
Weihbischof Josef Voß.
Weggefährten trauern um Weihbischof Josef Voß
"Die Freunde auf der Straße haben einen Freund verloren"
Bistum. Weggefährten im Bistum Münster und darüber hinaus heben den Einsatz von Josef Voß für Migranten, Menschen am Rand der Gesellschaft und Belange der Caritas hervor. Sie drücken ihre Trauer aus über den Tod des Weihbischofs vom Mittwoch (16.12.2009).
Prälat Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbands, sagte, den Verstorbenen habe hohe fach- und sozialpolitische Kompetenz ausgezeichnet. Ihm hätten Migranten und Menschen ohne Papiere am Herzen gelegen. Zudem habe er sich in der Arbeitsgruppe "Schwangerschaftsberatung" des Deutschen Caritasverbands engagiert. Voß war von 1974 bis 1988 Vorsitzender der Diözesan-Caritasverbands Münster, seit 1989 Mitglied der Caritas-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz.
Für den Katholischen Krankenhausverband Deutschlands (KKVD) äußern sich Münsters Domkapitular Dieter Geerlings als Vorsitzender und Thomas Vortkamp, der aus Ahaus stammende Geschäftsführer. Der KKVD "und die verbandliche Caritas verlieren mit Josef Voß eine Persönlichkeit, die ihre ganze Kraft in den Dienst der Nächstenliebe, der Kranken und der katholischen Krankenhäuser gestellt hat", schreiben Geerlings und Vortkamp. Voß war von 1981 bis 2001 Vorsitzender des KKVD.
"Dankbarkeit für sein Lebenszeugnis"
"Die Freunde von der Straße haben einen Freund verloren", schreibt Ludger Ernsting, Rektor der "Gastkirche", einer Einrichtung der City-Pastoral in Recklinghausen. Josef Voß habe als Weihbischof und Mensch denen nahe gestanden, die auf der Straße lebten, die ohne Arbeit seien und schwer am Leben zu tragen hätten. In fast jedem Jahr habe der Weihbischof mit ihnen den Heiligen Abend verbracht. Im "Gasthaus" bleibe er als wacher Weggefährte und "Bischof zum Anfassen" in Erinnerung. Mit hohem Gespür für gesellschaftliche Schieflagen habe Voß die Aktionen des "Gasthauses" unterstützt. Die mit der Einrichtung verbundenen Menschen empfänden "Dankbarkeit für sein Lebenszeugnis", schreibt Ernsting.
"Es muss um den Menschen gehen" – diese Grundaussage der katholischen Soziallehre habe Weihbischof Voß verinnerlicht und gelebt, schreibt Pfarrer Michael Prinz, Diözesanpräses der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung. Der Verstorbene habe ein offenes Ohr gehabt für die Sorgen, Nöte, Freuden und Hoffnungen der "kleinen" Leute. Er sei ein "uns zugewandter, interessierter Gesprächspartner" gewesen. Prinz schließt mit den Worten: "Josef Voß bleibt ein großer Mensch für uns. Danke."
"Für ihn waren die Menschen immer das Wichtigste", schreibt Gabriele Koetz, Sprecherin des Diözesanleitungsteams der Katholischen Frauengemeinschaft, über den Verstorbenen. Bodenständigkeit, Geradlinigkeit, Aufrichtigkeit und Humor hätten ihn geprägt. Der Verband werde ihn als "engagierten Weihbischof" in Erinnerung behalten.
"Den Menschen zugewandte Art"
Die Unterstützung bedürftiger Frauen unabhängig von Religion und Nationalität sei Voß ein Herzensanliegen gewesen, betont Gertrud Witte, Vorsitzende der Bischof-Tenhumberg-Stiftung. Voß war stellvertretender Vorsitzender der Stiftung, die junge Mütter vor und nach der Geburt ihres Kindes unterstützt. Bescheiden habe der Verstorbene wiederholt auf Geschenke verzichtet und stattdessen um Spenden für die Stiftung gebeten. Voß sei "Freund und Anwalt des Lebens" gewesen. "Wir werden seine frohe, den Menschen zugewandte Art sehr vermissen", schreibt Witte.
Auch das Kreiskomitee der Katholiken im Kreisdekanat Wesel trauert um Weihbischof Voß. Der Verstorbene sei im ganzen Bistum besonders geschätzt worden aufgrund seines Engagements für Migranten und in der Caritas, heißt es in einer Stellungnahme.
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Text: Jens Joest | Foto: Michael Bönte
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