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11.12.2018
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Pater Andreas Bordowski.

Pater Andreas Bordowski.

Dominikaner Andreas Bordowski leitet nun Thomaskolleg in Vechta

Bald der einzige "Pater Schulleiter" in Deutschland

Vechta. Sein erster Direktor hieß Dr. Schäufele. Vor mehr als dreißig Jahren auf dem Gymnasium Hammonense in Hamm. Pater Andreas erinnert sich noch gut.
Direktor Wolfgang Schäufele, Latein und Griechisch. Noch heute ist der Respekt zu spüren, wenn Pater Andreas von ihm erzählt.

"Es kam uns vor wie die Verkörperung von Bildung", erinnert er sich. "Immer korrekt. Ich habe ihn nie in Freizeitkleidung gesehen." Eine Autorität. "Wenn er hereinkam, dann stand die Klasse auf."

Ob das bei ihm jetzt auch so üblich sei? Wo der 42-Jährige doch gerade die Leitung des Ordensgymnasiums Sankt-Thomas-Kolleg in Vechta übernommen hat. Der Mann im weißen Habit lächelt. "Das würde nicht passen", sagt er.

Nicht passen zu ihm, der sich eher Vertrauen und Offenheit wünscht, von Schülern, Eltern und Lehrern, bei Problemen und Fragen. Der Leiten und Begleiten zusammenbringen möchte. Obwohl ihm natürlich klar ist: "Manchmal müssen auch Entscheidungen gefällt werden."

Turnen lästige Pflicht

Er selbst war eigentlich gerne Schüler. Allerdings: auf Bundesjugendspiele hätte er gerne verzichtet. In seiner Heimatstadt am Rand des Ruhrgebiets gab es die zweimal im Jahr, in Sommer- und Winterausgabe.

Der Dominikaner sieht sich noch in Turnhose am Rand einer blauen Matte stehen. Die Aufgabe: eine Hechtrolle, einen "Kurselkopf", wie die Schüler das damals nannten. Andreas Bordowski war jedesmal froh, wenn er alles hinter sich hatte.

Dafür jedoch wurde ihm zum Segen, was für manch anderen Mitschüler damals ein Graus war: Latein, Griechisch und Hebräisch, neben Englisch Pflichtfächer an seinem altsprachlichen Gymnasium.

Nicht nur, dass ihm dadurch Kultur und Gedankenwelt der Antike vertraut wurden. So blieb ihm später im Theologiestudium auch das Martyrium erspart, diese Sprachen erst mühevoll zu pauken.

Aus dem Lernenden ist mittlerweile ein Lehrender geworden. Und eine Ausnahme-Erscheinung. Nur zwei Ordensleuten in dieser Position gibt es zwischen Flensburg und Passau noch. Der andere, ein Franziskaner in der Eifel, geht in zwei Jahren in den Ruhestand. "Dann bin ich der einzige", sagt Pater Andreas.

Das Provinzkapitel habe das schon vor einigen Jahren so entschieden. Und Pater Andreas auf den Weg gebracht.

Dafür drückte er nach der Priesterweihe noch einmal für die Gymnasiallehrer-Ausbildung die Hörsaalbank, promovierte über "Die katholische  Schule im kirchlichen Recht", absolvierte ein Referendariat in Ahaus und arbeitete dann erst einmal für drei Jahre als Religionslehrer am Thomaskolleg.

"Das war eine gute Erfahrung", sagt er. Weil er sah: "Man erreicht an einer Schule  eine andere Breite an Jugendlichen."

Nicht nur die, die sich sowieso  schon bei Messdienern, in der Gemeinde oder in Verbänden engagieren, "sondern auch andere." Und an einer ordenseigenen Schule bestehe zudem die besondere Möglichkeit, etwas zu gestalten.

Dafür hat er schon Pläne. Zum Beispiel auf einem Feld, das der neue Schulleiter "das Soziale" nennt.

Blick nach außen

"Innerhalb unserer Schule sind wir da zwar schon sehr gut", sagt Pater Andreas. "Aber man könnte den Blick künftig noch mehr nach außen richten."

Mit Sozialpraktika oder Begegnungen mit sozial Benachteiligten zum Beispiel. "Damit unsere Schüler noch mehr auf die schauen, denen es nicht so gut geht. Um so ihre soziale Kompetenz zu weiten."

Zudem wolle er den Jungen und Mädchen auch die internationale Seite der Schule und des Ordens vermitteln und dabei die besonderen Möglichkeiten eines  weltweiten Ordens nutzen.

Vielleicht mit einem Unterstützungsprojekt für einen Armenschule von Dominikanerinnen in Bolivien. Oder im Austausch mit anderen dominikanischen Schulen im Ausland.

Schädlicher Übereifer

"So etwas wird ja einfacher, wenn G 9 wieder kommt", sagt Pater Andreas. Er persönlich findet neun Jahre Gymnasium sowieso besser. Weil es gut sei, wenn Schüler mehr Zeit bekämen.

Auch wenn er Sorge hat, dass man bei der Rückkehr zur längeren Schulzeit ähnliche Fehler macht wie bei der Verkürzung. Alles von heute auf morgen. Motto: Wir fangen schon mal an und dann gucken wir mal.

"Ich würde mir wünschen, dass es eine Haltbarkeitsregel für Schulgesetze gibt, dass sie mindestens zehn Jahre Gültigkeit haben", sagt Pater Andreas. Man müsse doch jede Reform erst einmal eine Zeit lang wirken lassen."

Sorgen um die Zukunft der Thomaskollegs macht er sich nicht. "Wir haben etwas zu bieten und es gibt Nachfrage", sagt der neue Schulleiter. Nur von der Politik wünscht er sich deutlichere Unterstützung, besonders vom Land.

Wer sich über ein plurales Schullandschaft freue, der müsse auch die Finanzierung sicherstellen. Gerade für freie Schulen wie das Thomaskolleg sei das oft ein Problem.

Vor großem Fest

 "Wir sind eben in kein größeres System eingebunden, können im Fall des Falles nicht auf Kirchensteuern oder normale Steuern zurückgreifen."

Jetzt geht es erst einmal an die Arbeit. Ein besonderes Datum hat Pater Andreas dabei schon vor Augen: 2016, wenn die Dominikaner 800-jährigen Bestehen feiern, wird auch für die Schule ein besonderes Jahr. Mit einer Fahrt nach Bologna zum Grab des Gründers. "Unser Höhepunkt dort wird ein Gottesdienst mit dem Ordensmeister am Grab des heiligen  Dominikus sein. Er hat schon zugesagt."

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Text: Michael Rottmann | Foto: Michael Rottmann in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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