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10.12.2018
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Pater Christian Flake.

Mit dem Fahrrad vom Kloster über Waldwege zur Universität in Vechta – zurzeit hat der Schulseelsorger Pater Christian Flake vom Dominikanerkonvent Vechta auch noch ein Studium zu bewältigen.

Dominikaner aus Vechta wird nun auch Lehrer

Munition gesucht, Berufung gefunden

Vechta. Eine Mitschülerin schüttelt den Kopf. Christian Flake kritisiert als Jugendlicher bei jeder Gelegenheit die Kirche. "Die hat mir gesagt: Du kritisierst etwas, was du gar nicht kennst." Eines Tages stiehlt sich Christian Flake in seiner Heimatgemeinde in die Vorabendmesse (" in der letzten Bank natürlich") und lässt das Geschehen auf sich wirken. "Ich wollte eigentlich nur Munition sammeln, damit ich weiter kritisieren konnte", erinnert er sich. "Aber der Schuss ging nach hinten los."

Neu überzeugt

Ein lebendiger Gottesdienst, ein Priester mit ansprechendem Wesen, der ihn zu fesseln versteht – mit vorschneller Kritik ist es nun vorbei. Christian Flake findet den Weg in die Kirche, wird Messdiener, arbeitet im Pfarrgemeinderat mit.

Aber Priester? Eigentlich will er als Abiturient noch Religionslehrer werden. Der letzte Schritt sei dann nur noch kurz gewesen: Wenn schon Religion studieren, warum dann nicht direkt Priester werden? Der junge Mann tritt in das Priesterseminar ein. "Bei allen Zweifeln", wie er heute betont.

In das Seminar des Bistums Osnabrück. Dort ist Flake aufgewachsen, in der Kleinstadt Hagen am Teutoburger Wald. Im Bistum Osnabrück ist Christian Flake auch geblieben, als er 2004 zum Priester geweiht wird. Als Kaplan in Twistringen, dann in Bremen als Jugend- und Hochschulseelsorger.

Dann kamen Zweifel

Er geht voll Freude in diesen Beruf. "Mein Eindruck ist immer gewesen: Man kann in einer Pfarrgemeinde zufrieden und sinnvoll Priester sein."

Aber eine Frage lässt ihn nicht locker: Soll das auf Dauer sein Weg sein? Priester in einer Pfarrgemeinde? Warum Priester des Bistums, wenn er nicht auch Priester in einer Gemeinschaft sein kann?

Das Bistum Osnabrück stellt ihn aufgrund dieser Zweifel frei für den Eintritt bei den Dominikanern, mit der Möglichkeit, zurückkehren zu können. Die ist jetzt jedoch verschlossen: Am Pfingstmontag (09.06.2014) bindet sich der Dominikaner Pater Christian feierlich auf Lebenszeit an den Orden.

Pater Christian hat den üblichen Weg eines angehenden Ordensmannes hinter sich, nur Theologie studieren, das brauchte er nicht mehr. Die Ordensleitung schickte ihn stattdessen nach Vechta – als jungen Priester zu den jungen Menschen im dominikanischen Gymnasium "Kolleg Sankt Thomas".

Begeistert arbeitet er als geistlicher Begleiter für die Messdiener, für die Georgspfadfinder, als Religionslehrer, als Schulpfarrer. Bis die Ordensleitung ihm eine neue Frage vorlegt: Ob er nicht Lehrer werden wolle in Vechta?

Pater Christian kann sich das nach einigem Nachdenken sehr gut vorstellen; ein Ordensmann werde im Unterricht ja nicht sofort nur noch als Lehrer wahrgenommen. Viele Kinder und Jugendliche haben nach seinen Worten durchaus ein Gespür dafür, dass dort ein Geistlicher unterrichtet. Das Kolleg Sankt Thomas ist für ihn auch nicht einfach eine Schule. Immer wieder fällt im Gespräch der Ausdruck: "unser Projekt". Er betont: "Für uns Dominikaner ist es in der Schule wichtig, jungen Menschen nicht einfach Lehrstoff zu vermitteln. Es geht immer darum, mit ihnen über ihr neues Wissen zu diskutieren, nicht darum, es einfach in sich reinzufressen."

Also Lehrer. Nur: Für welche Fächer? Pater Christian setzt sich in die Studienberatung der Universität Vechta zwischen all die halbwüchsigen Schüler, die noch ihren Weg suchen. Der Dominikaner entscheidet sich für das "Lehramt Deutsch und Religion für Gymnasien".

Noch einmal gelernt

In den vergangenen drei Jahren radelt er regelmäßig zur Universität Vechta, lernt mit all den jugendlichen Studenten und vertieft sich in die Feinheiten der Germanistik. Zurzeit schreibt er seine Bachelor-Arbeit, über einen Dichter der Romantik.

Bleibt da Zeit, um Seelsorger zu sein? Freie Zeit gibt es, berichtet er. Die muss es auch geben. Denn die Arbeit in Kloster und Schule gehe ja weiter.

Die Seelsorge liegt ihm ohnehin am Herzen. Auch in einer übersichtlichen Stadt wie Vechta. Sicher seien die ersten Dominikaner im Mittelalter vor allem in die Metropolen gegangen. "Aber unserem Ordensgründer Dominikus ging es immer darum, Menschen an den Grenzen ihres Glaubens zu finden und zu überzeugen. Und solche Menschen gibt es heute doch auch in Südoldenburg – da darf man sich nicht täuschen."

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