
Während der Arbeiten zur Innenrenovierung bleibt der St.-Paulus-Dom geschlossen.
Domgottesdienste für 13 Monate in der Überwasserkirche
Innenrenovierung des Paulusdoms beginnt
Bistum. Der feierliche Abendgottesdienst am Allerseelentag (02.11.2011) ist die letzte Messe in diesem Jahr im münsterschen St.-Paulus-Dom. Danach wird die Mutterkirche des Bistums Münster für Besucher und Gläubige für rund 13 Monate geschlossen. Es rücken Handwerker an, die mit einer umfangreichen Innenrenovierung des Gottesdiensthauses beginnen. Abgeschlossen sein soll sie zum Advent 2012. Bis dahin sind die Domgottesdienste in der Überwasserkirche.
Neben der Innenrenovierung gibt es Neues für den Dom: Demnächst soll es einen Zugang zur Grablege der Bischöfe unter dem Westchor des Paulusdoms geben. Von der südlichen Turmkapelle aus können dann Besucher in einen Andachtsraum unter dem ehemaligen Hochaltar hinabsteigen. Ähnliches gibt es in den meisten Bischofskirchen. Neu errichtet wird auch ein behindertengerechter Eingang am so genannten Uhrenportal (in der Nähe der Astronomischen Uhr) mit einem vorgelagerten Windfang.
"Dialog zwischen Altem und Neuem"
Sowohl der Zugang zur Bischofsgruft als auch der behindertengerechte Eingang wird in zeitgenössischer Architektur gestaltet. "Dies ergänzt den historischen Kontext in einer Spannung des Dialogs zwischen Altem und Neuem", erläutert Dombaumeister Georg Wendel.
Komplex sind die anstehenden Innensanierungsarbeiten:
- Der Dom erhält eine neue Beleuchtung, um das Gewölbe der Kathedrale besser auszuleuchten. Auf Basis von LED-Technik wird es dann möglich sein, das Licht in seiner Helligkeit zu regeln. Ein weiterer Vorteil: Die neue Technik ist stromsparend, wie Wendel verdeutlicht.
- Ebenfalls erneuert wird die Lautsprecheranlage in der Kathedrale, so dass die Liturgie künftig akustisch besser verfolgt werden kann.
- Eine neue Liedanzeige kann künftig digital und drahtlos gesteuert werden.
- Steinmetze erneuern Fugen im Fußboden.
- Die Kirchenbänke sollen aufgearbeitet werden.
- Statt des bisherigen Stahlgestells wird künftig eine Holzkonstruktion das Domgeläut tragen.
- Ebenfalls grundsaniert wird die Sakristei des Domes, die sich nahezu unverändert noch im Nachkriegszustand befindet.
Vor diesen Arbeiten stehen umfangreiche Sicherungsmaßnahmen:
- Das Inventar mit liturgischen Geräten muss gesichert werden; außerdem entfernen Restauratoren zahlreiche Bilder und Figuren aus der Kathedrale. Wo dies nicht möglich ist – wie etwa bei der überlebensgroßen Christophorusstatue und den zahlreichen Wandaltären und Epitaphien – wird ein Schutz errichtet. Gleiches gilt für die Domorgel, die eine staubdichte Holzverkleidung erhält.
- Der Innenraum wird eingerüstet, damit Wände und Decken mit Staub bindenden Schwämmen von Hand gereinigt und sichtbare Risse geschlossen werden können. Eine neue Kalklasur lässt den Dom dann neu erstrahlen.
Ambitionierter Zeitplan für die Innenrenovierung
"Zum Ersten Advent 2012 wollen wir dann wieder die Gottesdienste im Dom feiern", sagt Dompropst Josef Alfers. Dem Vernehmen nach ist der Zeitplan für die Innenrenovierung ambitioniert, aber realistisch.
Bis dahin sind die Domgottesdienste in der benachbarten Kirche Liebfrauen Überwasser. Mit Ausnahme der samstäglichen lateinischen Vesper finden alle Gottesdienste wie gewohnt statt, erläutert Alfers.
Gottesdienste in Überwasser
An Sonntagen ist um 10 Uhr das Kapitelsamt sowie um 7 Uhr, 8.30 Uhr, 11.30 Uhr und 18.30 Uhr eine heilige Messe. Um 15 Uhr wird die Vesper gesungen. An den Werktagen sind die Domgottesdienste um 7.00 Uhr, 8.30 Uhr und 12.15 Uhr (jeweils heilige Messen); die Vesper um 17.15 Uhr mit den Schwestern vom Klarissenkonvent ist montags bis freitags allerdings in der Lambertikirche.
Unabhängig davon wird auch weiterhin die Überwasser-Gemeinde ihre Gottesdienste in der Liebfrauenkirche wie gewohnt feiern.
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Text: Norbert Göckener | Foto: Michael Bönte
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