
Die neuen Weihbischöfe Theising, Hegge und Geerlings spenden gemeinsam mit Bischof Genn den Schlusssegen.
Das Bistum Münster hat drei neue Weihbischöfe
Geerlings, Hegge und Theising zu Bischöfen geweiht
Bistum. Das Bistum Münster hat drei neue Weihbischöfe. In einem feierlichen Gottesdienst im münsterschen St.-Paulus-Dom empfingen am Sonntag (29.08.2010) Dieter Geerlings, Christoph Hegge und Wilfried Theising die Bischofsweihe. Mehrere tausend Gläubige aus allen Teilen der Diözese Münster nahmen an dem Pontifikalamt teil, das auch in die Überwasserkirche und die Lambertikirche übertragen wurde.
Die neuen Weihbischöfe werden künftig als Regionalbischöfe in den Regionen Coesfeld-Recklinghausen (Geerlings), Borken-Steinfurt (Hegge) und am Niederrhein (Theising) tätig sein.
Handauflegung durch die Bischöfe Genn, Lettmann und Janssen
Bischof Felix Genn spendete die Weihe durch Handauflegung, nach ihm legten Bischof emeritus (em.) Reinhard Lettmann sowie Weihbischof em. Heinrich Janssen als Mitkonsekratoren den drei Geistlichen die Hände auf. Danach taten dies alle weiteren anwesenden Bischöfe in diesem stillen, aber von den Gläubigen als eindrucksvoll empfundenen Gestus.
Nach dem feierlichen Einzug wandte sich Dompropst Josef Alfers an Bischof Genn: "Hochwürdiger Vater, die heilige katholische Kirche bittet dich, die Priester Dieter Geerlings, Christoph Hegge und Wilfried Theising zu Bischöfen zu weihen." Daraufhin trug der Apostolische Nuntius, Erzbischof Jean-Claude Périsset, die päpstlichen Ernennungsschreiben für die drei Weihekandidaten vor.
Der Platz der Bischöfe
Die Predigt in dem festlichen Domgottesdienst hielt Bischof Genn. Die Bischöfe haben nach seinen Worten die Aufgabe, die Kirche Christi in der Kraft des Wortes Gottes zu leiten und zu führen. Es gehe darum, die Sendung fortzusetzen, die Jesus den Aposteln übertragen hat. Genn wörtlich: "Das ist eindeutig ein Platz des Dienens."
Beim Bischofsamt geht es nicht um Herrschaft und Macht, sondern um Demut und Dienst, wie Genn betonte. Niemand könne sich dieses Wort Gottes anmaßen. "Jeder, der zur Verkündigung bestellt ist, wird als allererster ein Hörender sein müssen, gedemütigt dadurch werden, dass nicht er bestimmen kann, dass er nicht das Sagen hat, sondern dass er dem Wort Raum gibt, und dass er bereit ist, diesem Wort Raum zu geben gerade dort, wo es nicht gehört werden will, wo die eigenen Ideen, die eigenen Meinungen den Vorrang haben wollen."
Manchmal sei es auch in der Kirche schwierig, diesem Wort Platz zu verschaffen. "Deshalb ist der Dienst des Bischofs auch wesentlich ein Dienst daran, den Glauben zu schützen." Das Wort Gottes dürfe nicht angepasst, geschmeidig und plausibel gemacht werden. Dadurch könne es verloren gehen und deshalb brauche der Glaube Schutz.
Anrufung des Heiligen Geistes und aller Heiligen
Nach der Predigt von Bischof Genn rief die Gemeinde den Heiligen Geist an. Es folgte das Versprechen der Weihekandidaten. In einer Litanei rief die Gemeinde die Fürsprache aller Seligen und Heiligen an, während die Weihekandidaten sich mit dem Gesicht zu Boden vor den Altar legten.
Während der in Stille vollzogenen Handauflegung aller anwesenden Bischöfe läutete die größte Glocke des St.-Paulus-Domes; sie trägt den Namen "Kardinal". Bischof Genn sprach das Weihegebet und legte den Dreien das Evangelienbuch auf. Es schlossen sich die Chrisam-Salbung der Geweihten, die Überreichung des Evangeliars sowie der bischöflichen Insignien (Stab, Mitra, Brustkreuz) sowie der Friedenskuss an.
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Bischof Genn ist Hauptkonsekrator und Prediger im Weihegottesdienst im Paulusdom. |
Alter Brauch: Weingeschenk an den Konsekrator
Die Eucharistie feierten die Konsekratoren Genn, Lettmann und Janssen mit den neuen Weihbischöfen gemeinsam. Als so genannte Glaubensprüfung war das ausführliche Glaubensbekenntnis der neuen Bischöfe zu deuten, die Lehrer und Verkünder des Gottesworts sein sollen.
Vor der Gabenprozession brachten – einem alten Brauch entsprechend – die neugeweihten Bischöfe ein mit ihrem Wappen verziertes Fass Wein, Brot sowie Kerzen dem auf der Kathedra sitzenden Bischof. Die Gaben für die Eucharistie trugen Vertreter aller Kreisdekanate, in denen die neuen Weihbischöfe künftig tätig sein werden, zum Altar.
Ansprachen und Glückwünsche
Die Feier endete mit dem feierlichen Loblieb "Te Deum laudamus" (Großer Gott, wir loben dich) und einer Prozession durch den Dom, bei dem die neuen Weihbischöfe das Volk segneten. Es folgten Grußworte vom Moderator des Diözesanrates, Hugo Uebbing, dem Moderator des Priesterrates, Pfarrer Hermann Kappenstiel, und dem Bürgermeister von Wettringen (Kreis Steinfurt), Engelbert Rauen. Für die drei Neugeweihten bedankte sich Weihbischof Dieter Geerlings mit einer Ansprache.
Auf dem Domplatz hatten im Anschluss an die Weiheliturgie alle Teilnehmer die Möglichkeit, den neuen Weihbischöfen zu gratulieren.
Zitat:
Das Wort, das Fleisch geworden ist, das Wort, das sakramental sich in der Feier der Eucharistie und der übrigen Sakramente verdichtet, das sich zeichenhaft in der Feier der Eucharistie und der übrigen Sakramente verdichtet, steht nicht zur beliebigen Verfügung, um dem Zeitgeist angepasst gestaltet zu werden. Es will in seiner Wahrheit und Ursprünglichkeit, in seiner Schlichtheit und Klarheit bewahrt werden.
Bischof Felix Genn in seiner Predigt
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Übersetzung der Ernennungsurkunde von Weihbischof Dieter Geerlings
Übersetzung der Ernennungsurkunde von Weihbischof Christoph Hegge
Übersetzung der Ernennungsurkunde von Weihbischof Wilfried Theising
Dokumentiert: Predigt von Bischof Genn
Dokumentiert: Dankeswort von Weihbischof Dieter Geerlings
Dokumentiert: Grußwort von Hugo Uebbing zur Bischofsweihe
Dokumentiert: Grußwort von Hermann Kappenstiel zur Bischofsweihe
Dokumentiert: Grußwort von Bürgermeister Engelbert Rauen zur Bischofsweihe
Geerlings: "Wir müssen in unserem Amt lernen"
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Text: Norbert Göckener | Fotos: Michael Bönte, Joachim Busch
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