
Gespannt auf das Bistum Münster: Bischof Felix Genn.
Bischof Genn:
Bilanz ist Aufgabe anderer
Essen / Münster. Der scheidende Essener Bischof Felix Genn will kein Fazit seiner rund sechsjährigen Amtszeit im Ruhrbistum ziehen. "Das ist Aufgabe anderer. Hauptsache, die Bilanz Gottes stimmt", sagte er im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Essen.
Zusammen mit seinen Mitarbeitern habe er mit der Bistumsreform eine Spur gelegt, der die Menschen nun folgen könnten. "Die Struktur stimmt. Jetzt gilt es, sie mit Leben zu füllen." Das geschehe bereits durch Projekte in den bisherigen Pfarreien, die nun eine Gemeinde bildeten. Genn wird am 20. März aus dem Bistum Essen verabschiedet, am 29. März wird er als Bischof von Münster eingeführt.
"Schema Essen" nicht übertragbar
Sein Nachfolger sollte die Aufbauarbeit fortsetzen, so Genn. Er wolle sich nicht auf eine Person festlegen. Aber Papst und Domkapitel würden bei der Auswahl "sicherlich bedenken, dass das Bistum in einer besonderen Situation ist und durch die Wirtschaftskrise auch das Ruhrgebiet". Wegen sinkender Katholikenzahlen und Kirchensteuereinnahmen hatte die Diözese Essen eine bundesweit beachtete Bistumsreform durchgeführt. Dabei wurden 259 Gemeinden zu 43 Großverbünden zusammengeschlossen.
Das "Schema Essen" sei nicht auf die Diözese Münster übertragbar, sagte Genn. Sein neues Bistum Münster wolle er erst kennenlernen und dann "entscheiden, wo gehandelt werden muss". Vieles sei ihm noch nicht vertraut. "Das werde ich mir allmählich erobern." Bereits jetzt seien Besuche auch in entlegenen Regionen des Bistums wie etwa im zum Offizialat Vechta gehörenden Oldenburger Land oder auf der Nordseeinsel Wangerooge vereinbart.
Der Rheinländer und die Westfalen
Nicht skeptisch, aber gespannt sei er darauf, wie er als Rheinländer in Westfalen aufgenommen werde, so Genn weiter. Immerhin habe es mit Johann Georg Müller und Joseph Höffner schon zwei Bischöfe aus der Diözese Trier in Münster gegeben. "Und wir Trierer haben schon zwei Westfalen als Bischöfe aufgenommen, Herman-Josef Spital und Reinhard Marx. So schlimm wird es also nicht sein."
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KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
11.03.2009
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