Erster Geistlicher Abend zur Fastenzeit im Dom
Das älteste Schriftstück des Neuen Testaments
Bistum. Der münstersche Dom ist die einzige deutsche Kathedrale, die dem Völkerapostel Paulus geweiht ist. Dort den ältesten Paulus-Brief zu hören, das älteste Schriftstück des Neuen Testaments, ist etwas Besonderes. Das erlebten 500 Zuhörer beim ersten Geistlichen Abend in der Fastenzeit am Mittwoch (04.03.2009), teilte die Bischöfliche Pressestelle mit.
"Die ersten überlieferten Worte des Christentums" nannte der Neutestamentler Professor Thomas Söding, Leiter des Katholischen Bibelwerks im Bistum Münster, den Paulus-Brief an die Thessalonicher. In Thessalonich – dem heutigen Saloniki in Nordgriechenland – hatte Paulus eine kleine Gemeinde gegründet. Groß war die Freude, als er von Timotheus erfuhr, dass sie den Christenverfolgungen getrotzt hatte. Aber Ermutigung war nötig: Paulus als "Dolmetscher der Worte Gottes", so Söding, wandte sich in dem von ihm persönlich diktierten Thessalonicherbrief mit beschwörenden Worten an eine noch kleine Gemeinde.
Die Kölner Schauspielerin Marie-Luise Marjan, "Mutter Beimer" der Fernsehserie "Lindenstraße", verlieh der Wortgewalt des ersten Thessalonicherbriefs Ausdruck. Paulus argumentiert dort in einer Weise, die fast keinen Widerspruch zulässt: Alle Menschen sind für Gottes Heil bestimmt. Durch die Auferstehung Jesu hat selbst der Tod nicht mehr das letzte Wort.
Die jungen Christen hätten das Wort Gottes "in großer Bedrängnis angenommen mit der Freude des heiligen Geistes", schreibt Paulus. Sie sollten stark sein in Glaube, Liebe und Hoffnung. Er ermahnt die Thessalonicher: "Haltet untereinander Frieden, tröstet die Kleinmütigen, nehmt euch der Schwachen an, seid großherzig zu allen, seht zu, nicht Böses mit Bösem zu vergelten. Prüfet alles, behaltet das Gute!"
Musikalisch bereicherten biblische Motetten nach Paulus-Texten von Georg Philipp Telemann den Abend. Domorganist Thomas Schmitz und die Viloncellistin Maria Engel begleiteten die Solosänger Ilga Schmutte, Sandra Seppi und Hartwig Schlifka.
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Text: pd, jjo
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