
Vorstellung der WJT-Planungen (v.l.): Diözesanjugendseelsorger Thorsten Schmölzing, Gabriele Münzebrock (WJT-Büro Vechta), Bischof Felix Genn, Frank Rauhaus (WJT-Büro Münster) und Landesjugendseelsorger Heiner Zumdohme (Vechta).
Genn begleitet Jugendliche aus dem Bistum zum WJT
"Ich habe Feuer gefangen"
Bistum. Bischof Felix Genn wird im August 2011 geschätzte 1.500 Jugendliche aus dem Bistum Münster zum Weltjugendtag in Madrid begleiten. "Es ist für mich eine ganz wichtige Sache, diese Tage mit den jungen Menschen zu verbringen", sagte er auf einer Pressekonferenz zum Stand der Vorbereitungen am Dienstag (07.09.2010) in Münster. Der direkte Kontakt mit den jugendlichen Teilnehmern habe ihm bereits bei den vorangegangenen Treffen in Toronto und Köln "viel Freude und innere Bereicherung" gebracht.
"Aus diesen Erfahrungen heraus möchte ich nun auch die Jugendlichen aus dem Bistum Münster auf ihrem langen Weg begleiten", so der Bischof weiter. Er werde deshalb nicht nur nach Madrid fahren, sondern bereits zu den vorangehenden Tagen der Begegnung im Erzbistum Pamplona-Tudela mitreisen. "Ich habe Feuer gefangen", gestand Genn. "Die bisherigen Begegnungen waren für mich immer ein emotionaler Antrieb."
Friedensstiftend und völkerverbindend
Beeindruckt habe ihn während seiner Zeit als Weihbischof im Bistum Trier etwa die Zusammenarbeit verschiedener Jugendgruppen aus den Beneluxstaaten, Frankreich und Deutschland im Vorfeld der Weltjugendtage. "Das war eine tiefe Friedensarbeit", verwies Genn auf die immer noch nachwirkende Kriegsgeschichte dieser Region. "Diese Jugendlichen werden gewiss nicht mehr aufeinander schießen." Eine solche Arbeit gegen aufkommende nationalistische Tendenzen sei in jeder Generation wichtig.
Neben dem völkerverbindenden Effekt der Weltjugendtage sah Genn auch eine Bereicherung des Glaubensleben der Jugendlichen. "Der Bericht von jungen Menschen etwa über ihren Glauben in stark säkularisierten Ländern beeindruckt die Teilnehmer aus Deutschland." Persönliche erlebe er auch das Zusammentreffen der vielen Bischöfe aus aller Welt als Bereicherung: "Ich kann viel über ihre Situation erfahren und mit ihnen über meine Dinge diskutieren."
Angebot für die Jugend
Das Motto des Jugendtreffens "Verwurzelt in Jesus Christus und auf ihn gegründet, fest im Glauben" (Kol 2,7) verstand Diözesanjugendseelsorger Thorsten Schmölzing als Angebot an die Jugendlichen: "Gerade für sie, die sich in vieler Hinsicht noch auf der Suche befinden, sagt dies: Du kannst auch im Glauben einen Weg finden". Die Erfahrungen der bisherigen Treffen hätten gezeigt, dass Jugendliche andere Jugendliche für ihre gemeinsame Suche bräuchten. "Deshalb ist so ein Treffen eine solch grandiose Erfahrung und wirkt oft lange nach."
Der Landesjugendseelsorger und BDKJ-Präses aus dem Oldenburger Land verwies darauf, dass der Weltjugendtag bereits jetzt in den Pfarreien und Verbänden beginne, wo nicht nur Geld für die Gruppenfahrten gesammelt, sondern sich auch inhaltlich vorbereitet werde. "Dabei werden oft auch alle anderen Generationen in diese Vorbereitungen mit hineingenommen."
Riesen-Paella
Zum ersten Mal organisieren die Verantwortlichen für die Jugendseelsorge im rheinisch-westfälischen und im oldenburgischen Teil des Bistums die Fahrt zum WJT gemeinsam. Mit Bussen werden die Jugendlichen am 10. August nach Spanien aufbrechen, wo sie die Tage der Begegnung in Familien im Erzbistum Pamplona-Tudela verbringen werden. Auf dem Programm werden dabei unter anderem Gottesdienste, Kulturfestivals und Katechesen stehen. Höhepunkt soll der Aussendungsgottesdienst nach Madrid werden, nach dem es für alle 5.000 Gäste eine riesige Paella geben wird. Danach brechen die Teilnehmer zu den zentralen Tagen in die spanische Hauptstadt auf, wo über 800.000 Pilger aus aller Welt erwartet werden. Nach den großen Abschlussveranstaltungen mit Papst Benedikt XVI. werden die Teilnehmern am 22. August wieder im Bistum Münster erwartet.
Die Reise, die von der Diözesanpilgerstelle "Emmaus-Reisen" organisiert wird, kostet pro Teilnehmer 559 Euro. In einigen Fällen seien Subventionen möglich, erläuterte Frank Rauhaus aus dem Weltjugendtagsbüro Münster. "Gerade in den Gruppen vor Ort wird häufig einiges getan, um allen Jugendlichen die Reise finanziell zu ermöglichen." Die Zahl von 1.500 Teilnehmern hätten die Organisatoren bislang nur hochrechnen können, so Rauhaus: "Wir hoffen auf eine höhere Beteiligung."
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Text: Michael Bönte | Foto: Bönte
07.09.2010
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