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10.12.2018
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Schwester Maria Bernadette

Heimlich hatte die Pfarrgemeinde St. Viktor eine Kutschfahrt um den Dom für die Goldjubilarin Schwester Maria Bernadette organisiert.

Schwester Maria Bernadette begeht goldenes Ordensjubiläum

Harte Jahre und viel Dankbarkeit

Xanten. An der Wand in ihrem Xantener Wohnzimmer hängt unter anderem ein Foto vom verstorbenen Weihbischof Josef Voß. "Ihn habe ich während meiner Zeit in St. Ida in Herzfeld öfters in der Kirche sitzen sehen. Er war ein großer Verehrer der heiligen Ida. Ganz schlicht, in Jeans und Hemd gekleidet, saß er in der Bank."

Die 76-jährige Ordensfrau hatte Josef Voß in ihr Herz geschlossen. Und wie sie das sagt, leuchten ihre Augen auf. Beide wollten und wollen den Menschen in Freude und Leid nahe sein. Vor allem in schwierigen Lebenslagen. Jeder auf seine Weise. Voß war ein großer Vordenker, wenn es um soziale Fragen ging. Schwester Bernadette denkt und fühlt mit dem Herzen. "Wo es um die Liebe geht, um die Leidenschaft für die Sache Jesu, da sind wir ganz schnell bei Dir und Deinem Leben." So formuliert es der Kevelaerer Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann.

Anker der Familie

Vor 50 Jahren ist Schwester Maria Bernadette in den Orden der Heiligenstädter Schulschwestern (Gemeinschaft der heiligen Maria Magdalena Postel) eingetreten. 1940 geboren, in einem tief im Glauben verwurzelten Elternhaus mit vier Brüdern aufgewachsen, wurde sie schnell der rettende Anker der Familie.

Nach der Volksschule ging sie für ein Jahr ins Canisiusstift, um dort in der Großküche zu arbeiten. Dort wurde sie mehrmals angesprochen: "Du gehst doch bestimmt ins Kloster." Erst später hat sie der Mutter davon erzählt. Sie sagte damals zu ihr: "Wir geben dich mit Freuden an den Orden. Aber noch kannst du uns nicht verlassen." Der Mutter musste sie versprechen, einen Tanzkurs mit dem Bruder zu absolvieren. Damit sie wusste, auf was sie verzichtete. Zunächst half sie den von Krankheit gezeichneten Eltern auf dem Hof. Sieben Jahre vergingen, bis sie den Weg in den Orden einschlug. In dieser Zeit engagierte sie sich in der Landjugend, leitete die Mädchengruppe der Frohschar und sang im Kirchenchor.

In die Ordensgemeinschaft eingetreten, wurde sie in der Krankenpflege ausgebildet. 1972 übernahm sie in Herten zunächst die Pflegeleitung der Männerstation, 1977 die Leitung der Intensivstation. Es folgten zwölf anstrengende Jahre. "Ja", sagt sie, "es waren harte Jahre. Aber ich habe auch viel Dankbarkeit zurückbekommen." Immer wieder erinnert sie sich, dass Mitschwestern, Ärzte und Patienten sich bei ihr gemeldet haben.

Eine Geschichte steht stellvertretend für viele: Einem Patienten, der 16 Wochen auf der Intensivstation mit dem Tode rang, klebte sie ein Marienmedaillon unter die Matratze. Als er genesen war, gab sie es seiner Ehefrau. Sie trug es seitdem dankbar an einer Kette.

Nach ihrer Zeit in der Pflege wechselte sie nach Herzfeld, wo sie 16 Jahre als Küsterin tätig war und viele Besuche bei Kranken und Sterbenden im Heim oder zu Hause machte. Seit mehr als zwei Jahren arbeitet sie als Domschwester in Xanten, wo sie ein ähnliches Aufgabenfeld übernommen hat.

"In ihrem Tun ist sie ein Mensch, der stets freundlich und zuvorkommend ist. Mit beständiger, großer Freude übernimmt sie alle Aufgaben. Gerne lacht und erzählt sie, ohne dabei aufdringlich zu sein. Man spürt, dass alles, was sie tut, für sie ›Gottesdienst‹ ist", beschreibt Propst Klaus Wittke ihr Wirken. "Selbst in ihrem fortgeschrittenen Alter ist sie voller Tatendrang und bring sich unermüdlich ein. Erstaunlich, woher diese doch eher zierliche Frau diese Kräfte nimmt."

Ihr früherer Chef, Domkapitular Lohmann, ergänzt: "Ohne große Umschweife packst du zu, lebst gerne mit den Menschen, begleitest sie, freust dich mit ihnen, weinst mit ihnen, betest mit ihnen, teilst mit ihnen deine Zeit. Man meint, du hättest mehr Stunden am Tag zur Verfügung als andere, weil du ausgeglichen und zufrieden bist."

Die Ordensfrau hat mit Vielen, ob in Herten, Herzfeld, Stromberg oder Xanten die Zeit geteilt. Die Besuche bei Sterbenden und deren Angehörigen liegen ihr am Herzen. "In den 50 Jahren im Orden durfte ich oft Gottes Nähe erfahren", beschreibt sie ihren Weg. "Ich wusste mich in Höhen und in Tiefen getragen, in schweren Zeiten hat er mir Kraft gegeben."

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Orden

Text: Jürgen Kappel | Foto: Lamers in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
01.07.2016

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