Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Aktuelles  >  Bistum aktuell
22.05.2012
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Fachtagung zur Eröffnung der Misereor-Aktion

Vordere Reihe: Abbé Antoine Bérilengar, Luiz Soares Vieira, Siddarth d’Souza. Hintere Reihe: Josef Sayer, Magret Pernhorst, Ulrich Jost-Blome, Thomas Kamp-Deister

Fachtagung zur Eröffnung der Misereor-Aktion

Ausweg aus Klimawandel braucht Globalisierung der Solidarität

Bistum. Anlässlich der Eröffnung der diesjährigen Misereor-Kampagne "Klimawandel: Warum die Energiewende in Nord und Süd Not tut" fand am Freitag (19.02.2010) eine Fachtagung im Franz-Hitze Haus in Münster statt. Rund 70 Teilnehmer interessierten sich für die Ausführungen der Referenten aus Südamerika, Afrika und Asien und stellten kritische Rückfragen - auch in Bezug auf die eigene Lebensweise.

"Die ganze Menschheit wohnt in einem Haus, der Erde", betonte Erzbischof Luiz Soares Vieira aus Manaus in Brasilien. Alles, was in einem Teil der Erde passiere, habe auch Folgen für andere Teile. Daher betreffe auch der Klimawandel die ganze Weltbevölkerung, wenn auch in unterschiedlicher Weise.

Beispiel Amazonien

Gerade Amazonien mit seinen Regenwäldern sei eine sensible Region und wichtig für das Weltklima. Ein großes Stück des Regenwaldes sei unter anderem für die Gewinnung von Holz und anderen Rohstoffen bereits verwüstet. Für die Ausweitung von Weideflächen für die Fleischproduktion für den Export seien viele Flächen brandgerodet worden.

"Die Kirche hat sich gegen die Abholzung des Regenwaldes gewandt." 500 religiöse Führer seien seitdem ermordet worden. Um das "Haus Erde" zu beschützen, müssten aber alle Menschen zusammenarbeiten. "Globalisierung der Solidarität ist der einzige Ausweg", so die Erkenntnis des stellvertretenden Vorsitzenden der brasilianischen Bischofskonferenz.

Bespiel Tschad

Seit zehn Jahre wird im Tschad in Nordafrika Erdöl produziert, berichtete der Jesuit Abbé Antoine Bérilengar, der ein Zentrum für politische Bildung leitet. Anfangsfinanziert durch Gelder der Weltbank decke die Ölproduktion derzeit 82 Prozent des Staatshaushalts ab. Mit dem Geld seien zwar in den vergangenen Jahren Krankenhäuser, Schulen, Straßen oder Brücken gebaut worden. Allerdings hätten die Einnahmen zu wenig zur Senkung der Armut beigetragen. "Der Reichtum geht, die Armut bleibt", so der kritische Kommentar Abbé Antoine Bérilengars angesichts der Ölkonzerne im Norden, die Milliardengewinne gemacht hätten.

"Einigermaßen vernünftige Entschädigungen" für die Bevölkerung, die ihre Ländereien durch die Ölproduktion verloren hätten, seien auf Druck der Zivilgesellschaft und der Kirchen zustande gekommen. Dabei hätte die Regierung eigentlich die Aufgabe gehabt, seine Bevölkerung zu schützen und in nachhaltige Bereiche wie den Ackerbau und die Viehzucht zu investieren, um sich nicht einseitig von der klimaschädlichen Ressource Erdöl abhängig zu machen, so das ambivalente Fazit Bérilengars.

Beispiel Indien

"Wir brauchen praktische Beispiele, wie man mit dem Klimaproblem umgehen kann", sagte Siddarth d’Souza von der Organisation LAYA aus Indien. Der 30-Jährige berichtete über Ansätze, wie erneuerbare Energieerzeugung in den Dörfern des Volksstamms der Adivasi im Kleinen erprobt werde. Ob Solarenenergie, Wasserkraft oder energieeffiziente Holzöfen, wichtig für den Bewusstseinswandel in der Bevölkerung sei eine dezentrale Energieversorgung, bei der jeder seine eigene Energie produziert und kontrolliert.

