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22.05.2012
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Bischof Felix Genn

Bischof Felix Genn hatte zuletzt in seiner Predigt bei der Großen Prozession in Münster am Sonntag (03.07.2011) die Präimplantationsdiagnostik verurteilt.

Bischof kritisiert Bundestagsbeschluss zu Gentests an Embryonen

Genn: PID-Entscheidung ist "Dammbruch" und "Verirrung"

Bistum. Bischof Felix Genn hat die Entscheidung des Deutschen Bundestags, Gentests an Embryonen in Grenzen zu ermöglichen, als "Dammbruch" und "Verirrung" kritisiert. Die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) bedeute einen "Dammbruch, da Menschen sich für ermächtigt halten, menschliches Leben als unzumutbare Belastung, als unserer Gesellschaft und des Lebens nicht geeignet und würdig zu beurteilen und darum zu verwerfen". Genn äußerte sich in einer Stellungnahme am Donnerstagabend (07.07.2011).

Der Bundestag hatte zuvor beschlossen, Paaren eine PID zu erlauben, deren Kinder "eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine schwerwiegende Erbkrankheit haben" – auch, wenn diese erst in späteren Jahren auftritt. Wenn genetische Veranlagungen vorliegen, die möglicherweise Krankheiten auslösen können, soll die Methode ebenso zulässig sein – Beispiel hierfür ist das Brustkrebs-Gen. Schließlich soll die PID erlaubt werden, wenn wegen eines Gendefekts der Eltern eine Fehl- oder Totgeburt zu erwarten ist.

"Das Schwarze schwarz nennen"

Genn bekräftigte seine Ansicht, mit dieser Entscheidung könne "menschliches Leben einer Selektion unterzogen werden". Dies sei "eine Verirrung", weil "um der Hilfeleistung willen für Eltern, die sich ein Kind wünschen, in Kauf genommen wird, dass menschliches Leben getötet wird".

Genn betonte, Leben zu erhalten sei sein Auftrag als Bischof, sei Gottes Wille und Auftrag der Kirche. Sie habe "ihre Stimme zu erheben, wo die Gebote Gottes missachtet und verletzt werden". Mit den Worten des seligen münsterschen Bischofs Kardinal Clemens August Graf von Galen müsse die Kirche "das Schwarze schwarz und das Weiße weiß" nennen.

Weiter für Lebensschutz eintreten

"Andere Denkweisen mögen den Anschein des Guten in sich tragen, sind aber nicht das, was in seiner Unbedingtheit für den Schutz des Lebens vom christlichen Standpunkt aus gefordert ist", unterstrich Genn. Deshalb gelte es, das Denken und die Mentalität zu erneuern, eine "Zivilisation des Todes" zu verhindern und eine der Liebe aufzubauen. Liebe "ist kreativ und wird Wege der Heilung finden, die nicht den unschätzbaren Preis des Lebens anderer aufs Spiel setzt".

Der Bischof betonte, er resigniere nicht angesichts der Entscheidung. Er rief auch die Katholiken im Bistum Münster auf, sich nicht entmutigen zu lassen. Vielmehr sollten Bischof und Gläubige sich ihre "Sendung für das Leben neu und mit aller Entschiedenheit zu eigen" machen.

Bei der PID werden Embryonen, die durch künstliche Befruchtung entstanden sind, vor dem Einpflanzen in den Mutterleib auf Erbkrankheiten untersucht und gegebenenfalls vernichtet.

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Text: Jens Joest | Foto: Michael Bönte
08.07.2011

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