
Neuer Bischof für Brasilien: Johannes Bahlmann.
Einsatz im Norden Brasiliens
Johannes Bahlmann zum Bischof geweiht
Bistum. Dieses Geschehen hätte eigentlich in die Kathedrale der Apostolischen Prälatur Obidos am Amazonas im Norden Brasiliens gehört. Johannes Bahlmann wurde jedoch am Samstag (09.05.2009) im St.-Paulus-Dom zu Münster zum Bischof geweiht. Das war ihm ein Herzensanliegen. Denn der Franziskanerpater aus Visbek im Oldenburger Münsterland lebt seit 1983 zwar in Brasilien, hat die Verbindungen zu seinem Heimatbistum aber nie abreißen lassen. Papst Benedikt hatte Bahlmann im Januar in dieses Amt berufen.
Die Bischofsweihe spendete Bischof Felix Genn, Mit-Konsekratoren waren Bischof Martin Lammers, in Obidos Vorgänger von Johannes Bahlmann und gebürtig aus Heek-Nienborg, sowie Weihbischof Heinrich Timmerevers aus Vechta, bis 2001 Pfarrer von Visbek.
Zu Beginn des Weihegottesdienstes hatte der Pfarrer von Visbek, Hermann-Josef Lücker, die deutsche Übersetzung der päpstlichen Ernennungsurkunde verlesen, in der Papst Benedikt dem neuen Bischof eine besondere Eignung zuspricht, weil er sich "durch festen Glauben, Nächstenliebe und gesunde Lehre" auszeichne.
Dienst im Norden Brasiliens
Bischof Felix Genn bezeichnete es in seiner Predigt als besondere Freude, seine erste Bischofsweihe wenige Wochen nach der Amtseinführung spenden zu dürfen. Er verwies auf die seelsorgliche Arbeit von Brüdern aus dem Franziskanerorden, die weltweit tätig seien. "Wo andere die Globalisierung erst noch entdecken mussten, da waren wir uns immer schon als Kirche in der Welt und als Weltkirche bewusst", sagte der Bischof. Das gelte besonders für den neu geweihten Bischof, der nun im Norden Brasiliens seinen Dienst versehen werde. Der habe ihm in einem ersten Gespräch nach der Nachricht von der Ernennung gesagt: "Nun kann ich endlich Missionar sein."
Das besondere Anliegen von Bischof Bahlmann habe immer dem Einsatz für arme und entrechtete Menschen gegolten, sagte Bischof Genn weiter. Viele Menschen hätten diesen Einsatz schätzen gelernt und ihn dabei unterstützt. Manche seien dabei vielleicht jedoch an eine innere Grenze gekommen und hätten sich gefragt, welche Bedeutung das Evangelium für diesen Einsatz habe. Genn ermunterte die Gläubigen, "einen Spalt ihres Herzens" zu öffnen und sich klar zu machen, welche Kraft im Wort Gottes stecke.
Liturgie in drei Sprachen
Als Konzelebranten standen zehn Bischöfe aus Brasilien am Altar, an ihrer Spitze der Erzbischof von Rio de Janeiro, Orani Joao Tempesta. Daneben war der Franziskanerorden durch einen Pater aus Sao Paulo und einen Pater aus Rom vertreten, schließlich standen auch ein Weltpriester aus Obidos sowie der Heimatpfarrer des neuen Bischofs, Hermann-Josef Lücker aus Visbek, am Altar.
Die Liturgie wurde in deutscher, portugiesischer und lateinischer Sprache gefeiert. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Kammerchor Herz Jesu Münster unter Leitung der Stadtdekanats-Kantorin Jutta Bitsch und der Schola der Klarissen am Dom.
Seit 1983 in Brasilien
Johannes Bahlmann wurde 1960 in Visbek geboren und lernte in Altenoythe und Visbek zunächst den Beruf des Landwirts. Nach einem landwirtschaftlichen Praktikum in den Vereinigten Staaten entschloss er sich zum Eintritt in den Franziskanerorden und siedelte 1983 nach Brasilien über. Nach dem Studium von Theologie und Philosophie an ordenseigenen Hochschulen wurde er 1997 in seiner Heimatgemeinde Visbek von Bischof Reinhard Lettmann zum Priester geweiht. In der brasilianischen Kirche hat er sich vor allem einen Namen gemacht durch den Einsatz in sozialen Projekten, zum Beispiel für Obdachlose, zur Familienförderung und gegen Lepra. Zuletzt lebte Bahlmann in Sao Paulo in einem der größten Klöster seiner Ordensprovinz
In der Prälatur Obidos, einem Bistum, das noch im Aufbau ist, wird er mit seinem Vorgänger Martin Lammers zusammenleben. Die Prälatur liegt am Amazonas genau über dem Äquator und ist zehn mal so groß wie das Bistum Münster; dort leben 200.000 Menschen gegenüber zwei Millionen im Bistum Münster. Die Seelsorge wird getragen von 18 Priestern, die Unterstützung finden bei 50 Ordensfrauen.
Sorge um sauberes Wasser
In einem ersten Interview nach seiner Ernennung hatte Bischof Bahlmann betont, über die Herausforderungen in Obidos könne er noch nicht viel sagen, weil er dort noch nicht gelebt habe. Die Region am Amazonas lenke jedoch zwangsläufig den Blick auf die ökologische Frage, in der es vor allem um die Entwaldung des amazonischen Regenwaldes gehe. Hier gelte es den natürlichen Reichtum der Region zu bewahren und die Würde der Menschheit zu erhalten. In diesem Zusammenhang sei auch die Sorge um genügend sauberes Wasser bedeutsam, das für das Leben am Amazonas und in der Welt existenziell sei. Brasilien verfüge über ein Fünftel der Weltvorräte an Süßwasser, sagte Bahlmann.
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