Misereor-Hauptgeschäftsführer Professor Josef Sayer forderte in seinem Beitrag "Druck von unten aufzubauen", um bei Klimaverhandlungen wie jüngst in Kopenhagen Einfluss nehmen zu können. Mit der Studie "Klimawandel und Gerechtigkeit", die Misereor in Auftrag gegeben habe, solle dieser Druck weiter unterstützt werden. Margret Pernhorst, Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken, und der Umweltreferent Thomas Kamp-Deister von der Landvolkshochschule Freckenhorst stellten die Papiere der Bischofskonferenz sowie den Beschluss des Diözesankomitees zum Thema Klimawandel vor, die noch auf ihre Umsetzung warten.

Fragen des Publikum

Kritische Rückfragen aus dem Plenum befassten sich unter anderem damit, ob der so genannte "Konziliare Prozess für Frieden Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung" aus den 1970er-Jahren noch lebendig sei, warum die evangelischen Landeskirchen in Umweltfragen schon weiter seien als manche Bistümer, wie den großen Konzernen Einhalt bei ihrer Ausbeutung von Rostoffen zu gebieten sei oder grundsätzlich ob der Klimawandel überhaupt noch umkehrbar sei.

Zurück blieb eine gewisse Ohnmacht vor all den Problemen und Unkalkulierbarkeiten, die der Klimawandel als ein äußerst komplexes Phänomen aufwirft.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedPontifikalamt im Paulus-Dom zur Misereor-Eröffnung

Text: Christoph Kirchhoff | Foto: Christoph Kirchhoff
21.02.2010

    1. "Die Armen vertrauen auf uns"

Namen und Nachrichten

Personalveränderungen im Bistum.

Mittwoch ist Chatzeit

Am Mittwoch zwischen 20.30 und 21.30 Uhr im Chat: Diakon Holger Meyer.

Dossier: Maria

Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.

Wir beten für Sie!

KLOSTERFÜRBITTE im Monat Mai: St.-Franziskus-Haus in Nordwalde.

Bibelarbeit

Unterwegs nach Emmaus: Kleopas und sein Freund.

Heilige und Selige

Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.

Wohnungsnotfallhilfe

In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.

Kommunionempfang

Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.

Neues Seelsorgekonzept

Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.

Bischof Felix Genn

Sein Leben – sein Wirken – seine Texte.

Glaubenswissen

Frömmigkeit - Gesamthaltung des gläubigen Menschen vor Gott.

Durch das Jahr

Liturgie und Brauchtum zu Pfingsten: Ein wenig Geist und viel Frühling.

Landvolkshochschule

Mit einem Festakt wurde der langjährige Direktor der Landvolkshochschule "Schorlemer Alst", Johannes K. Rücker, in den Ruhestand verabschiedet.

Das aktuelle VIDEO...

Grüße vom Katholikentag (1): Aufbruch gelingt ...

Verbände

Christliche Arbeiter-Jugend.

Wallfahrtsorte

Vinnenberg: Muttergottes vom Himmelreich.

Glaubens-ABC

Marienverehrung: Magd des Herrn

Sterbebegleitung

Wann beginnt das Sterben? Was erwartet mich auf meinen letzten Wegen vor dem Tod? Kann ich mich und meine Verwandten auf diese Wege vorbereiten?

Regionen

Cosfeld / Recklinghausen.

Mit der Bibel leben

Ich bin das A und O.

Service für Sie

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web

Spruch des Tages

Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag.
Charlie Chaplin

Reden, Fragen, Antworten finden

im "Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie


Seelsorger im Mai:
Pfarrer Martin Weber.

Seelsorger/-innen

Haus der SeelsorgeHaus der Seelsorge

Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Lebenshilfe+Seelsorge: 
  Martin Weber
  weberkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand