
Die Posener Nachtigallen sorgten für die musikalische Gestaltung des Pilgertreffens.
1.200 Menschen beim Pilgertreffen
Reisegemeinschaft hat Bestand
Bistum. Für Ilse Müller war es ein Wunsch, den sie schon jahrelang hegte: eine Pilgerfahrt nach Lourdes. "In diesem Jahr hat es endlich geklappt", erzählte sie am Sonntag (15.11.2009) während des 19. Pilgertreffens der Diözesanpilgerstelle Emmaus-Reisen im Hörsaal H1 der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.
"Es war meine erste Pilgerreise überhaupt", so Ilse Müller, die gemeinsam mit ihrer Schwägerin in diesem Jahr die Fahrt zu dem südfranzösischem Wallfahrtsort angetreten ist. Neben dem Erlebnis des Wallfahrtsortes war für die "Neu-Pilgerin" aber noch ein weiteres Erlebnis prägend. "Die Gemeinschaft während dieser Reise war ganz hervorragend", erinnert sie sich gerne an die gemeinsame Zeit mit den anderen Pilgern. Dies war letztlich für sie auch der Grund, zu dem Pilgertreffen zu kommen. "Ich suche noch weitere Bekannte unserer gemeinsamen Reise", blickte sich Ilse Müller suchend im Foyer des Hörsaal-Gebäudes um.
Reisende schätzen die Gemeinschaft
Keine einfache Aufgabe, denn wie Jürgen Greiwe, Geschäftsführer von Emmaus-Reisen, und Prokurist Martin Burzlaff erklärten, hatten sich über 1.200 Pilger zu diesem Nachmittag der Begegnung angemeldet. "Das zeigt, wie viel Vertrauen die Pilger in unsere Reisen legen", so Martin Burzlaff. Im Jahr 2003 waren es noch 600 Anmeldungen zu diesem Treffen, das sich im kommenden Jahr zum 20. Mal jährt.
Die steigende Teilnehmerzahl, so Burzlaff, zeige eben auch, wie sehr die Reisenden die angenehme Gemeinschaft während der Reisezeit schätzen. Eine Gemeinschaft, die auch über den Reisezeitraum Bestand hat. "Manche nutzen den Termin des Pilgertreffens, um anschließend noch in der Reisegemeinschaft den Abend mit einem gemeinsamen Essen ausklingen zu lassen", weiß der Prokurist.
Dass er damit nicht so ganz falsch liegt, bestätigte auch Marlies Lammerding, die das Pilgertreffen gemeinsam mit ihrer Schwester Eleonore Lammerding besuchte. "Wir freuen uns immer, wenn wir bekannte Gesichter sehen", sagte Marlies Lammerding. Für die beiden Münsteranerinnen gehört das Pilgertreffen somit schon zu ihrem persönlichen jährlichen Pflichtprogramm.
Konzert der Posener Nachtigallen
Neben dieser Möglichkeit des Wiedersehens bot das Programm aber auch einen außerordentlichen kulturellen Höhepunkt. Mit zwei Konzertteilen umrahmten die Posener Nachtigallen das Programm. Unter der Leitung von Stefan Stuligrosz trug der Chor zum einen Werke alter Meister und weiter Werke mit Orgelbegleitung vor. Stücke von Chopin, Schubert, Mozart und Händel begeisterten die 1.200 Pilger. Ein Auftritt, der einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Bereits seit 1939 leitet Stuligrosz die Posener Nachtigallen, die jährlich 70 Konzerte in Polen und im Ausland geben. In dieser Zeit hatten sie unter anderem schon Auftritte bei zahlreichen Staatsoberhäuptern wie auch beim polnischen Papst Johannes Paul II.
"Für uns bietet sich so beim Pilgertreffen die Möglichkeit, uns bei den Teilnehmern zu bedanken", so Martin Burzlaff. Für ihn sei das Vertrauen, das die Teilnehmer in die Reisen legten auch immer eine große Herausforderung. Die hohe Teilnehmerzahl an diesem Pilgertreffen zeige, dass dieses Vertrauen offensichtlich nicht enttäuscht wurde. Ebenfalls beeindruckend war für die Pilger der Vortrag von Ludger Bornemann, Rektor des Pilgerhauses Tabgha. Er lenkte das Interesse der Pilger auf das Heilige Land als Ziel einer möglichen nächsten Reise.
Pilgerreisen nach Ägypten, Rom und Oberammergau
Jürgen Greiwe und Martin Burzlaff nutzten das Treffen, um die Arbeit von Emmaus-Reisen zu beschreiben und auch interessante weitere Ziele des kommenden Jahres vorzustellen. Dazu zählen unter anderem die Passionsspiele Oberammergau sowie weitere Pilgerreisen nach Ägypten, Lourdes, Rom oder auch zum Turiner Grabtuch. Vorstellungen, die die Reisefantasie der Teilnehmer anregten. "Vielleicht nehme ich an der Reise nach Ägypten teil", überlegte Hedwig Malek ihre Planungen für das kommende Jahr.
Mit einem Pontifikalamt im St.-Paulus-Dom mit dem ernannten Essener Bischof Fanz-Josef Overbeck unter Mitwirkung der Posener Nachtigallen klang das diesjährige Pilgertreffen aus. Der Termin für das nächste Treffen steht bereits: 14. November 2010.
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Text: Ralf Thier-Hinse | Foto: Michael Bönte
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