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04.12.2016
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Theaterprojekt.

In kleinen Szenen wurden schwierige Punkte der Rechte von Kindern aufgegriffen – in einem ungewöhnlichen Theaterprojekt der Franziskusschule Wilhelmshaven.

Ein besonderes Schulprojekt an der Franziskusschule Wilhelmshaven

Wenn Papa mal wieder ausrastet

Wilhelmshaven. Das Murmeln verstummt sofort, als der Junge den Raum betritt. Die Schüler im Foyer der Franziskusschule schauen gebannt auf die improvisierte Bühne. Die Spannung ist deutlich zu spüren, die Körperhaltung und die Mimik des Vaters verheißen nichts Gutes.

Und richtig, es fallen ein paar Worte, die Stimmung wird gereizt, der Vater brüllt los, holt aus und versetzt dem Jungen eine Ohrfeige. Zum Glück ist alles nur ein Spiel. Die Schüler im Publikum sind dennoch schockiert, manche sprachlos, andere kichern nervös.

Zum Thema "Kinderrechte"

Diese erste Szene verfehlt ihre Wirkung nicht. Schnell wird deutlich: Hier geht es um Themen, die alle angehen, entweder direkt oder über Freunde und Bekannte. Die Aufführung dreht sich um Rechte von Kindern und Jugendlichen, die festgeschrieben, aber häufig gar nicht bekannt sind. Oft werden sie auch einfach nicht beachtet.

Zum Beispiel: gewaltfreie Erziehung, Bildung, Freizeit, freie Meinungsäußerung, Chancengleichheit. Die Präsentation in der Franziskusschule ist das Ergebnis monatelanger Arbeit – Arbeit von Schülern für Schüler. Sie haben Kinderrechte unter die Lupe genommen.

Projektleiterin Gabriele Kurth berichtet: "Wir haben den Schülern alle vorgestellt, ihnen aber freie Hand bei der Auswahl gelassen, welches sie intensiver beleuchten wollen."

Eine Stunde dauerte die Vorführung. Es gab Statements, Szenen, Lieder – viele lassen Spuren zurück: Betroffenheit, Sprachlosigkeit, aber auch Hoffnung auf Veränderung. Da ist zum Beispiel dieses Mädchen, beliebt, mit vielen Freunden. Aber nie lädt sie jemand nach Hause ein. Dann entdecken die Freunde den Grund: Der Vater hat sich nicht im Griff, wenn er getrunken hat. Gewalt ist an der Tagesordnung.

Scham und Scheu

Aber die anderen wenden sich nicht von ihr ab, sie zeigen dem Mädchen einen ersten Schritt: als Gruppe suchen sie den Vertrauenslehrer auf. Die Thematik habe die Schüler mitunter an ihre Grenzen geführt. Als Brennpunkt-Schule habe man es immer wieder auch mit der Verletzung von Kinderrechten zu tun, erklärt Daniel Kleine-Huster, pädagogischer Leiter. In der Vorbereitungszeit konnten Schüler bestimmte Themen aufarbeiten, schafften es aber nicht, sie nicht auf der Bühne zu zeigen. Das berichtet Theaterpädagogin Angela Stein. "Das ging ihnen zu sehr unter die Haut, es hat auch Tränen gegeben."

Mit im Publikum war Professor Roland Hafen von der Universität Vechta, der das Projekt angestoßen hatte. Seine Studenten mussten als Prüfungsaufgabe dafür Stücke texten und komponieren. Dieses Projekt im siebten Jahrgang sei ein Meilenstein im Schulkonzept gewesen, sagte Daniel Kleine-Huster abschließend; es stehe für ganzheitliche Bildung.

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Text: Annette Kellin | Foto: Annette Kellin in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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