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22.05.2012
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Diakonenweihe

"Lasst uns seine Hände sein", forderte Bischof Genn bei der Diakonenweihe.

Diakonenweihe am Christkönigsonntag

"Ich habe keine anderen Hände als die Euren"

Bistum. Der Schwerpunkt ihrer zukünftigen Arbeit soll die karitative Arbeit in den Gemeinden sein, Einsatz für die Armen und Benachteiligten. Am Christkönigsonntag (22.11.2009) hat Bischof Felix Genn neun Männer im St.-Paulus-Dom zu Ständigen Diakonen geweiht.

Für die Aufgabengebiete der neun verheirateten Männer mit Zivilberuf ist ihr Weihespruch aus dem Galaterbrief programmatisch: "Dient einander in Liebe! Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort zusammengefasst: Du sollst Deinen nächsten lieben wie dich selbst!" (Gal  5, 13-14).

In seiner Predigt machte Bischof Felix Genn deutlich, mit welch schwieriger, aber auch herausfordernder Aufgabe sich die Diakone konfrontiert sähen. Im Johannesevangelium fragt Pilatus Jesus, ob er der König der Juden sei. Jesus  antwortet darauf, dass sein Königtum nicht von dieser Welt sei und er da sei, um Zeugnis für die Wahrheit abzulegen. Pilatus muss Jesus für "abgedreht" gehalten haben, so Genn. Vielleicht fänden sich auch im Freundes- oder Bekanntenkreis der Diakone Menschen, die die Neugeweihten aufgrund ihrer Aufgabe zwar nett, "aber in manchen Dingen etwas abgedreht" fänden, spekulierte Genn weiter.

Doch die Diakone stehen als Berufstätige, Ehemänner und Familienväter mitten im Leben, packen zu. Das Titelbild des Programmhefts der Weihefeier des gekreuzigten Christus ohne Arme verweist auf die Kernaufgaben der neun Männer. "Ich habe keine anderen Hände als die Euren" steht dort geschrieben und ist Feststellung und Auftrag zugleich.

Bischof Felix Genn hat neun Männer zu Ständigen Diakonen geweiht.

"Lasst uns seine Hände sein" forderte Bischof Genn die Männer auf. Er zeigte sich überzeugt, dass das Schicksal und die Gestalt Jesu sowohl für Pilatus in der Schrift, als auch für heutige Nichtgläubige beinahe groteske Züge haben müsse. Ein Mensch, ein König, der am Ende der Welt die Menschheit richtet, für die Wahrheit steht, aber gleichzeitig von Pilatus als politischer Rebell vorverurteilt ist und schließlich am Kreuz endet.

Genau hier berührten sich nun die Person Jesu und der Dienst der Diakone wieder. Wie Christus der Diener aller war, so sollen die Diakone verkünden, dass die Wahrheit Gottes darin bestehe, dass er die Welt so sehr liebt, dass er Christus als seinen Sohn hingebe. Denn die "Armen und Gestrandeten in den Gemeinden" um die sich die Diakone zu kümmern hätten, das seien die "Bilder desjenigen, der vor Pilatus steht" schloss Genn seine Predigt.

Im voll besetzten Dom verfolgten neben Familien und Freunden der Weihkandidaten auch viele andere Gläubige das feierliche Pontifikalamt unter Mitwirkung des Kirchenchors St. Gudula in Rhede unter der Leitung von Stefan Müller, der Schola der Klarissen am Dom und Domorganist Thomas Schmitz. Nach vier Jahren theologischen Fernstudiums und Wochenendseminaren im Institut für Diakonat und pastorale Dienste (IDP) war die Weihezeremonie in Form von Handauflegung und Weihegebet durch Bischof Felix Genn gleichzeitig Höhepunkt und Abschluss der Vorbereitungszeit der neuen Diakone.

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Text: Juliane Plöger | Fotos: Joachim Busch
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