
Weihbischof Dieter Geerlings.
Dankeswort im Namen der drei neuen Weihbischöfe
Dieter Geerlings: "Wir müssen in unserem Amt lernen"
Bistum. Durch den Dom braust das "Te deum", und kurz vor dem Ende des Pontifikalamts zu ihrer Bischofsweihe am Sonntag (29.08.2010) ziehen Dieter Geerlings, Christoph Hegge und Wilfried Theising erstmals mit Bischofsstab segnend durch die Kathedrale. Danach ergreift Geerlings für die Neugeweihten das Wort: "Die Koordination der Bewegungen ist gar nicht so einfach." Die Gläubigen lachen.
"Noch etwas unsicher oder gar unbeholfen" seien die Weihbischöfe unterwegs, bilanziert ihr Ältester selbstkritisch: "Nun, wir müssen in unserem neuen Amt lernen." Aber das Mitfeiern der mehreren Tausend Christen "ist uns eine kostbare Ermutigung, dass Sie uns das zutrauen".
Dank an die Weihenden
Zunächst drückte Geerlings Dank für das Vertrauen aus, das Papst Benedikt XVI. mit der Ernennung und Bischof Felix Genn mit der Weihe geschenkt habe. Dann dankte Geerlings Bischof em. Reinhard Lettmann und Weihbischof em. Heinrich Janssen, die gemeinsam mit Genn die Weihe vorgenommen hatten.
Während der Amtszeit Lettmanns hätten die Neugeweihten auf verschiedenen Positionen "vielfältige Freiheit" und "notwendige Unterstützung" erfahren, sagte Geerlings. Dem scheidenden Weihbischof Janssen (77) dankte er dafür, dass er "weit über das übliche Alter hinaus" Dienst getan habe. Gewöhnlich ist der 75. Geburtstag die bischöfliche Pensionsgrenze. Janssen war aber gebeten worden, in der Zeit des Wechsels von Bischof Lettmann zu Bischof Genn im Amt zu bleiben. "Jetzt kannst Du es etwas langsamer gehen lassen", sagte Geerlings in Janssens Richtung.
"Und da sollen wir mutlos werden?"
Es sei ermutigend, mit so vielen Priestern, Diakonen, Patoralreferentinnen und -referenten, mit Engagierten aus den Gemeinden, Mitarbeitern der Caritas und den Ordenschristen zu feiern, sagte Geerlings: "Welche Vielfalt an spirituellem Reichtum und Engagement! Und da sollen wir mutlos werden?" An die Gläubigen gewandt sagte Geerlings, die Weihbischöfe wollten "Ihren Dienst unterstützen und bitten auch um Ihre Unterstützung".
In den Bistumsregionen "wird unser Hauptdienst liegen", betonte er. Die neuen Weihbischöfe freuten sich auf viele Begegnungen. Zudem sicherte Geerlings den Vertretern der Politik zu, sie fänden in den neuen Weihbischöfen Partner, die mit ihnen "zum Wohl der Menschen tätig sein wollen". Die Stimme zu erheben für Arme, Schwache, Kranke, Behinderte, Heimatlose und Fremde sei "nicht selten auch im Raum der Kirchen" nötig.
"Den Kopf hinhalten"
Zum Ende des Dankesworts nahm er einen Gedanken aus der Predigt auf, den Genn mit Blick auf den Gedenktag der Enthauptung Johannes des Täufers entwickelt hatte. "Wir werden sicherlich den Kopf hinhalten müssen und für das Krumme in der Kirche geradestehen", meinte Geerlings. Vielleicht sei Münsters Dom-Baustelle – die Kathedrale ist von außen eingerüstet – ein Bild für den Zustand der Kirche. Viele sorgten sich um deren Zukunft, sagte der Weihbischof: "Wir nehmen das sehr ernst." Sich selbst aber wollten die Neugeweihten "nicht so wichtig nehmen: Wir sind Arbeiter, ein Größerer ist der Baumeister."
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Dokumentiert: Dankeswort von Weihbischof Dieter Geerlings (29.08.2010)
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Geerlings, Hegge und Theising zu Bischöfen geweiht (29.08.2010)
Übersicht: Hintergründe zur Weihe von drei Weihbischöfen (29.08.2010)
Text: Jens Joest | Foto: Michael Bönte
29.08.2010
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