
Uta-Maria Gaubitz am Davidsstern in der Erpho-Kirche.
Bei Fusion für eine Pfarrpatronin entschieden
Ein neuer Anfang mit Edith Stein
Münster. Gespräche, Predigten und eine Ausstellung – die Edith-Stein-Gemeinde befasst sich auf vielfältige Weise mit ihrer Namenspatronin. Die Heilige verbindet die beiden alten Gemeinden. Davon ist Uta-Maria Gaubitz, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats der Edith-Stein-Gemeinde in Münster, überzeugt. "Wir haben nur einen Vorschlag eingereicht, weil es unser ausdrücklicher Wunsch war, die fusionierte Gemeinde nach Edith Stein zu benennen", erklärt Uta-Maria Gaubitz aus Münster. Die 44-Jährige leitete damals den Seelsorgerat der münsterschen Gemeinden St. Pius und Christus König (Erpho). Heute ist sie Vorsitzende des Pfarrgemeinderats (PGR), der durch den Zusammenschluss im Juli 2003 entstandenen Gemeinde. Sie trägt den Namen Edith Stein – Bischof Reinhard Lettmann stimmte dem Vorschlag zu.
Im Seelsorgerat habe damals schnell Einigkeit darüber geherrscht, dass die neue Gemeinde einen neuen Namen tragen soll, erinnert sich Uta-Maria Gaubitz. Die Patrone Pius und Erpho aneinander zu reihen oder sich auf einen von ihnen festzulegen – das wollten sie nicht. "Wie will man denn dann beurteilen, welcher Patron bei einer Zusammensetzung vorn steht?", fragt sie. Und außerdem brächten die eingeführten Namen auch schnell die alten Zöpfe ins Spiel. "Der neue Name sollte auch ein Symbol für den Neuanfang sein: Wir starten als eine Gemeinde", sagt Gaubitz.
Ideen aus der Gemeinde
Die Mitglieder beider Gemeinden beteiligten sich an der Namensfindung. Jeder konnte einen Vorschlag einreichen und ihn den anderen Gemeindemitgliedern bei einer Versammlung vorstellen. So kamen insgesamt 34 Namen zusammen, aus denen der Seelsorgerat schließlich Edith Stein auswählte. Ihr Einsatz für den jüdisch-christlichen Dialog sei dabei entscheidend gewesen, genauso wie der für die Gleichberechtigung der Frauen oder ihr soziales Verantwortungsbewusstsein. "Und natürlich war auch die Verbindung zu Münster, wo Edith Stein als Dozentin wirkte, entscheidend", sagt Gaubitz.
Nach der Fusion hat sich die Gemeinde immer wieder mit der neuen Patronin befasst. Das Bildungswerk informierte in Gesprächsabenden über die Heilige, der Pfarrgemeinderat organisierte eine Bildungsfahrt, und außerdem thematisierte Pfarrer Hubertus Krampe die Heilige regelmäßig in seinen Predigten. Darüber hinaus veranstaltete die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung eine Ausstellung zu Edith Stein. Und bis vor kurzem begann jede Sitzung des Pfarrgemeinderats mit einem Wort der Heiligen.
Stoff-Reliquie in der Kirche
In der Erpho-Kirche hat die Gemeinde ihrer Patronin bleibende Zeichen gesetzt. Im Mittelgang der Kirche hat sie einen Davidsstern in den Boden eingelassen. Außerdem bewahrt sie im Taufbrunnen eine Stoffreliquie der Heiligen auf. Zudem hängt ein Bild Edith Steins hinter dem Altar.
Anderen fusionierten Gemeinden würde Uta-Maria Gaubitz ebenso zu einem neuen Namenspatron raten, "wenn es möglich ist und der PGR sehr gezielt darauf hinarbeitet". Ein neuer Name könne dabei helfen, Konflikte im Zuge einer Fusion zu vermeiden. Statt zu schauen, wie es früher war, könne eine Gemeinde so gemeinsam in die Zukunft schauen. Und für diejenigen, die sich mit einem neuen Namen schwer täten, blieben ja die Namen der Kirchen erhalten, meint sie. Das gilt auch für die Edith-Stein-Gemeinde, die im Jahr 2013 Teil der zu bildenden Großgemeinde St. Mauritz werden soll.
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Text: Georg Thomas | Foto: Georg Thomas in
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