
An dem Gottesdienst in der Martinikirche in Münster nahmen 150 Jugendliche und Erwachsene teil.
Eröffnung der Jugendaktion von Misereor und dem BDKJ
Sayer: Jugendliche sollten Politikern kritische Fragen stellen
Bistum. "Eine Debatte wie beim Klimagipfel in Kopenhagen können wir uns nicht mehr leisten." Das sagte Misereor-Geschäftsführer Josef Sayer zur Eröffnung der Jugendaktion von Misereor und des Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) am Sonntag (21.02.2010) in der Jugendkirche Effata in Münster. Sayer feierte dort den Gottesdienst mit Bischof Paul Bùi Van Doc aus Vietnam, BDKJ-Bundespräses Pfarrer Simon Rapp, dem münsterschen Diözesanjugendseelsorger Thorsten Schmölzing, sowie rund 150 Jugendlichen und Erwachsenen.
Ziel der Fastenaktion der Jugend sei es, darauf aufmerksam zu machen, wie das menschliche Verhalten das Klima und somit auch das Leben von Mitmenschen verändere, erklärte BDKJ-Bundespräses Pfarrer Simon Rapp. Die Aktion steht in diesem Jahr unter dem Motto "7x mehr Leben". Sie lade dazu ein, die sieben Wochen bis Ostern sinnvoll und zugleich abwechslungsreich zu gestalten, sagte Rapp.
Kopenhagen darf sich nicht wiederholen
Während einer Ansprache rief Misereor-Hauptgeschäftsführer Sayer die Jugendlichen dazu auf, den verantwortlichen Politikern kritische Fragen zu stellen. Was in Kopenhagen geschehen sei, dürfe bei der Klimakonferenz in Mexiko Ende dieses Jahres keine Fortsetzung finden. Wenn jeder Mensch andere anspreche und für den Einsatz gegen den Klimawandel gewinne, könne es zu einer "Welle der Solidarität" kommen, sagte Sayer. Er sei zuversichtlich, dass die Menschen eine positive Wende im Kampf gegen den Klimawandel herbeiführen könnten.
Der vietnamesische Bischof Paul Bùi Van Doc erinnerte in seiner Predigt daran, dass Gott den Menschen die Erde als ihr Zuhause geschenkt habe: "Es ist die Aufgabe aller, die Erde rein, schön und für alle Menschen bewohnbar zu halten."
Der vietnamesische Bischof Paul Bùi Van Doc erinnerte in seiner Predigt daran, dass Gott den Menschen die Erde als ihr Zuhause geschenkt habe. |
Der Versuchung der Macht erliegen viele
Jesus sei in die Welt gekommen, um die Menschheit und die göttliche Schöpfung zu retten, aber er sei vom Teufel versucht worden. Auch heute gebe es viele Versuchungen. Wenn es etwa um Macht gehe, dann spielten Menschenrechte, Liebe und Wahrheit häufig keine Rolle mehr, sagte Bùi Van Doc. Diese Versuchung sei sowohl bei Einzelpersonen, Staaten, auf der internationalen Ebene oder auch in der Kirche groß.
Eine andere große Versuchung unserer Zeit sei es, sich "bequem zu machen und den Konsum zu leben", sagte der vietnamesische Bischof. So wie Jesus könnten auch die Menschen den Versuchungen nur mit Hilfe des Heiligen Geistes widerstehen. Darum sei es die Aufgabe des Menschen, mit Gott und Jesus in Kontakt zu treten, damit auch sie den Heiligen Geist empfangen könnten.
Eigenes Lied für den Gottesdienst
Der Gottesdienst wurde musikalisch in besonderer Weise durch die Effata-Band begleitet. Die sechsköpfige Musikgruppe unter der Leitung von Anselm Thissen hatte eigens für diesen Gottesdienst das Lied "Sieh hin" geschrieben, das die Thematik der Jugendaktion inhaltlich aufgreift. Mit Textzeilen wie: "Leb so, dass ein jeder leben kann. Brich auf und bekämpfe die Not!" animierten die Musiker die Gottesdienstteilnehmer zum Mitklatschen.
Die Vorbereitungsgruppe der Jugendkirche hatte die Schöpfungsgeschichte aus dem Buch Genesis in Bezug zum heutigen Umgang des Menschen mit der Schöpfung gesetzt. Während des gut anderthalbstündigen Gottesdienstes hatten die Gläubigen mehrfach die Möglichkeit sich zum Beispiel bei den Fürbitten einzubringen.
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