrlich ihren Dienst in der Kirche leisten. Diesen priesterlichen Dienst habe ich aus Anlass des Priesterjahres in meinem Wort zur Fastenzeit thematisiert. Da ich diesen Text vor Bekanntwerden der Missbrauchs-Vorwürfe abgefasst habe, konnte er naturgemäß diesen bedrückenden Aspekt nicht einbeziehen.

Um jedem Missverständnis vorzubeugen, möchte ich deshalb mit den deutschen Bischöfen betonen: Die Opfer von sexuellem Missbrauch verdienen zuerst und vor allem unser Mitgefühl und unsere Hilfe. Die Verursacher müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Aber ebenso sollte es unser gemeinsames Anliegen sein, die große Zahl der vorbildlichen Priester vor einem Generalverdacht zu schützen und sie im Priesterjahr unsere besondere Wertschätzung spüren zu lassen."

Schwierigkeiten bei Strukturveränderungen

In seinem Fastenwort geht Genn ausdrücklich auf die Veränderungen in den Gemeinden ein: "Ich will die Schwierigkeiten nicht verschweigen, die die neuen Strukturen mit sich bringen", erläutert der Bischof. Er selbst befinde sich "in einer Suchbewegung", wie diese Strukturen im Einzelnen inhaltlich gestaltet werden sollten. Nur im Miteinander und in der Kooperation von Hauptberuflichen und ehrenamtlich Tätigen "können wir heute Kirche bilden", betont Genn. Der Priester sei kein Einzelkämpfer, gerade weil er mit allen Christ sei. "Aber er will auch für alle da sein und dazu beitragen, dass der Glaube an Jesus wächst."

Der Bischof ermuntert die Gläubigen: "Wenn wir uns auf diesen Weg machen, kann sich bei allen Umbrüchen unser Blick wandeln auf das, was bereits an Neuem wächst." So werde der Blick nicht zuerst auf die Schwierigkeiten gelenkt, "sondern auf das Kostbare, das uns in Christus geschenkt ist".

Für die Priester beten

Genn lädt die Pfarrgemeinderäte ein, darüber zu sprechen, was der priesterliche Dienst dem Einzelnen bedeute. Er bittet um das Gebet für die Geistlichen, "damit sie ihrer Berufung in ihrem inneren Kern nachkommen können" und ihrer Berufung treu blieben. Der Bischof regt monatliche Gebetsstunden in diesem Anliegen und um Priesterberufungen an.

Erforderlich sei eine Atmosphäre, in der Berufungen wachsen könnten: "Berufungen dazu, bewusster Christ zu sein, aber auch Berufungen dazu, sein Leben ganz Jesus und seinem Evangelium zu schenken, wie es gerade im priesterlichen Dienst ausdrücklich und zeichenhaft dargestellt wird." Im Amt des Priesters und des Bischofs werde deutlich: "Was alle Christgläubigen durch Jesus empfangen haben, ist reine Gabe. Wir können es uns nicht selber geben, wir können es nur immer wieder neu von Ihm her empfangen."

Wofür Priester?

Der Bischof erinnert die Gläubigen daran, dass sie selbst "zum königlichen Priestertum" (1 Petr 2,9) gehören. "Christ zu sein bedeutet, Gemeinschaft mit diesem Jesus von Nazareth zu haben, Gemeinschaft mit Gott zu haben, der als Vater seinen Sohn der Welt schenkt und uns in seinem Geist zu Brüdern und Schwestern Jesu macht. Das ist unsere Würde als Christen."

Dafür brauche es Inspiration und immer wieder neue Impulse. "Wenn dieses Christsein verdorrt, können wir für die Menschen, die Jesus nicht kennen, kein Zeichen sein, das auf Ihn hinweist." Dieses Leben brauche als ausdrückliche Zeichen die Sakramente, die Verkündigung des Wortes und die Verbundenheit in der kirchlichen Gemeinschaft. Dafür seien Bischof und Priester da.

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Text: Norbert Göckener, pd | Foto: Michael Bönte
26. / 27.02.2010

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