
Das neue Vortragekreuz.
St.-Paulus-Dom
"Qualitätvolles Beispiel für ein modernes Vortragekreuz"
Bistum. Seit kurzem hat der Dom zu Münster ein neues Vortragekreuz. "In ausgewogenen, strengen Proportionen ist das Kreuz über einem Holzkern aus silbernen Platten gefertigt und mit Amethysten besetzt", beschreibt Domkustos Udo Grote das Kunstwerk. Das Werk wurde von dem Gold- und Silberschmied Peter Bolg gearbeitet.
Die polierten Silberbleche bilden nach Grotes Worten mit ihrer spiegelnden Fläche "eine spannungsvolle Einheit mit der strengen Reihung der längsrechteckigen und quadratischen, violettfarbenen Halbedelsteine". Die fein proportionierte, klare Anordnung der Steine an den Kreuzbalkenseiten werde durch die präzise Gestaltung der einzelnen Amethyste unterstrichen. Sie erhöben sich aus kleinen Silberfassungen und sind dachförmig zugeschnitten.
Steine erinnern an die fünf Wunden Jesu
An den Balkenenden sind große quadratische Steine eingesetzt: Diese Steine deuten auf die fünf Wunden Jesu hin, die er am Kreuz erlitten hat. Die violette Farbe der Steine wurde gewählt, weil es die liturgische Farbe der Kartage ist. "Das Kreuz ist ein qualitätvolles Beispiel für ein modernes Vortragekreuz in den deutschen Kathedralen", urteilt Grote.
Der Goldschmied Peter Bolg, der als Restaurator der bedeutender Reliquienschreine Deutschlands bekannt geworden ist, hat darüber hinaus auch künstlerisch gewirkt: So schuf er bereits als Meisterstück eine Monstranz für den Kölner Dom und eine weitere für Brasilien. Desgleichen fertigte er Stab, Brustkreuz und Ring für Weihbischof Dick in Köln. In Vilkerad befindet sich ein Altarkreuz Bolgs, im St.-Quirinus-Münster in Neuss ein Reliquienkasten. Darüber hinaus schuf er zahlreiche Kelche und Ziborien.
Vortragekreuz von 1260 schonen
Die Überlegungen zur Fertigung eines modernen Kreuzes für den Dom waren zum einen entstanden, um das fragile goldene Vortragekreuz von 1260 zu schonen und es so für zukünftige Generationen zu erhalten. Zugleich wollte das Domkapitel ein Zeichen setzen für die gute moderne Gestaltung von liturgischen Geräten.
Das historische Kapitelskreuz wird weiterhin bei festlichen Messen verwendet; das moderne Vortragekreuz wird bei den weiteren Messfeiern getragen.
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Text: göc| Foto: pd in
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