
Mehr als 100 Notfallseelsorger kamen beim Unglück bei der Love Parade in Duisburg zum Einsatz.
Nach dem Unglück bei der Love Parade in Duisburg
Münstersche Studentengemeinde trauert um tote Frauen
Bistum. Die Katholische Studierenden- und Hochschulgemeinde Münster organisiert zusammen mit der Universität Münster in dieser Woche einen ökumenischen Gottesdienst für die Opfer und die Überlebenden des Unglücks am Samstagabend (24.07.2010) auf der Love Parade in Duisburg. Die Gedenkfeier wird Studentenpfarrer Jan Loffeld gemeinsam mit der evangelischen Pastorin Gudrun Laqueur gestalten. Der Trauergottesdienst soll kein Medienereignis werden. Aus Rücksicht auf die Opfer und ihre Angehörigen macht die Katholische Studierenden- und Hochschulgemeinde daher keine Angaben, wann und wo die Gedenkfeier stattfindet.
Bei einer Massenpanik in einem Tunnel auf dem Zugangsweg zum Love-Parade-Gelände auf dem Alten Güterbahnhof in Duisburg sind insgesamt 20 Menschen gestorben, 511 Frauen und Männer wurden verletzt. Vier der Todesopfer stammen aus Münster, drei von ihnen waren Studentinnen der Universität.
Mehr als 100 Notfallseelsorger im Einsatz
Mehr als 65 Notfallseelsorger haben nach der Katastrophe Menschen betreut, die nach den schrecklichen Eindrücken Beistand suchten. Wie der Essener Bistumssprecher Ulrich Lota am Montag (26.07.2010) erklärte, waren nach bisherigem Stand mehr als 15 von ihnen katholische Geistliche aus dem Bistum Essen. "Wie viele genau eingesetzt wurden, lässt sich momentan noch nicht sagen", erklärte Bernhard Ludwig, Leiter der Psycho-Sozialen Notfallversorgung Duisburg. Bei der Betreuung der zum Teil stark traumatisierten Menschen wurden die Geistlichen von weiteren 50 speziell geschulten Personen von Polizei und Feuerwehr unterstützt.
Ulrich Koch, katholischer Krankenhauspfarrer im Johanniter-Krankenhaus Duisburg-Rheinhausen, wurde am frühen Samstagabend in das Klinikum gerufen, wo er mehrere Jugendliche nach der Katastrophe betreute. Unter anderem habe er einer Gruppe von fünf Mädchen beigestanden, die das Unglück in der Nähe des Treppenaufgangs, wo mehrere Menschen starben, miterleben mussten. "Sie waren traumatisiert von dem, was sie mitangesehen haben", erklärte Koch. Und auch er selbst habe nach den Gesprächen mit den Betroffenen kaum schlafen können.
Malteser kamen nicht mehr zum Einsatz
Auch Sanitäter und Helfer des Malteser-Hilfsdienstes aus dem Bistum Münster waren am Samstag alarmiert worden. Aus Münster brachen die ersten Helfer gegen 18 Uhr auf, ein zweiter Alarm erfolgte gegen 20.30 Uhr. Unter den rund 15 Personen, die sich mit einer Feldküche auf den Weg begaben, war auch die Diözesanoberin und stellvertretende Diözesanleiterin des Malteser-Hilfsdienstes, Gabrielle von Schierstaedt. Zum Einsatz gekommen seien sie allerdings nicht mehr. Von einer zentralen Bereitschaftsstelle in Bottrop aus konnten sie gegen 2.00 Uhr wieder zurückfahren.
Im Fürbittbuch von kirchensite.de haben bereits mehrere Menschen ihre Bitten für die Opfer des Unglücks und ihrer Angehörigen niedergeschrieben. Ordensleute aus dem Bistum Münster schließen diese Wünsche in ihre Gebete und Fürbitten mit ein.
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Text: Georg Thomas | Foto: Archiv
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