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22.05.2012
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Küster Josef Niedziella.

Küster Josef Niedziella zeigt die Krippenfiguren aus der früheren St.-Josef-Kirche in Borken, die 2006 profaniert wurde.

Weihnachtliche Darstellungen aus profanierten Kirchen (1)

Sinnvoller Gebrauch "alter" Krippen

Bistum. Krippen faszinieren Kinder wie Erwachsene. Besonders beliebt sind die Darstellungen der Geburt Christi in Betlehem in den Gotteshäusern, die in der Weihnachtszeit von vielen bestaunt und betrachtet werden. Doch was geschieht mit Krippen aus den Kirchen, die aufgegeben und umgenutzt worden sind? Kirche+Leben fragte in Gemeinden nach, wie diese ihre alten und oft wertvollen Kirchen-Krippen verwenden.  

Der Engel ist nur am Anhänger zu identifizieren, Maria zumindest schon in der Schutzhülle zu erkennen, und Josef scheint schon für die Krippe hergerichtet. Der Name Josef taucht überhaupt des Öfteren auf, wenn es um diese Krippe geht: Da ist nicht nur die Figur des Josef, der Ziehvater Jesu war. Auch eine Kirche in Borken trug seinen Namen. Alljährlich wurde die Krippe zur Weihnachtszeit in der St.-Josef-Kirche aufgestellt. "1965 ist nach unseren Unterlagen der Stall für die Krippe von Gemeindemitgliedern gebaut worden", konnte Propst Wilfried Theising aus den Büchern feststellen. Und auch, dass zunächst drei Figuren angeschafft wurden, die die Künstlerin Gertrud Büscher-Eilert aus Horstmar geschaffen hatte. Nach und nach seien dann bis Anfang der 1970er Jahre weitere Figuren dazugekommen – je nach "Kassenlage".

Neues Zuhause in der Kindertagesstätte

Die Kirche St. Josef gibt es nicht mehr, die Pfarrei wurde mit der St.-Remigius-Pfarrei zusammengelegt, das Kirchengebäude zum Jugend- und Kulturzentrum umgebaut. Als die Kirche im Frühjahr 2006 profaniert wurde, fragte Küster Josef Niedziella bei der Kindertagesstätte nebenan an, ob es dort nicht ein Plätzchen für die Krippe gebe. Leiter Dieter Bonhoff war gleich einverstanden, und so hat die Krippe aus der ehemaligen St.-Josef-Kirche ein neues Zuhause in der Kindertagesstätte St. Josef gefunden.

"Wir sind froh, dass die Krippe hier ist", meint Bonhoff. "Die Krippenfiguren bieten sich an, jeden Tag von der Adventszeit bis Ende Januar etwas Neues darzustellen." Viele Kinder suchten am Morgen erst, was in der Krippe wieder anders sei. Oft würden die Eltern, die das vielleicht nicht so interessiere, miteinbezogen. Die Kinder erklärten ihnen, was der Engel der Maria sagt oder welche Aufgabe der Esel hat. Und da die Krippe in der Nähe ihres ursprünglichen Bestimmungsorts stehe, sei es auch für die Bewohner des neuen Seniorenhauses, das den Namen "Josefzentrum" trägt und in der Nachbarschaft liegt, möglich, die vertraute Krippe zu sehen. Auch die Gemeindemitglieder der früheren Pfarrei haben keinen weiten Weg. "Unsere Tür steht tagsüber immer offen, Besucher sind willkommen", sagt Bonhoff.

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Text: Marianne Gehling | Foto: Marianne Gehling in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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