
Bischof Felix Genn spricht mit Frauen der KFD-Diözesanleitung.
Treffen katholischer Verbands-Vertreter mit Bischof Felix Genn
Verbände dürfen gestalten
Bistum. Im Einsatz für die Gesellschaft oder Menschen am Rand – das Engagement der Verbände im Bistum ist vielfältig. Davon hat sich Bischof Felix Genn bei einem Gespräch mit den Verbänden überzeugt.
Bischof Felix Genn hat den Verbänden im Bistum Münster weitgehende Gestaltungsfreiheit zugesichert. "Sie hängen nicht am Tropf des Bischofs", sagte Genn bei einem Treffen mit Vertretern der katholischen Verbände im Bistum. Der Bischof rief die Verbände dazu auf, ihn auf gesellschaftliche Probleme hinzuweisen, die er bislang nicht wahrgenommen habe. So könnten im Verbund Aktionen geplant oder Missstände in der Gesellschaft angesprochen werden. Er allein könne nicht Fachmann in allen tagespolitischen Fragen sein, sagte Genn vor den rund 50 Vertretern der Erwachsenen-Verbände im Liudgerhaus. Zu dem Treffen eingeladen hatte das Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Münster.
Genn lobt Engagement
Die Anwesenden nutzten die Gelegenheit, um dem Bischof ihre Verbände vorzustellen.Genn lobte das sozialpolitische Engagement der Verbände wie Katholische Frauengemeinschaft (KFD), Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und Kolping. Wenn er die Diözese mit seinen ganz unterschiedlich geprägten Regionen noch besser einschätzen könne, werde er auch zu gesellschaftspolitischen Themen Position beziehen.
Angesichts sinkender Mitgliedszahlen appellierte Genn an die Verbände, sich zu "verknüpfen und zu vernetzen". Dass sich ihre Gruppen vor Ort im Fall einer Fusion von Gemeinden zusammenschließen, halte er allerdings nicht für zwingend. Das sei Sache der Verbände. "Das heißt aber nicht, dass ich nicht zu einer Kooperation einlade", sagte Genn. Es dürfe nicht dazu kommen, dass sich eine Gruppe abschotte.
Im Hinblick auf den Einsatz von Caritas, Sozialdienst katholischer Frauen und Maltesern für Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen, sagte Genn: "Es ist gut, dass es Christen gibt, die mit großer Sensibilität und Kompetenz der Not der Menschen begegnen und ihnen helfen." Dies sei gerade dann wichtig, wenn es sich um "versteckte Armut" handele. Genn machte deutlich, dass Kirche nicht nur aus Gottesdiensten und Predigten bestehe. "Das alles wäre nur ein Torso, wenn es den Einsatz für andere Menschen nicht geben würde." Das diakonische Handeln zähle zum Kern des Christentums.
Angetan von Anruf-Aktion
Über die Bildungsarbeit informierte unter anderem die Junge Gemeinschaft. Genn unterstrich dabei die Bedeutung von Bildung als sozialem Faktor. Im Bistum Essen habe es ihn sehr belastet zu erfahren, wie viele Jugendliche dort ohne Arbeitsstelle lebten. Im Gespräch über die Zukunft verbandlicher Arbeit zeigte sich der Bischof angetan von einer Aktion der KAB. Unter dem Motto "Call me" (Ruf mich an) fragt der Verband austrittswillige Mitglieder nach ihren Gründen, um sie möglicherweise wieder zurückzugewinnen.
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Text: Georg Thomas | Foto: Georg Thomas in
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