
Die neuen Weihbischöfe nahmen zahlreiche Glückwünsche entgegen.
Grußworte und Gratulationen für die drei neuen Weihbischöfe
Glückwünsche und Aufrufe zum Miteinander
Bistum. "Wir haben ihm gewünscht, dass er Weihbischof wird." Burkhard John aus Gronau war früher in Rheine Leiter der Messdienergruppe, der Christoph Hegge angehörte. Nun hat er am Sonntag (29.08.2010) im St.-Paulus-Dom in Münster tatsächlich die Bischofsweihe von Hegge, Dieter Geerlings und Wilfried Theising erlebt. Warum er in "seinem" Messdiener einen Weihbischof sah? "Christoph hat eine herzliche Art, er kann auf Menschen zugehen."
Auch andere Gäste im Zelt am Dom blicken zufrieden auf die Liturgie zurück. Elisabeth Greiwe aus Rheine ist vor allem das Dankeswort von Geerlings in Erinnerung geblieben. "Herzerfrischende Worte" habe der gefunden. "Da sprang der Funke über, auf die anderen Bischöfe und auf alle Mitfeiernden."
Kappenstiel: Kommunikative Spiritualität
Ebenfalls im Dom hatten zwei Kirchenvertreter und ein Bürgermeister gesprochen. Im Namen der Seelsorger wünschte Pfarrer Hermann Kappenstiel, Moderator des Priesterrats und Seelsorger in der Behinderteneinrichtung "Stift Tilbeck" in Nottuln-Schapdetten, den Weihbischöfen Glück. Er hielt sich ans Lateinische. Glücklich heiße "beatus", dies bedeute ursprünglich "beschenkt": "Glücklich ist und wird, wer sich von Gott beschenkt weiß."
Kappenstiel rief zu einer "kommunikativen Spiritualität" im Bistum auf: zwischen Bischöfen und anderen Seelsorgern, zwischen Amtsträgern und Laien und in allen Gruppen. In Anlehnung an die Ordensregel des Benedikt sagte Kappenstiel, Gott offenbare das Bessere "oft denen, die in der Kirche keinen hohen Status haben". Er nannte unter anderem Frauen, gleichgeschlechtlich orientierte Menschen, wiederverheiratete Geschiedene und Priester, die ihr Amt aufgeben mussten. Mit den Weihbischöfen sollten alle Christen die Zeichen der Zeit erkennen und das Notwendige tun – "engagiert für die Menschen und im Vertrauen auf Gott".
Uebbing: Brücken nicht alleine bauen
Aus den Bistumsregionen und im Namen aller Gremien der Mitverantwortung gratulierte Hugo Uebbing aus Rees. Er ist Moderator der Diözesanrats, des obersten synodalen Gremiums. Uebbing erinnerte daran, dass "Pontifex", die lateinische Ehrenbezeichung für Bischöfe, "Brückenbauer" bedeute. "Eine Brücke kann man nicht alleine bauen", sagte er.
Es werde "nicht immer leicht sein", mit den Menschen in Gemeinden und Gremien den Weg des Glaubens zu gestalten, "aber wir freuen uns darauf!" Uebbing rief die Weihbischofe zu einem "dialogischen Miteinander" auf.
Rauen: Christliche Grundsätze überzeugend vorleben
Für die Politik sprach der Vorsitzende des Regionalrats im Regierungsbezirk Münster, der Bürgermeister von Wettringen im Kreis Steinfurt, Engelbert Rauen. Politisch wie kirchlich Verantwortliche verbinde die Überzeugung, dass sie "dienende Funktionen haben". Ohne die Hilfe der Kirchen "wären manche wichtige Aufgaben auch im kommunalen Bereich nicht oder nicht so gut zu bewältigen".
Wichtiger als die viel gepriesene Selbstverwirklichung sei "die Fürsorge für andere, die Förderung eines friedlichen Miteinanders" und "das Vermitteln christlicher Wertvorstellungen", sagte Rauen, aus dessen Gemeinde Weihbischof Theising stammt. Wer Grundsätze überzeugend vorlebe, könne durch die Botschaft des Glaubens andere anspornen, "die eigenen Fähigkeiten auch in Kirche und Gesellschaft einzusetzen". Rauen bot den neuen Weihbischöfen die Unterstützung der Politik an.
"So etwas haben wir lange nicht erlebt"
Nach der Liturgie nutzen mehrere Hundert Menschen in einem Zelt am Dom die Chance zu Begegnung und Gespräch – auch mit den neuen Weihbischöfen. "So etwas haben wir lange nicht erlebt", findet Lucia Stricagnioli aus Münster: "Sehr feierlich. So viele Bischöfe habe ich selten gesehen." Hubertus Wolking aus Vechta hat einen Besuch bei Freunden mit der Mitfeier der Bischofsweihe verbunden, die er per Leinwand in der Überwasserkirche verfolgte. Im Stehen: "Die Sitzplätze waren auch da alle weg." Besonders gefallen hat ihm, "als die neuen Weihbischöfe segnend durch den Dom gezogen sind".
Peter Feldmann aus Münster freut sich über die "würdige Feier". Als Mitglied im Diözesanrat der Vinzenz-Konferenzen, einem Fachverband der Caritas, kennt er Weihbischof Geerlings "seit bestimmt 20 Jahren". Feldmann haben dessen Dankesworte gefallen und die Begegnung im Zelt: "Es ist schön, dass es heute Nahrung für Geist und Körper gibt."
Die Sanitäter des Malteser Hilfsdienstes - für die Weihbischof Geerlings im Dankeswort ausdrücklich um Applaus bat, so wie für Organisatoren, Musiker und Altardienste - meldeten einen ruhigen Einsatz bei der Bischofsweihe. Nur mit dem Wetter haderten manche Gäste: In den schauerartigen Sturzbächen am frühen Abend wollten nur wenige "Segen von oben" erkannt haben.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Dokumentiert: Grußwort von Hugo Uebbing vom Diözesanrat (29.08.2010)
Dokumentiert: Grußwort von Pfarrer Hermann Kappenstiel vom Priesterrat (29.08.2010)
Dokumentiert: Grußwort von Bürgermeister Engelbert Rauen (29.08.2010)
VIDEO: Wünsche und Erwartungen an die Weihbischöfe (30.08.2010)
VIDEO: Drei Weihbischöfe für das Bistum Münster (29.08.2010)
Fotostrecke: Die Menschen feiern mit den Weihbischöfen (29.08.2010)
Fotostrecke: Stimmen zur Bischofsweihe (30.08.2010)
Geerlings, Hegge und Theising zu Bischöfen geweiht (29.08.2010)
Dankeswort der Weihbischöfe: "Wir müssen in unserem Amt lernen" (29.08.2010)
Übersicht: Hintergründe zur Weihe von drei Weihbischöfen (29.08.2010)
Text: Jens Joest | Foto: Michael Bönte
29.08.2010
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